Ein Tweet kommt in die Zeitung

Der Kölner Express, die Blöd-Zeitung und (natürlich) Spiegel Online berichten, dass die frischgebackene pakistanische Friedensnobelpreisträgerin Malala via Twitter bedroht wurde. In anderen Medien wird diese »Nachricht« vermutlich auch schon aufgetaucht sein oder noch auftauchen.

Ist es nicht merkwürdig, dass schon ein Tweet ausreicht, um eine Pressemeldung auszulösen? Wieso ist ein solcher Mist überhaupt eine Nachricht wert? Ach, entschuldigt, ich vergaß, die Öffentlichkeit hat ja ein Anrecht darauf informiert zu werden… Ein Tweet von irgendwelchen irren Fanatikern. Kann man hinsichtlich der Autorenschaft überhaupt sicher sein?

Jeder kann doch einen Twitter-Account in Sekunden anlegen und irgendeinen Blödsinn in diese wunderschöne virtuelle Welt blasen.

Heute kann man sogar sicher sein, dass der Quatsch hinreichend Beachtung findet. In manchen Tageszeitungen gibt es gar den Tweet oder den Facebook-Status des Tages. Wenn sie als Bonmot des Tages gedacht wären – ok. Aber meistens sind es Bewertungen von Politikern oder Entwicklungen, die eine andere Art der »Würdigung« verdient hätten.

Hoffentlich kommt in West-Afrika nicht mal ein Mensch auf die Idee an eine westliche Regierung als kleines Dankeschön für die überwältigende Hilfe einen mit Ebola kontaminierten Brief zu schicken. Das Virus hält sich nämlich auch außerhalb des Körpers ganz schön lange (hab ich gelesen).

Das wäre dann allerdings etwas anderes als einen Tweet abzusetzen, bei dem man sich auf 140 Zeichen beschränken muss und bei dem man nie sicher sein kann, ob er auch authentisch ist.


Über den Autor

Ich bin Horst Schulte. Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt.

Mein Motto: "Bloß nicht zynisch werden..."

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