HORST SCHULTE

Archive


Ich will kein «aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker» mehr sein.

HorstHorst

Hajo Schu­ma­cher schrieb in 2007:

Auf jeden rele­van­ten Blog, und davon gibt es tat­säch­lich eini­ge, kom­men tau­sen­de von zyni­schen Schwät­zern, Recht­ha­bern und muf­fe­li­ge, aus dem Fens­ter pöbeln­de Korin­thenk­a­cker.

Das Bild vom «aus dem Fens­ter pöbeln­den Korin­thenk­a­cker» hat mir schon damals super gefal­len. Ich erken­ne mich unbe­dingt dar­in wie­der.

Erst 3 Jah­re vor Schu­ma­chers Schimpf­ka­no­na­de hat­te ich mit dem Blog­gen ange­fan­gen. Sei­ne abwer­ten­de Ansa­ge hat mich geär­gert, obwohl mir auch damals schon bewusst war, dass viel Wah­res dar­an war.

***

Sei­ne poin­tier­te Kri­tik füh­ren mich zu den Grün­den, die mich dazu bewo­gen haben, Netz­ex­il ein­zu­stel­len.

Ja — viel zu schimp­fen gab es immer für mich. Ob es Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Ärz­te, Beam­te, Kri­ti­ker oder ande­re Leu­te — auch Blog­ger — waren, die ihrer Arbeit mehr oder weni­ger pro­fes­sio­nell nach­gin­gen. Ich hat­te immer das Gefühl, ich soll­te mei­ner Kri­tik frei­en Lauf las­sen. Nach und nach wur­de genau die­ses Nör­ge­li­ge zum Haupt­zweck mei­nes Blogs. Ich weiß, dass tun auch vie­le ande­re. Aber muss ich dazu gehö­ren?

Bis heu­te, Mer­kels gro­ßem Tag, bin ich der Mei­nung, dass die­se Frau (und ich) recht haben und dass es toll ist, dass sie dafür kämpft. Trotz der zahl­rei­chen Maß­nah­men, die etwas ande­res nahe legen und der Flücht­lings­ab­wehr­ge­set­ze, die ihr (aus mei­ner Sicht) durch ihre «Par­tei­freun­de» auf­ok­troy­iert wur­den. Da seht ihrs:  ich kann nicht anders — es geht schon wie­der los.

Dabei habe ich Mer­kel wirk­lich nie gemocht und wäh­len wür­de ich sie auch heu­te nicht. Nur wen dann?

Das ist destruk­tiv und außer­dem iso­liert es. 

Blog­gen soll­te aber das Gegen­teil sein bzw. bewir­ken. Zum Glück gibt es vie­le, die es rich­tig machen. Die­se Blog­ger neh­men sich selbst nicht so wich­tig und vor allem neh­men sie nicht für sich in Anspruch, die Wahr­heit gepach­tet zu haben.

The­men mit poli­ti­scher Bedeu­tung möch­te ich nach Mög­lich­keit gar nicht mehr behan­deln. Wie das so ist, das gan­ze Leben besteht aus Poli­tik — jeden­falls in der einen oder ande­ren Art und Wei­se. Damit redu­ziert sich also das Auf­kom­men mög­li­cher Arti­kel ganz von selbst 🙂 . Wenn ich über was ande­res schrei­ben möch­te, mache ich das. Aller­dings ver­mei­de ich künf­tig kon­tro­ver­se The­men.

Das Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Da habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin 63 Jahre alt und lebe zusammen mit meiner Frau und meiner Schwiegermutter in einem kleinen Ort, nicht weit von Köln entfernt.

Hinterlasse einen Kommentar

16 Kommentare auf "Ich will kein «aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker» mehr sein."

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste
ClaudiaBerlin
Gast
Hm. Man stel­le sich ein Blo­go­ver­sum vor aus nur­mehr «har­mo­ni­schen» Tex­ten, die jede Kon­tro­ver­se scheu­en, Poli­tik mei­den und nie­mals an irgend­wel­chen Akteu­ren Kri­tik äußern! Wäre das wün­schens­wert? Ganz sicher wür­de es den Zei­tungs­ver­la­gen und vie­len Politiker/innen gefal­len! Bit­te nicht falsch ver­ste­hen: mir geht es auch manch­mal auf den Geist, wenn immer nur kri­ti­siert, gar nur rum­ge­pö­belt wird. (Manch­mal tref­fe ich einen inhalt­lich inter­es­san­ten Arti­kel an, der eine mir noch unbe­kann­te Hin­ter­grund­in­fo bringt, das aber mit einer der­art unter­ir­di­schen Wort­wahl ver­sieht, dass ich das auf kei­nen Fall twittern/weiter mel­den wür­de) Und ich kann gut ver­ste­hen, dass jemand mal «die Nase voll»… Read more »
ClaudiaBerlin
Gast
Gott wür­de ich da mal raus­las­sen, christ­li­che Wer­te brau­chen den ja eigent­lich nicht.  Es den­ken noch ziem­lich vie­le Leu­te wie wir. Da hab ich gar kei­ne Zwei­fel. Dass es aber vie­le Grün­de fürs «besorgt sein» gibt, ist auch wahr — und nicht alle, die sich sor­gen, sind rechts­ra­di­kal. Es kommt zum einen dar­auf an, wie sehr man per­sön­lich invol­viert ist und von daher die Gren­zen des Mach­ba­ren sieht, und zum ande­ren dar­auf, ob man auch die Sor­gen um die Aus­wir­kun­gen als legi­ti­me Sor­gen gel­ten lässt. (Wenn also jemand Angst hat, dass immer mehr Flücht­lin­ge zu immer mehr Gewalt von mili­tant reagie­ren­den… Read more »
Peter
Gast
An und für sich woll­te ich aus versch. Grün­den nicht mehr bei Dir kom­men­tie­ren. Einer die­ser ist, das, wenn ich kom­men­tiert hat­te, Du mir zB «recht­ha­be­risch» etwas dar­un­ter­ge­setzt hat­test. Nix gegen kon­tro­ver­se Diskussionen/Kommentare, aber nur so? Des­wei­te­ren ziehst Du mehr oder weni­ger über die im Nega­ti­ven weg, die nichts Poli­ti­sches bzw. in die­se Rich­tung blog­gen? Wie kommst Du auf das schma­le Brett, dass ich mich nicht für Welt­ge­sche­hen, Flücht­lin­ge etc. einsetze/interessiere? Nur weil ich nicht dar­über blog­ge, bedeu­tet also, dass das nicht so ist? So zumin­dest habe ich es bei Dir zwi­schen den Zei­len gele­sen… Für ande­re kann ich schlecht spre­chen,… Read more »
ClaudiaBerlin
Gast

