Ich will kein «aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker» mehr sein.

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Hajo Schu­ma­cher schrieb in 2007:

Auf jeden rele­van­ten Blog, und davon gibt es tat­säch­li­ch eini­ge, kom­men tau­sen­de von zyni­schen Schwät­zern, Recht­ha­bern und muf­fe­li­ge, aus dem Fens­ter pöbeln­de Korin­then­ka­cker.

Das Bild vom «aus dem Fens­ter pöbeln­den Korin­then­ka­cker» hat mir schon damals super gefal­len. Ich erken­ne mich unbe­dingt dar­in wie­der.

Erst 3 Jah­re vor Schu­ma­chers Schimpf­ka­no­na­de hat­te ich mit dem Blog­gen ange­fan­gen. Sei­ne abwer­ten­de Ansa­ge hat mich geär­gert, obwohl mir auch damals schon bewusst war, dass viel Wah­res dar­an war.

***

Sei­ne poin­tier­te Kri­tik füh­ren mich zu den Grün­den, die mich dazu bewo­gen haben, Netz­e­xil ein­zu­stel­len.

Ja — viel zu schimp­fen gab es immer für mich. Ob es Poli­ti­ker, Jour­na­lis­ten, Ärz­te, Beam­te, Kri­ti­ker oder ande­re Leu­te — auch Blog­ger — waren, die ihrer Arbeit mehr oder weni­ger pro­fes­sio­nell nach­gin­gen. Ich hat­te immer das Gefühl, ich soll­te mei­ner Kri­tik frei­en Lauf las­sen. Nach und nach wur­de gen­au die­ses Nör­ge­li­ge zum Haupt­zweck mei­nes Blogs. Ich weiß, dass tun auch vie­le ande­re. Aber muss ich dazu gehö­ren?

Bis heu­te, Mer­kels gro­ßem Tag, bin ich der Mei­nung, dass die­se Frau (und ich) recht haben und dass es toll ist, dass sie dafür kämpft. Trotz der zahl­rei­chen Maß­nah­men, die etwas ande­res nahe legen und der Flücht­lings­ab­wehr­ge­set­ze, die ihr (aus mei­ner Sicht) durch ihre «Par­tei­freun­de» auf­ok­troy­iert wur­den. Da seht ihrs:  ich kann nicht anders — es geht schon wie­der los.

Dabei habe ich Mer­kel wirk­li­ch nie gemocht und wäh­len wür­de ich sie auch heu­te nicht. Nur wen dann?

Das ist destruk­tiv und außer­dem iso­liert es. 

Blog­gen soll­te aber das Gegen­teil sein bzw. bewir­ken. Zum Glück gibt es vie­le, die es rich­tig machen. Die­se Blog­ger neh­men sich selbst nicht so wich­tig und vor allem neh­men sie nicht für sich in Anspruch, die Wahr­heit gepach­tet zu haben.

The­men mit poli­ti­scher Bedeu­tung möch­te ich nach Mög­lich­keit gar nicht mehr behan­deln. Wie das so ist, das gan­ze Leben besteht aus Poli­tik — jeden­falls in der einen oder ande­ren Art und Wei­se. Damit redu­ziert sich also das Auf­kom­men mög­li­cher Arti­kel ganz von selbst 🙂 . Wenn ich über was ande­res schrei­ben möch­te, mache ich das. Aller­dings ver­mei­de ich künf­tig kon­tro­ver­se The­men.

Horst
Das Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Da habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin 63 Jahre alt und lebe zusammen mit meiner Frau und meiner Schwiegermutter in einem kleinen Ort, nicht weit von Köln entfernt.

16 thoughts on “Ich will kein «aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker» mehr sein.”

  1. Hm.
    Man stel­le sich ein Blo­go­ver­sum vor aus nur­mehr «har­mo­ni­schen» Tex­ten, die jede Kon­tro­ver­se scheu­en, Poli­tik mei­den und nie­mals an irgend­wel­chen Akteu­ren Kri­tik äußern! Wäre das wün­schens­wert? Ganz sicher wür­de es den Zei­tungs­ver­la­gen und vie­len Politiker/innen gefal­len!

    Bit­te nicht fal­sch ver­ste­hen: mir geht es auch manch­mal auf den Geist, wenn immer nur kri­ti­siert, gar nur rum­ge­pö­belt wird. (Manch­mal tref­fe ich einen inhalt­li­ch inter­es­san­ten Arti­kel an, der eine mir noch unbe­kann­te Hin­ter­grund­in­fo bringt, das aber mit einer der­art unter­ir­di­schen Wort­wahl ver­sieht, dass ich das auf kei­nen Fall twittern/weiter mel­den wür­de) Und ich kann gut ver­ste­hen, dass jemand mal «die Nase voll» hat vom Brand­re­den hal­ten, sich empö­ren, wenn das zur ein­zi­gen Form des Blog­gens gewor­den ist.
    Aber der Aus­sa­ge
    «Das ist destruk­tiv und außer­dem iso­liert es.
    Blog­gen soll­te aber das Gegen­teil sein bzw. bewir­ken. Zum Glück gibt es vie­le, die es rich­tig machen. »
    möch­te ich doch wider­spre­chen. Es gibt da kein «rich­tig» und «fal­sch», son­dern ledig­li­ch das, was einem per­sön­li­ch gra­de gut tut, bzw. als rich­tig erscheint.
    Was ist es denn, was am Welt-Kri­ti­sie­ren auf Dau­er stört? Man ver­zwei­felt schnell an der eige­nen Wir­kungs­lo­sig­keit, ins­be­son­de­re dann, wenn nicht kom­men­tiert wird. Wird aber mal VIEL kom­men­tiert zu einem bri­san­ten The­ma, hat man evl. Leu­te aus der Hass-Frak­ti­on auf dem Blog, die die Stim­mung erst recht in den Kel­ler drü­cken. Aller­dings nur, wenn man die qua­si extra «ruft» durch breit­flä­chi­ge Bekannt­ma­chung.

