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5 Gründe, weshalb mich negative Nachrichten magisch anziehen

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Keine Ahnung, warum mich negative Meldungen anziehen und weshalb ich meistens bei diesen kleben bleibe. Liegt es vielleicht daran, dass es zu wenig Positives zu berichten gibt? Oder vielleicht schätzen wir Positives nicht, weil wir es langweilig finden? Schlagt mal die Zeitung nach oder seht euch die Newsübersichten im … weiterlesen



Keine Ahnung, warum mich negative Meldungen anziehen und weshalb ich meistens bei diesen kleben bleibe. Liegt es vielleicht daran, dass es zu wenig Positives zu berichten gibt? Oder vielleicht schätzen wir Positives nicht, weil wir es langweilig finden?

Schlagt mal die Zeitung nach oder seht euch die Newsübersichten im Internet an. Bad news is good news u.s.w. Das war so und heute gilt es umso mehr. Schließlich kämpfen die Leute in der heutigen Medienwelt um die nackte Existenz.

Und gibt es mal einen positiven Bericht, setzt es oft genug negative Kommentare. Alternativ finden solche Artikel wenig Resonanz. Eben hatte ich dafür noch ein gutes Beispiel am Wickel – der Artikel über die „Helene Fischer“-Show in Welt Online. Übertreibe ich oder sehe das zu eng?

Blogger spielen eine Rolle in der veränderten Kommunikation

Als Blogger ziehen mich andere Themen an als „normale“ LeserInnen. Ich will ja nicht nur informiert werden, sondern aus manchen Meldungen entstehen oft genug Anreiz und Ideen für eigene Blogartikel.

Ihr ahnt es, der Artikel meines Beitrages ist ein Fake. Ich hatte gar nicht vor 5 Gründe dafür zu nennen, warum mich negative Nachrichten anziehen. Aber ich habe gelesen, dass Überschriften so besser funktionieren sollen 🙂 Sorry.

Rechthaberei und Besserwisserei

Dass Blogs mit Themenschwerpunkten erfolgreicher sein sollen als Blog-Sammelsurien verschiedenster Themen ist ja ein alter Hut. Klar ist aber auch, dass ernsthafte Blogger ihre „Mischblogs“ hochhalten und oft genug ebenfalls einigen Erfolg verbuchen dürfen.

Kritisch ist, dass es immer mehr so genannte Hass-Blogs gibt, die nicht ihre Themengebiete, sondern auch die Tendenz ihrer Inhalte in eine einzige Richtung entwickeln. Eine offene Diskussion mit unterschiedlichen Standpunkten ist dort nicht oder kaum vorhandenen. Oft wird diese auch nicht zugelassen oder ist unerwünscht.

Rassismus und Propaganda

Ob es dort nun um die angebliche Islamisierung unserer Gesellschaft geht, die Stigmatisierung von Bevölkerungsgruppen, die angeblich propagandandistischen „Staatsmedien“ oder um allgemeine Verschwörungstheorien, die das nahe Ende verkünden, geht, die Websites erreichen immer mehr LeserInnen. Die Blogs haben Tausende von Besuchern täglich. Viele gehen den Hetzern auf den Leim, machen sich die Sichtweise zu eigen und tragen sie weiter in die Welt.

Vielleicht deshalb, weil sich die Berichte und die transportierten Sichtweisen zum großen Teil so massiv von den Inhalten der abwertend so genannten Altmedien unterscheiden, weil radikale Antworten angeboten werden, erhalten sie vermutlich diesen Zulauf.

Das scheint gegen die Feststellung zu sprechen, die eine aktuelle Umfrage ergeben hat:

Überraschend: Je besser Bildung und Einkommen, desto größer das Medienmisstrauen. Befragte mit Abitur oder Hochschulabschluss sowie einem hohen Monatseinkommen misstrauen den Medien deutlich stärker als andere. LINK
Umfrage: Fast die Hälfte der Deutschen hält Medien für voreingenommen und von der Politik gelenkt › Meedia

Umfrage: Fast die Hälfte der Deutschen hält Medien für voreingenommen und von der Politik gelenkt › Meedia

An der Tonalität von Kommentaren auf anderen Kanälen (Sozialen Netzwerken, bei Websites wie Welt Online, Tagesschau-Blog u.s.w.) erkennt man, dass die Stamm-Kommentatoren der Hassblogs ihre Botschaften platzieren. Ein anderer Grund für die Zunahme solcher schrecklichen Kommentare könnte auch auf die „Rekrutierungsbereitschaft“ vieler Internetnutzer zurückzuführen sein. Hass ist wohl sehr ansteckend. AFD-Anhänger sind ebenfalls außerordentlich tüchtig in dieser Hinsicht.

Ich muss einräumen, dass ich meine Behauptung nicht belegen kann. Aber die Inflation der Negativ-Kommentare hat in meinen Augen nicht nur den Grund, den manche so eindeutig identifiziert zu haben glaubten.

Ich finde, es gibt Anzeichen dafür, dass sich unsere Gesellschaft noch gründlicher auseinanderdividiert als die Folgen der Globalisierung mit ihren grandiosen Ungerechtigkeiten für viele abhängig Beschäftige es seit Anfang der 90er Jahre vermocht haben. All dies geschieht in einem relativ hohen Tempo. Nun, das Internet ist halt das schnellste Medium, das uns je zur Verfügung stand. Und so richtig verstanden haben wir die Wirkungsweisen vermutlich immer noch nicht #Neuland.

Manchmal, denke ich, sollten wir wirklich etwas mehr von den Amerikanern haben. Die haben die schlimme Wirtschaftskrise inzwischen halbwegs überwunden und leiden mit dem schwachen Präsidenten Obama sozusagen unter einer politischen Dauerkrise, was vielleicht auch ein bisschen mit dem dortigen Zweiparteiensystem zu tun haben könnte. Die Wahlbeteiligung ist traditionell mies, aber keiner wird dort ernsthaft die Systemfrage stellen.

In Deutschland sind wir scheinbar aber auf dem Wege dorthin. Was wird mit unserer Demokratie passieren, wenn wir unseren Parteien, den Politikern und der 4. Gewalt im Staat, den Medien, kein Vertrauen mehr entgegenbringen?

Wie sind unsere Motive?

Über die Motive der Leute, alles so krass negativ zu sehen und zu beschreiben kann ich nur Vermutungen anstellen. Sicher, ein Teil davon mag halt „typisch Deutsch“ sein. „German angst“ ist längst ein festverankerter Begriff im angelsächsischen Wortschatz. Aber reichen solche Begriffe, um dieses Phänomen auch nur halbwegs zu erfassen?









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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