Ich fühle mich jedenfalls auch verarscht von der Tagesschau

Wie auch immer man den neuerlichen Beleg für eine Existenz der „Lügenpresse“ bewerten will, so richtig wohl fühle ich mich mit dem Selbstverständnis mancher Journalisten jedenfalls nicht.

Und das hat einen ganz einfachen Grund: Die Berichterstattung (ich habe nur eine Zusammenfassung in der ARD gesehen) über die Trauerfeier von Paris hat mich sehr berührt. Ich habe einen Moment lang wirklich darüber nachgedacht, dass die gezeigten Politiker durch ihre Präsenz bei der Veranstaltung ein hohes Sicherheitsrisiko eingegangen sind.

Wie naiv war das denn? Angesichts der erfolgten „Aufklärung“ (übrigens auch durch traditionelle Medien, die – wenn ich diese unsäglichen Beschuldigungen richtig verstehe – integraler Bestandteil der „Lügenpresse“ sind) fühle ich mich einfach verarscht. Und es ändert sehr wohl etwas an der Botschaft dieser (inszenierten) Geste, dem gemeinsamen Marschieren der Menschen mit Politikern.

Da kann der Chef der Tagesschau, Dr. Gniffke, mit seiner Erklärung wirklich nicht überzeugen. Ob er gut beraten war, in seinem Blog-Beitrag den Duktus mancher Blogger zu verwenden, weiß ich nicht. Dazu kann man sehr wohl unterschiedlicher Meinung sein.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

5 Kommentare

  1. Eigentlich finde ich die Kritik im Allgemeinen überzogen. Aber in diesem Fall muss ich den Kritikern einfach zustimmen. Das war nicht ok und gerade von der Tagesschau erwarte ich einfach einwandfreien Journalismus. Und wenn Fehler passieren, sollte man diese auch eingestehen. Dr. Gniffke hat das aber nicht so gehalten.

  2. Ich beobachte ja mit Interesse, wie du mit WP-Themes zügig experimentierst – und möchte nur anmerken, dass DIESES Template viel angenehmer „Titelbild & Text“ rüber bringt als dieses „Breitwandformat“, das einen so dominant anspringt!

    Zum Inhalt: Die Kritik halte ich für überzogen, finde aber auch, dass man am Ende hätte erwähnen können, dass die Politiker aus Sicherheitsgründen weit VOR dem Volk fürs Foto „zusammen standen.“
    Je nachdem, wie man in dieser Situation „Sicherheitsinteressen“ anerkennt oder nicht, wird man den Politiker-Auftritt abgesondert vom Volk als verständlich/unvermeidbar – oder eben als heuchlerische Inszenierung ansehen.
    Mir kommts nicht so drauf an, wie punktgenau die vor der Demo standen oder sehr viel weiter vorne… Schließlich sind sie alle leibhaftig dort aufgeschienen – und wer die Welt vornehmlich durch Monitore wahrnimmt, weiß, was das für ein Aufwand ist! :-))

    1. @ClaudiaBerlin: Ich stimme dir zu, dass die Kritik übertrieben ist. Langsam schaukelt sich die Hysterie immer weiter hoch. Es gibt Blogs, die beachtlichen Zuspruch erhalten und die sich in der unglaublichen Art und Weise, wie sie den „Staatsfunk“ kritisieren, den Beifall ihres geneigten Publikums sichern.

      Ich halte die Entwicklung für sehr bedenklich – ohne Übertreibung, und ich glaube, Medienkompetenz ist nicht nur als unser großes Defizit auszumachen, sondern die zu beobachtende Einstellung vieler Leute weist auf eine erodierende Demokratie hin. Gauck hatte vielleicht Recht als er vor Jahr und Tag über die Gefahren durch das Internet hingewiesen hat. Dafür war er – was auch sonst – heftigst kritisiert worden.

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