Du befindest dich hier: HauptthemenMedien

Was hatte Syriza denn konkret angeboten? Eine Resozialdemokratisierung?


 • Letzte Änderung: 7. Feb. 2021  3 Min. 21

Ob die Schimären, die im Moment Karriere machen, ernsthaft diskutiert werden müssen? Ich meine nicht die Hashtags des Hasses gegen Deutschland, die gestern und heute um die Welt waberten und die von zahlreichen Deutschen enthusiastisch gefeiert, kommentiert und retweetet wurden!

Diese sind morgen ebenso Vergangenheit, wie alles, was da in den Sozialen Medien wie bekloppt gepusht wird.

Anders als solche Greuelgeschichten, die Dr. Jonas Wollenhaupt bei Le Bohemien schreibt:

So hat Syriza mit seinem Programm der Resozialdemokratisierung einen qualitativen Unterschied zum Neoliberalismus angeboten, wodurch sofort die Grenzen der Demokratie gezeigt wurden – sie darf eben nur so weit gehen, dass das Marktgeschehen nicht gestört wird. Der Putsch des Kapitals zeigt die Unvereinbarkeit von Demokratie und Kapitalismus.Quelle: Griechenlandkrise: Das Ende der Demokratie – le Bohémien | LINK

Schade, dass Herr Dr. Wollenhaupt die Beschreibung dessen vergessen hat, was Syriza da genau angeboten haben soll? Wahrscheinlich meint er die Steuererhöhungen für die pösen reichen Reeder und überhaupt die Reichen.

Mit einer Privatisierung hatte Tsipras und Syriza bisher gleichermaßen ihre Probleme. Und Renten, nein die Renten sollen es ja auf keinen Fall sein. Obwohl ich immer wieder lese, dass griechische Rentner angeblich ein höheres Rentenniveau hätten als Rentner in vielen anderen Euroländern. Sogar in Deutschland soll es das geben. Aber das stamm ja alles aus der Lügenpresse. Ich sollte mehr Propaganda-Schau und RT deutsch lesen.

Hat es andere Punkt überhaupt gegeben, die ernsthaft als Programm bezeichnet werden können? Ich meine gab es etwas seitens der griechischen Regierung, das diesen Namen verdient hatte und zwar nicht, weil es von den Gläubigern als unzureichend zurückgewiesen wurde?

Ich vermute, Wollenhaupt findet, die Geldgeber sollen mal schön weiterzahlen und höchstens darauf hoffen dürfen, dass alles gut wird? Oder hat er etwas im Auge, das er uns nur nicht verraten wollte?

Wir wissen doch längst, dass kein Euro je von Griechenland zurückgezahlt wird.

[easy-tweet tweet=«Ich hätte gern mal gesehen, was passiert wäre, wenn Griechenland der internationalen Finanzindustrie ausgeliefert geblieben wäre. »]

… ausgeliefert geblieben wäre.

Die Kernpunkte des »Programms« der Griechen waren stets Wechsel auf die Zukunft, von denen europäische Politiker anhand der bisherigen Erfahrungen wussten, dass deren Sicherheit infrage zu stellen ist. Sicher, Themen wie ein Vorgehen gegen Steuerflucht, Korruption und Partikularinteressen klingen gut. Aber was genau war damit gemeint und warum wurden die nötigen Schritte nicht unternommen?

Ich weiß nicht, wie Griechenland heute dastehen würde, hätten die verschiedenen Regierungen die vereinbarten Reformpläne nicht nur zu einem Bruchteil, sondern in großem Umfang umgesetzt. Vielleicht wären wir dann nicht in dieser Lage.

Deutschland und die anderen Geldgeber (es gab eine einstimmige Vereinbarung, die im Internet eigentümlicherweise überhaupt nicht zu zählen scheint) hatten mit der griechischen Regierung unter denkbar schlechten Voraussetzungen zu verhandeln.

Aber diese schlechten Voraussetzungen sind der griechischen Regierung und vom griechischen Volk zu verantworten. Gewählt ist gewählt. Nun gab es ein neues, noch schlechteres Angebot. Das hat nichts mit Demokratiefeindlichkeit zu tun und nichts mit Revanchismus. Verträge müssen eingehalten werden. Das gilt auch für Demokratie und auch für Griechenland. Und auch in schlechten wirtschaftlichen Situationen.

Diesen Vorgang als Putsch hinzustellen und obendrein Deutschland als Sündenbock zu brandmarken halte ich für absoluten Wahnsinn. Vor allem ist das an die Deutschen gerichtet, die zwar sehr viel Meinung haben, es jedoch an konkreten Vorstellungen darüber fehlen lassen, wie man dieser Krise Herr werden kann.

Dafür beschimpfen sie umso vehementer die eigene Regierung. Leute wie Sven Giegold, Grüne, haben bis vor kurzem noch darauf bestanden, dass die Griechen endlich die Reformauflagen umsetzen müssten. Er hat sich immer gegen einen Grexit ausgesprochen, aber sehr wohl für die Umsetzung der Reformen. Wie stellt der Mann sich das unter den gegebenen Umständen konkret vor, wenn die Griechen sich mehrheitlich gegen die Reformpläne entscheiden. Hätte er darauf mal eine Antwort gegeben! Statt dessen bläst er ins Horn all der anderen Linken, die einmal mehr alles besser wissen. Nur besser können tun sie es nicht!

Möchtest du mir zu diesem Artikel eine Mail schreiben? Nur zu.