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Warum gehen wir so böse mit den Journalisten um?

Es gibt Berufe, die in der öffentlichen Meinung (genauer gesagt im Internet) auf einer Skala von null bis zehn auf minus zehn angelangt sein dürften. …

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Es gibt Berufe, die in der öffentlichen Meinung (genauer gesagt im Internet) auf einer Skala von null bis zehn auf minus zehn angelangt sein dürften. Neben Journalisten gehören auch Politiker dazu. Ich persönlich habe eine etwas andere Wertskala. Bei mir sind Anwälte nicht zu toppen, wenn es um die Vergabe von Minuspunkten geht. Vielleicht liegt das auch daran, dass so viele Juristen unter den Politikern zu finden sind.

Weil ja heute jeder alles schreiben kann, ist das für die ganz oben auf der Hateskala zuweilen wohl ziemlich aufreibend. Andrea Diener (FAZ.net) hat dazu einen Beitrag veröffentlicht, der davon Zeugnis ablegt, wie groß die Leidensfähigkeit heute sein muss, um den auf der nach oben offenen Hateskala gezeigten Berufen wenigstens noch ein bisschen Spaß abgewinnen zu können.

Man könnte solche Vorwürfe jetzt einfach abtun. Aber so leicht ist es nicht. Unterschwellig manifestiert sich da nämlich eine handfeste Vertrauenskrise. LINK
Troll-Kommentare: Meine Tage im Hass

Vertrauenskrise ist für mich [highlight]das[/highlight] Stichwort! Aber die gibt es durchaus berufs- also auch medienübergreifend. Die immer schneller steigende Zahl von Mobbingopfern sowie die Zahl der diagnostizierten Burn-outs gehen meines Erachtens auf die Folgen einer Vertrauenskrise zurück. Wenn wir uns gegenseitig – aus welchen Gründen auch immer – nicht mehr vertrauen können, greift das Misstrauen immer mehr Raum.

Es ist schön, wenn man sich als Blogger an der bösen Welt da draußen mit ein paar Sätzen «rächen» kann. Früher hat man die vor sich hingebrabbelt oder – wenn’s hoch kam – ein paar Freunden oder Kollegen mitgeteilt. Heute müllen manche «Spezialisten», keinesfalls nur solche, die die Online-Welt vielleicht beschwichtigend als Troll identifizieren würde, die Kommentarspalten der Online-Dependancen unserer Zeitungen mit ihrer Sicht der Dinge zu. Wie oft es dabei zu verbalen Übergriffen kommt, kann jeder leicht nachvollziehen, der in diesem Medium einigermaßen regelmäßig «unterwegs» ist.

Ich meinerseits schimpfe auch gern und regelmäßig. Aber die Grenzen, von der Frau Diener in ihrem Artikel geschrieben hat, habe ich noch nie überschritten. Und vielleicht irgendwann ein paar mehr Leute zur Besinnung, weil sie erkennen, dass ein zivilisierter Umgang auch stattfinden darf, wenn man sich nicht in einem Meeting oder beim Frühschoppen persönlich gegenübersitzt.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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