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Das Bundesverfassungsgericht leistet (ungewollt) den Feinden der „Zwangsabgabe“ Vorschub

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Es hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, wenn so viele „Nicht-Zuschauer“ von ZDF und ARD jede sich bietende Gelegenheit dazu nutzen, ihr Missfallen an den Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sendern zu äußern. In den Leserspalten und sozialen Netzwerken gerät es deshalb zum „Fest“ der Nörgler, wenn das … weiterlesen



Es hat schon einen gewissen Unterhaltungswert, wenn so viele „Nicht-Zuschauer“ von ZDF und ARD jede sich bietende Gelegenheit dazu nutzen, ihr Missfallen an den Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sendern zu äußern. In den Leserspalten und sozialen Netzwerken gerät es deshalb zum „Fest“ der Nörgler, wenn das Bundesverfassungsgericht die Parteilichkeit des ZDF beanstandet.

Da geht es ganz nicht mehr um das Anliegen aus Karlsruhe, sondern darum, wie furchtbar die Angebote von ZDF und ARD doch sind. Daran ändern auch die Gebührensenkung nichts. 🙂

Der allgemeinen Kritik kann ich mich durchaus anschließen. Ich fand die Programme früher auch viel besser als heute. Allerdings weiß ich auch, dass dieser nostalgische Blick in die Vergangenheit immer einen hohen Verklärungsanteil beinhaltet. In dieser Hinsicht kann ich mich überhaupt nicht auf mein „Urteil“ verlassen. Vielleicht fühlte ich mich früher nur deshalb besser und objektiver (mit weniger Stimmungsmache) informiert, weil es nicht dieses mich zeitweise überfordernde Überangebot an verschiedenen Meinungen – oder sollte ich sagen Informationen? – gab.

Ich finde die Behauptung falsch, dass es im ör Fernsehen keine kritischen Berichte mehr gäbe. Wahrscheinlich meinen das nur diejenigen, die keine Lust mehr auf die leider stark gekürzten politischen Magazine haben und sie deshalb nicht mehr anschauen. Sonst könnten sie aus meiner Sicht nicht zu dieser Ansicht kommen.

Viele verwechseln das Affentheater, das uns heute in „politischen“ Talkshows dargeboten wird, mit Informationssendungen. Selbst schuld, sage ich da. Wer von Formaten wie „Maybrit Illner“ oder „Günther Jauch“ interessante Informationen erwartet, dem ist leider nicht zu helfen. Auch diese Talkshows der – sagen wir – gehobenen Klasse haben Boulevardcharakter.

Ich empfehle denjenigen, die mehr möchten, zum Beispiel den ARD-Presseclub oder den „Internationalen Frühschoppen“ bei Phoenix. Da sind Journalisten am Start, die aktuelle Themen in ganz anderer Weise miteinander diskutieren und oft genug interessante und neue Aspekte offenbaren. Den ARD-Presseclub vom letzten Sonntag zum (unvermeidlichen) Thema Krim möchte ich da ausdrücklich hervorheben. Dabei bin ich mir sicher, dass es gleich wieder Leute geben wird, die das völlig anders gesehen haben. Aber immerhin haben sie die Sendung gesehen!

Heute las ich wieder, dass das Staatsfernsehen mit seiner Zwangsabgabe (beide Titel sind aus meiner Sicht unzutreffend!) sich überlebt habe. So nach dem Motto, dass angesichts der Informationsvielfalt solche „teuren Angebote“ überflüssig wären. Ich stelle mir vor, wie es sein würde, wenn man sich aus dem heutigen Angebot die öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und TV-Angebote wegdenken würde. Wir sparen 17 Euro irgendwas im Monat und streichen alle Programme nicht nur aus dem Fernseher, sondern aus dem Rundfunkangebot. Stattdessen gibt es nur noch Angebote der privaten Anbieter. Für mich klingt nach einer echten Horrorvision.

Für eine gewisse Zeit werden die entsprechenden Lobbys sich gegen die immer stärker werdende Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch erfolgreich zur Wehr setzen. Freuen kann ich mich auf die Zeit danach nicht und vielleicht wird mancher von denen sich noch umschauen, die jetzt die „Zwangsabgabe“ lieber heute als morgen abgeschafft sehen wollen.

Foto von: diepuppenstubensammlerinCC BY-NC-SA 2.0









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Das Bundesverfassungsgericht leistet (ungewollt) den Feinden der „Zwangsabgabe“ Vorschub“

  1. Hallo Horst,
    mich als überzeugte Nicht-Nutzerin des Fernsehens nervt diese Zwangsabgabe schon. Wenn man meint, einen ÖR Rundfunk haben zu müssen, dann sollte er aus Steuermitteln finanziert werden. Das wäre ehrlicher, denn eine Steuer ist jetzt ja auch. Außerdem würde der ganze Wasserkopf zur Erhebung wegfallen.
    Viele Grüße
    Ann-Bettina

    • @Ann-Bettina: Ich kenne immer mehr Leute, die keinen Fernseher mehr haben. Ich könnte ja nicht drauf verzichten. Obwohl ich merke, dass mein Konsum immer weiter zurückgeht. Immerhin 🙂 Ich sag ja, dass sich die Frage der „Zwangsgebühren“ wohl irgendwann erübrigen wird. Der Widerstand dagegen wächst ja unaufhörlich. Ich stehe fest zu den ör 🙂

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