Der Urknall ist nur Marketing, und ein Foto kann irreführend sein

Vladimir Putin saß allein am Tisch. So suggerierte es ein ARD-Tagesschau-Beitrag von gestern Abend. Der Kellner verdeckte den Blick auf seine Tischdame, Brasiliens Präsidentin, Dilma Rousseff. Er war also nicht allein – jedenfalls nicht ganz – an diesem Tisch, der für 7 Personen eingedeckt war.

Dieses Faktum gilt uns in Deutschland  bereits als Propagandalüge der Systempresse. Nein, nein! Nicht der russischen, der deutschen natürlich. Und Stefan Niggemeier versetzt der Tagesschau so was wie den ultimativen Tiefschlag: „Sie lernen nichts.“

Diese Spitze bezieht sich auf die wütende Diskussion der Verteidiger der freien/unabhängigen Presse Deutschlands. Der Streit war spätestens entbrannt, nachdem Tagesschau-Chef Gniffke vor einiger Zeit Fehler in der Berichterstattung endlich eingestanden hatte.

Nicht ohne sich und die seinen mit einigen Bemerkungen noch etwas mehr zu diskreditieren. Gniffe schrieb z.B.: „Ein aufmerksames und kritisches Publikum ist wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.“ Dieser Satz wurde einerseits als Eingeständnis von Fehlern verstanden, gleichzeitig aber auch dahingehend interpretiert, dass „der Zuschauer“ als Korrektiv für die Tagesschau-Redaktion auch künftig unverzichtbar wäre.

Da muss man natürlich weiter misstrauisch bleiben und darf sich auch nicht darüber wundern, dass die Skandale natürlich längst das Reallife erreicht haben.

Statt also unser Augenmerk auf Putins Regime und seine unverfrorene Propaganda zu richten, tun wir weiter so, als sei er, Vladimir Putin, der „liebe Jung“ und die Systempresse (alles außer ein paar ausgesuchten Blogs) die Handlanger der deutschen Regierung, der Nato, den USA oder anderen dunklen westlich-demokratischen Mächten.

Ja, das Leben ist eine grandiose Herausforderung. Immer muss man auf der Hut sein, aufpassen und darauf achten, dass man nicht betuppt wird. Am Schluss bleibt uns nur noch der gesunde Menschenverstand.

About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Kommentare

  1. Hab ich was verpasst, oder ist der Artikel Ironie die ich nicht sehe oder verstehe?

    Die meisten Medien tun meines Wissens nach so, als sei Putin nicht der Good Guy sondern einzig und allein der Bad Guy.

    Und das will man ja auch mit Bildern wie dem erwähnten betonieren.

    1. @Marcus: Die Frage ist, ob Putin von der deutschen (westlichen) „Systempresse“ einseitig verteufelt wird. Den deutschen Medien wird vorgeworfen, die Bevölkerung mit Mitteln der Propaganda einer breite Desinformationskampagne zu unterwerfen.

      Das ist aus meiner Sicht Quatsch. Ich glaube, dass auch bei uns mit dem Mittel der Propaganda gearbeitet wird. Es wäre schon viel gewonnen, wenn in unseren Medien wieder mehr Information an die Stelle von Meinung gesetzt würde. Weil das aber nicht so ist, glauben immer mehr Leute einen Komplott des Westens zu Ungunsten Russlands zu erkennen. Und das, glaube ich, ist einfach daneben.

      Wir müssen uns also wohl oder übel ein eigenes Bild machen. Dabei sollten wir auf alle Informationen zurückgreifen, die uns zur Verfügung stehen aber vor allem unseren Kopf benutzen.

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