@Peter: get­wit­tert hab ich die­sen Post — wie ich auch dei­ne Bei­trä­ge gele­gent­lich twit­te­re.

Ich fin­de, als Blog­ger muss man gera­de NICHT kon­se­quent sein, son­dern darf sich mit der eige­nen jewei­li­gen Ver­wir­rung und den pha­sen­wei­sen Unklar­hei­ten ruhig zei­gen. Obwohl: viel­leicht wird das bei Frau­en eher akzep­tiert als bei Män­nern, jeden­falls zie­he ich in der Regel kaum Kri­tik auf mich, wenn ich über «unpo­li­ti­sche Blogs» kla­ge oder mich umge­kehrt über «immer nur Rum­schimp­fen» auf­re­ge — je nach aktu­el­ler per­sön­li­cher Befind­lich­keit. Bei­des ist schon vor­ge­kom­men, und nicht nur ein­mal…

Lasst uns nach vor­ne bli­cken und blog­gen, wie es gra­de kommt! 🙂

Peter
Gast

@ Clau­dia: dann sind wir kon­trä­rer Mei­nung . Ich zie­he ein — zumin­dest ansatz­wei­se — kon­se­quen­tes Vor­ge­hen vor.

Tür­lich ist dies jedem selbst über­las­sen — da mache ich kei­nen Unter­schied zwi­schen den Geschlech­tern, aber ich hal­te es für sinn­vol­ler, einem roten Faden zu fol­gen. Gefällt mir bes­ser, als «rinn inne Katuf­feln, raus ausse Katuf­feln».

Einer der Kom­men­tie­ren­den hat es eben­falls in die­se Rich­tung geschrie­ben… 😉

Hans
Gast

Die Ent­schei­dung ist zu akzep­tie­ren und das tue ich. Ver­ste­hen tue ich sie indes nicht ganz. Ich hab erst über­legt, viel­leicht mag es gut sein mal Bal­last abzu­wer­fen, so man das Geschrie­be­ne als sol­ches betrach­tet., aber alles, was geb­loggt wird, ist doch Teil mei­nes «Blog­ger-Lebens». War­um eine Ent­wick­lung löschen?
Es geht mich aber in ers­ter Linie über­haupt nichts an, daher ist es müßig sich Gedan­ken zu machen und sie zu wer­ten.

Ich freu mich jeden­falls, wenn du Horst nicht von der Blog­bild­flä­che ver­schwin­dest.

Peter
Gast

@ Horst
auf mei­ne Fra­gen bist Du lei­der nicht ein­ge­gan­gen.

Tip­fäh­ler sind gewollt, und die­nen der Unter­halt­sam­keit der Lesen­den, soll­test Du doch noch von Dei­nen FB-Zei­ten ken­nen… 😉

Übri­gens: Kri­tik und Lob gehö­ren imho zuein­an­der. Kon­struk­tiv gemein­te Kri­tik ins Posi­ti­ve zu keh­ren , fällt eben lei­der nicht jedem leicht… ;-D

IG genom­men ist es ja noch beim alten geblie­ben, nur eben auf drei Blogs.
Wün­sche Dir dafür Durch­hal­te­ver­mö­gen.

Peter
Gast

@ Horst: ok, damit ist der Lol­li für mich gelutscht.

Schau­en wir, wie es wei­ter­geht… 😉

Peter
Gast

nu geit dat wie jüm­mers wei­der, een Unner­schied?
jau, vor Domäns un dwid­der — oalns bim ollen 😉

trackback

[…] Ich will kein „aus dem Fens­ter pöbeln­der Korin­thenk­a­cker“ mehr sein. – Horst Schul­te […]

trackback

[…] ver­fasst. Die Reso­nanz ging gegen Null. Ich glau­be, ich habe die Leu­te damit ein­fach nur genervt. Zu viel Mei­nung ist aus mei­ner Sicht also nicht unbe­dingt ein […]

wpDiscuz