    Von Stamm­le­sern nicht kom­men­tiert wird oft das, was mit «ja, klar, Recht hat er!» abge­hakt ist. Ich glau­be, dass dein Netz­e­xil DARAN gekrankt hat. Etwas sagen, was vie­le sagen und den­ken… nun ja, wo ist da der Anreiz, zu kom­men­tie­ren?

    Span­nend wird es m.E. erst wie­der dann, wenn man sich traut, ein wenig tie­fer zu gehen und per­sön­li­cher zu wer­den. Was macht das alles mit MIR? Wie gehe ich mit dem Frust um? Hab ich die Kon­tro­ver­se auch im per­sön­li­chen Umfeld und was hat das für Fol­gen? (auch das kann man so abs­tra­hiert behan­deln, dass man nie­man­des Pri­va­cy stört!). 

    Oder: War­um kann/will ich eigent­li­ch NICHT Mer­kel wäh­len? (Wenn heu­te gewählt wür­de) Aus lin­ker Tra­di­ti­on? Weil ich lie­ber Parteien/Politiker wäh­le, die viel kri­ti­sie­ren, aber noch nie im Leben sowas aus­ge­hal­ten und durch­ge­zo­gen haben wie Mer­kel seit letz­tem Som­mer? Die in der Regel «umfal­len», sobald sie an der Macht sind?

    Das sind nur Bei­spie­le — das per­sön­li­che­re Her­an­ge­hen inspi­riert Leser dazu, die eige­ne Hal­tung zu reflek­tie­ren. Was durch­aus zu Kom­men­ta­ren füh­ren kann! 

    Genug. Du magst ja der­zeit kei­ne Kon­tro­ver­sen! 🙂 So ist es auch nicht gemeint, mehr so als Trost und Inspi­ra­ti­on!

  2. Dei­ne Beden­ken sind wohl berech­tigt. Es wäre ein tris­tes Unter­fan­gen, unter sol­chen Umstän­den im Inter­net zu lesen. Obwohl — manch­mal wün­sche ich es mir fast. 🙂

    Auf mich wirk­te es eigen­ar­tig, wenn ich — was sel­ten war aber doch vor­kam — mal wegen eines Tex­tes gelobt wur­de. Ich erin­ne­re mich, dass manch­mal die Rede davon war, dass ich mir mei­ne gan­ze Wut oder mei­nen Frust von der See­le geschrie­ben hät­te. Des­halb soll der Text gut gewe­sen sein? Gen­au das mei­ne ich. War­um tut man sowas? Es ist doch wirk­li­ch Bana­ne, ob irgend­wer in irgend­ei­nem Blog sei­ne Empö­rung über die­ses oder jenes her­aus­schreibt. Das ändert rein gar nichts. 

    Die­se Bin­se ist mir auch tat­säch­li­ch schon vor län­ge­rer Zeit in den Sinn gekom­men :-). Nur brau­che ich grund­sätz­li­ch immer etwas län­ger als ande­re, um Erkennt­nis­se auch mal in eige­nes Ver­hal­ten umzu­set­zen. Jetzt war es so weit.

    Du hast den Zusam­men­hang wohl völ­lig rich­tig erkannt. Da schreibt man sich einen Knick ab und hat das Gefühl, dass alles immer nur schlim­mer wird. Wie blöd, wenn man etwas ande­res erwar­tet hat. Und — sei­en wir ehr­li­ch — an man­chen Stel­lung­nah­men zu mei­nem Ent­schluss wur­de doch nur wie­der rum­ge­mä­kelt. Ich emp­fin­de das als unver­schämt. Aber so ist die Blog­sphä­re halt. Und ich habe mit mei­nem eige­nen Ver­hal­ten dazu bei­ge­tra­gen. Ich hof­fe, dass die­se Ein­sicht wenigs­tens in mei­nem Text trans­por­tiert wur­de. Oft habe ich näm­li­ch das Gefühl, dass ich mich nicht klar genug aus­drü­cke. Man­che geben einem die­ses Gefühl jeden­falls. Und ich bin für mich zu dem Schluss gekom­men, dass das wohl nur allein an mir liegt.

