[Markus Lanz] Das ist auch eine Form des Generationenkonflikts

Wenn es nicht eine Form des Generationenkonflikts ist, warum haben dann gestern Abend die Leute viel Beifall geklatscht, als Lanz die Anspielungen auf die unsägliche Onlinepetition machte?

Im Fahrwasser der Kritik gegen Lanz dahinzugleiten ist nicht nur populär, sondern auch ziemlich billig. Von einem Journalisten kann man mehr erwarten. Aber die Chefredaktion der Süddeutschen wird sich schon was dabei gedacht haben, einen möglichst jungen Kollegen mit der Kritik zu beauftragen. Lanz‘ Auftritte zu zerreißen ist kein Kunststück. Zumal, wenn man jünger als 70 ist. Sorry an die >70. Aber der Generationenkonflikt klingt natürlich in allen Diskussionen um den ör Rundfunk und der Haltung zur «Affäre Lanz» durch.

Markus Lanz kriegt jedenfalls auch nach «Wetten dass..?» (wenig überraschend) überall sein Fett weg. Inzwischen fordern über 210000 Leute seine Entlassung.  Die Sendung muss wohl ziemlich mies gewesen sein.

Aber so schnell vergisst das Netz nicht. Und so werden die Anti-Lanz-Petition noch Tausende unterzeichnen, wird weiterhin jede Äußerung von Markus Lanz genau verfolgt und auf diversen Internetseiten sofort thematisiert und diskutiert werden. (schreibt SZ – Autor Kohlmaier)

Für mich klingt das nach beifallheischender Anbiederung ans «Internet», und ich finde es widerlich!

Die Süddeutsche Zeitung hat einen ihrer jungen Redakteure seine Sicht zur gestrigen Sendung schreiben lassen. Also einen aus der Kohorte, die netzaffin und wohl automatisch ganz strikt gegen das Gebührenfernsehen, also damit gegen Lanz eingestellt ist. Jedenfalls entdecke ich nicht einmal Spuren von Objektivität im Artikel des Herrn Matthias Kohlmaier (Jahrgang 1985). Nun ja, die Quote der gestrigen Sendung wird wohl ihren Teil zu der von der «Netzgemeinde» angestrebten Lösung beitragen.

0

7 Kommentare

  1. Durch das Internet/Soziale Netzwerke lassen sich leicht und schnell viele Menschen erreichen. Es ist besonders leicht, wenn man das ganz anonym machen kann! Das ist wohl eine moderne Art des Mobbings.

  2. Ich gebe Dir da recht.

    Aber das ist ein generelles Problem, dass Rezensionen in Redaktionen oft nicht von der Zielgruppe gemacht werden.

    Die Lokalzeitung meiner alten Heimat lässt bspw. Kinofilme grundsätzlich von reifen Damen rezensieren. Da wird dann alles jenseits des Rosamunde Pilcher Genres abgewatscht.

  3. Es ist tatsächlich so leicht, andere Menschen zu mobben. Wahrscheinlich werden wir es auch nicht lernen, damit umzugehen. Alle wissen, dass diese Gefahren bestehen, leider verhalten sich die Leute aber nicht entsprechend. Oder habe ich da einen falschen Eindruck?

  4. Pilcher-Rezensionen. Das wäre bald auch was für mich. Aber ich werde mich wohl nicht trauen, zuzugeben, dass ich so was überhaupt gucke. Dann ist man bestimmt so etwas von unten durch.

  5. Warum können die Petitionen nicht vom Netzt genommen werden so dass immer wieder eine Neue aufgesetzt werden muss.
    Da werden die Zahlen nicht so schnell n die Höhe getrieben. Mal eben unterschreiben, ok. Aber sich dafür Arbeit machen? Nö.
    Also zum Schutz von Herrn Lanz bitte jegliche Petionen vom Netz nehmen. Irgendwann ist es auch gut mit dem bashen. Benehmt wuch wie Erwachsene mit Hirn….
    Jeder macht mal Fehler, auch du und du und du und du und ja, auch du…
    LG Timm

  6. Wenn du in der deutschen Öffentlichkeit einen Fehler machst, bist du ein Versager oder Schlimmeres. So richtig entspannt können wir wohl nicht sein. Die Flut von Petitionen hat auch was damit zu tun, dass wir ein Volk von Besserwissern sind. Manchmal kommt mir das jedenfalls so vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


Es werden keine IP-Adressen gespeichert! Sie können, falls Sie dies möchten, auch anonym kommentieren.