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Polizeiruf 110: Bananenrepublik auf bayrisch

Die platte Reminiszenz aus dem Reich des deutschen (bayerischen) Adels fand ich wenig gelungen. Aber das war längst nicht das Ärgerlichste an diesem Polzeiruf von …

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Die platte Reminiszenz aus dem Reich des deutschen (bayerischen) Adels fand ich wenig gelungen. Aber das war längst nicht das Ärgerlichste an diesem Polzeiruf von gestern Abend.

Die Krimiserie gucke ich ohnehin nur, wenn Matthias Brandt den Hanns von Meuffels gibt. Das waren oft richtig gute Krimis, zum Teil war ich regelrecht begeistert. Und Dominik Graf schätze ich (eigentlich) auch – jedenfalls was seine «Frühwerke» anlangt. Aber das gestern Abend war ja wohl gar nichts !

Dabei hatte dieser Krimi so gute Kritiken bekommen. Das hätte mich wohl misstrauisch machen sollen. 

Die in der Story angelegte Verschwörungstheorie war so umfassend angelegt, dass außer mir viele andere vermutlich auch nicht mehr folgen konnten. Die «professionellen Verschwörungstheoretiker» im Internet, die seit Monaten immer größere Kreise ziehen, könnten hingegen ihr Freude an dem Quatsch gehabt haben.

Schon die Schriftart im Vorspann war mir eine Ecke zu psychedelisch. Vielleicht hatte selbst dabei Herr Graf die Hand schon im Spiel?

Hauptsache, das Ding ist spannend. Aber ich kann nicht behaupten, dass dies auf den Film zutraf. In erster Linie war er verwirrend, ich habe wenig kapiert. Allerdings kommt das schon mal vor, meistens dann, wenn ich -eher aufgrund fehlender Bindung zur Handlung Film- auf meinem Tablett rumkloppe.

Die uns zur besten Sendezeit (Kinder und Jugendliche werden wohl ihre Freude gehabt haben) vorgesetzten Gewaltszenen waren exzessiv und (finde ich) wieder einmal vollkommen überflüssig. Da wird ein Mensch im Kreuz seines Gefängnisfensters aufgehängt, ein Hund grundlos erschossen, eine Frau vergewaltigt und dazwischen gabs noch jede Menge brachiale Gewalt. Grafs Einlassungen in einem Interview kann ich nicht nachvollziehen. Er sprach davon, dass es ohne diese Gewaltdarstellungen nicht möglich gewesen sei, die Charaktere in ausreichender Tiefe zu zeigen. Was Hitchcock oder andere große Regisseure wohl dazu gesagt hätten. Hollywood-Helden, wie z.B. Quentin Tarantino kann es ja nicht brutal genug sein. Und der Trend setzt sich fort. Und wir wundern uns derweil weiter, dass wir immer mehr abstumpfen. Und unsere Kinder gleich mit. Die sind ja viel Schlimmeres gewöhnt. Aber sie wollen ja nur spielen.

Also, mir hat dieser Krimi nicht gefallen, und ich überlege mir, ob ich mir den nächsten Polizeiruf mit Matthias Brandt antun werde.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Gedanken zu „Polizeiruf 110: Bananenrepublik auf bayrisch“

  1. Beim Polizeiruf wird es allmählich wie beim Tatort… immer öfter alles andere als erträglich. Und wenn ich nach 30 Minuten den Kanal wechsle soll das schon mal was heißen. Hoffen wir auf den nächsten.

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      • Ja stimmt, bisher waren Teile mit Brandt vollkommen ok. Aber ich sehe da Parallele zum Tatort. Dieser war auch immer gut… dann ist es eingerissen. Wäre schade um die Serie wenn das hier auch so kommen würde.

        Übrigens, ich habe das Netzexil nie aus den Augen verloren 😉 .

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  2. Gehöre schon zu den älteren Semestern. Habe den Film nicht verstanden. Größtenteils auch auditiv nicht. Sollte ich einen Ohrenarzt aufsuchen?

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