Bild-Chefkorrespondent macht seinem Blatt alle Ehre

Bild ist doof. Les” ich (eigent­lich) nie! Wenn man das so lax abtun könn­te, wäre es schön. Lei­der wer­de ich jedoch hin und wie­der mit den Mach­wer­ken die­ses Qua­li­täts­er­zeug­ni­s­es trotz­dem konfrontiert.

Heu­te geschah das über einen expo­nier­ten Ver­tre­ter die­ser spe­zi­el­len Spe­zi­es in mei­nem gelieb­ten Pres­se­club. Zum Glück sind die Leu­te von Bild dort eher sel­ten anzutreffen.

Dirk Hoe­ren hat mich geär­gert – am fried­li­chen Sonn­tag­mit­tag. All­ge­mein gesagt zeig­te er wenig Kom­pe­tenz. Schlim­mer war jedoch, dass das, was er sag­te, von ande­ren Medi­en (zum Glück) inhalt­lich längst als falsch ent­larvt wurde.

Seit zwei Wochen wis­sen wir, dass die bei­den von ihm getrof­fe­nen Aus­sa­gen falsch waren:

1.) Grie­chen­land sei­en in den geschei­ter­ten Ver­hand­lun­gen 35 Mrd. Euro als Inves­ti­ti­ons­hil­fen ange­bo­ten wor­den (im Video ab ca. Min. 14). Schon am 29. Juni 2015 schrieb u.a. die Süddeutsche-Zeitung:

Das Papier sah 35 Mil­li­ar­den Euro für Athen vor – aller­dings nicht als beson­de­res Inves­ti­ti­ons­pa­ket. Es han­delt sich nur um för­der­fä­hi­ge Zuschüs­se, die alle EU-Län­der bekom­men kön­nen. Athen kann die­ses Geld vor­aus­sicht­lich gar nicht abru­fen. Ein Stopp der Kre­dit­rück­zah­lung fin­det sich in den Doku­men­ten eben­falls nicht.Quel­le: (3) Was die Gläu­bi­ger Grie­chen­land wirk­lich ange­bo­ten haben – Wirt­schaft – Süddeutsche.de | LINK

2.) Wei­ter­hin zitier­te Hoe­ren den EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­den­ten Juncker, der angeb­lich im euro­päi­schen Par­la­ment in der letz­ten Woche in Rich­tung Tsi­pras gesagt haben soll: «Wir haben nie gefor­dert, dass die Ren­ten gekürzt wer­den sollen.»

Die TAZ schrieb dazu bereits am 30.6.2015:

Das ist ein­deu­tig falsch. Schon die Rah­men­ver­ein­ba­rung der Gläu­bi­ger von Anfang Juni, die im Kanz­ler­amt in Ber­lin aus­ge­han­delt wor­den war (mit Juncker, ohne Tsi­pras) sah Ein­spa­run­gen im Ren­ten­sys­tem in Höhe von einem Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung vor. Juncker hat sich zwar dafür ein­ge­setzt, dies ohne direk­te Kür­zun­gen etwa bei den kleins­ten Ren­ten zu machen. Doch in den “Pri­or actions“, die die EU-Kom­mis­si­on selbst ins Inter­net gestellt hat, ist von einem sofor­ti­gen Abbau eines Soli­da­ri­täts­zu­schlags (EKAS) die Rede. Auch die gefor­der­te zügi­ge Erhö­hung des Ren­ten­ein­tritts­al­ters auf 67 ist eine – wenn auch indi­rek­te – Ren­ten­kür­zung.Quel­le: Fak­ten­check Grie­chen­land: Rotz­frech gelo­gen – taz.de | LINK

 

Hoe­ren konn­te das sagen. Und zwar, ohne, dass ihm einer der ande­ren Jour­na­lis­ten etwas dazu sag­te. Auch der um Auto­ri­tät bemüh­te Mode­ra­tor (kann mal einer die Musik run­ter­fah­ren!) fühl­te sich dazu nicht ver­pflich­tet. Schade.

Ich has­se es, wenn unse­re Medi­en als «Lügen- und Sys­tem­pres­se» dif­fa­miert wer­den. Die Mehr­zahl der dort beschäf­ti­gen Jour­na­lis­ten leis­ten eine wert­vol­le und gute Arbeit.

Umso mehr macht es mich wütend, wenn dreis­te Lügen nicht von Reprä­sen­tan­ten gewis­ser Medi­en trotz bes­se­ren Wis­sens wei­ter­hin ver­brei­tet wer­den! Es macht es nicht bes­ser, dass man­che Poli­ti­ker es eben­falls nicht unter­las­sen, sol­che Unwahr­hei­ten in der Welt zu halten. 

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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