Von der Kooperation der ISIS-Terroristen mit der säkularen Organisation FNPI hört man bisher kaum was

Die Medien sind gespickt mit Meldungen über ISIS und über die Bedrohung, die von dieser verhältnismäßig überschaubare Zahl von Arschlöchern (warum nennen wir die Terroristen nicht immer so?) ausgeht.

Man hat aktuell den Eindruck oder bekommt diesen über die Medien vermittelt, dass der Islam und religiöse Fanatiker eins wären. Das gibt natürlich denen Auftrieb, die mit ihrem Hass das Klima auch in Deutschland verpesten. Wir sollten immer daran denken, dass in unserem Land 4 Mio. Muslime leben. Was richten wir an, wenn wir all diese Menschen unausgesprochen unter Generalverdacht stellen?

Vielleicht unbeabsichtigt konkret werden Bedrohungen durch die Aufregung, die Innenminister De Maizière jüngst produziert hat, als er vor den denkbaren Terrortaten der Dschihadisten warnte, die von ihrem „Kriegseinsatz“ aus Syrien nach Deutschland zurückgekehrt sind. Die Medien sind voll davon. Die Behörden sollen ihren Job machen und nicht die Leute verrückt!

Auch davon, dass Jürgen Todenhöfer unseren Bundespräsidenten mittels Fotomontage als Dschihadisten aussehen ließ. Das empört die Öffentlichkeit ganz offenbar in wesentlich stärkerem Maße als der Inhalt des Interviews, das Herr Todenhöfer dem Kölner Stadt-Anzeiger und einigen anderen Zeitungen des gleichen Verlages gab.

Nun, es sind ein wenig sperrige Details, die ins Weltbild vieler vielleicht nicht so richtig hineinpassen wollen. Tödenhöfer bringt eine Organisation ins Spiel, über die man via Google nicht wirklich was finden kann. Es geht um die FNPI, die laut Todenhöfer im Irak die weitaus bedeutendere Rolle spielen soll.

In den Google News ist nicht gerade viel über die FNPI zu finden.
In den Google News ist nicht gerade viel über die FNPI zu finden.

Peter Scholl-Latours Meinung zum Status quo im Irak interessierte mich spontan. 🙂 Deshalb habe ich gegoogelt und tatsächlich auch von ihm einen Beitrag zum Thema gefunden. Aber PSL beschreibt seinerseits, wie alle anderen, auch nur die Gefahren des islamistischen Terrors.

Ich finde es äußerst befremdlich, dass die Medien Todenhöfers Vorlage nicht aufgegriffen haben. Schließlich wurde das Interview schon vor 4 Tagen, am 15. Juni, veröffentlicht.

Die Schilderung Todenhöfers ist in sich schlüssig. Zunächst fragte ich mich, weshalb eine säkulare Organisation mit den Arschlöchern von der ISIS zusammenarbeiten sollte. Todenhöfer geht auf diesen vermeintlichen Widerspruch ein. Er weist darauf hin, dass dieses Bündnis sehr labil sei und erwähnt ein Beispiel des Scheiterns, das noch gar nicht lange zurückliegt. Der nationale Widerstand im Irak hatte 2007 die Al Qaida davon gejagt. „Die Iraker werden sich nicht von Ausländern regieren lassen.“

Welchen Grund könnte es haben, dass die Medien über diese irakische Besonderheit überhaupt nicht berichten? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Entweder stimmen die Berichte Todenhöfers nicht. Oder es werden mit der einseitigen Berichterstattung wieder einmal Zwecke verfolgt, die wir überhaupt nicht tolerieren dürften. Die Amerikaner suchen schon wieder nach einer Gelegenheit, militärisch im Irak eingreifen zu können. Es käme ihnen insofern zupass, wenn es gegen die bösen Dschihadisten ginge.