    Ich habe ganz und gar nicht das Gefühl, dass vie­le genauso über die aktu­el­le Lage unse­rer Welt den­ken. Ganz im Gegen­teil. Das Geme­cker, Gestöh­ne und Geschimp­fe nimmt immer gräss­li­che­re For­men an. Mer­kel wird dar­über stür­zen. Dar­an glau­be ich inzwi­schen auch. Es bleibt mir also tat­säch­li­ch erspart, CDU zu wäh­len. Wenn die Ent­schei­dung ansteht, ist sie höchst­wahr­schein­li­ch Geschich­te. Und der gesam­te Zusam­men­hang wirft auf Euro­pa und Deutsch­land ein fah­les Licht. 70 Jah­re nach dem Drit­ten Reich hät­te ich schwö­ren kön­nen, wir wären wei­ter gewe­sen. Aber die Dumm­heit stirbt nicht aus. Der Men­sch ist und bleibt ein Indi­vi­du­um, das offen­bar zu nichts ande­rem in der Lage ist, wie sei­ne vier­bei­ni­gen Mit­be­woh­ner des Pla­ne­ten. Alles, was fremd ist oder wirkt, muss bekämpft wer­den. Für Gesamt­zu­sam­men­hän­ge ist an die­ser Stel­le kein Platz. Bloß nichts von dem abge­ben, von dem man aus­geht, dass es einem zuste­hen wür­de. Sehr christ­li­ch ist das nicht. Aber wer glaubt heu­te schon noch an Gott?

  3. Gott wür­de ich da mal raus­las­sen, christ­li­che Wer­te brau­chen den ja eigent­li­ch nicht. 

    Es den­ken noch ziem­li­ch vie­le Leu­te wie wir. Da hab ich gar kei­ne Zwei­fel. Dass es aber vie­le Grün­de fürs «besorgt sein» gibt, ist auch wahr — und nicht alle, die sich sor­gen, sind rechts­ra­di­kal. Es kommt zum einen dar­auf an, wie sehr man per­sön­li­ch invol­viert ist und von daher die Gren­zen des Mach­ba­ren sieht, und zum ande­ren dar­auf, ob man auch die Sor­gen um die Aus­wir­kun­gen als legi­ti­me Sor­gen gel­ten lässt. (Wenn also jemand Angst hat, dass immer mehr Flücht­lin­ge zu immer mehr Gewalt von mili­tant reagie­ren­den Bür­gern füh­ren…).

    Mer­kel «stürzt» nur, wenn sie das will bzw. so ent­schei­det. Sie kann sich ja auch dem Druck noch mehr beu­gen und anpas­sen, womit sie an der Macht blie­be, aber in unse­rer Ach­tung sin­ken wür­de — und jeg­li­ches Nach­den­ken über «Mer­kel wäh­len» Geschich­te wäre. Einen guten Platz in die­ser hat sie aber ver­dient.

    «Da schreibt man sich einen Knick ab und hat das Gefühl, dass alles immer nur schlim­mer wird. Wie blöd, wenn man etwas ande­res erwar­tet hat. »

    Blog­gen ent­fal­tet sei­ne Wir­kung im klei­nen Kreis. Nicht indem man tut, als sei man ein Kolum­nist im Groß­me­di­um. Den klei­nen Kreis gewinnt man wie­der­um durch per­sön­li­che­res Blog­gen — wie ich oben in Bei­spie­len ange­ris­sen habe. Man zeigt sich als ver­letz­li­cher Men­sch, nicht nur mit der Wut und dem Mut, sie aus­zu­drü­cken, son­dern auch mit der Ver­zweif­lung und dem per­sön­li­chen Umgang damit — ohne das nun zu über­hö­hen. Ich kann jeden­falls nicht so tun, als wäre ich von früh bis spät ver­zwei­felt, meist gehe ich mei­nen All­tags­be­schäf­ti­gun­gen nach und bin ganz guter Dín­ge. Die per­sön­li­che Igno­ranz gegen­über dem Bösen gehört auch zur gan­zen per­sön­li­chen Wahr­heit — wir sind nicht 24/7 «Gut­men­schen», um zu prä­zi­sie­ren, was ich mei­ne.

    Na, ich finds jeden­falls gut, dass du hier wei­ter bloggst! Mal schau­en, was so Per­sön­li­che­res kommt…

  4. An und für sich woll­te ich aus ver­sch. Grün­den nicht mehr bei Dir kom­men­tie­ren. Einer die­ser ist, das, wenn ich kom­men­tiert hat­te, Du mir zB «recht­ha­be­ri­sch» etwas dar­un­ter­ge­setzt hat­test. Nix gegen kon­tro­ver­se Diskussionen/Kommentare, aber nur so?

    Des­wei­te­ren ziehst Du mehr oder weni­ger über die im Nega­ti­ven weg, die nichts Poli­ti­sches bzw. in die­se Rich­tung blog­gen? Wie kommst Du auf das schma­le Brett, dass ich mich nicht für Welt­ge­sche­hen, Flücht­lin­ge etc. einsetze/interessiere? Nur weil ich nicht dar­über blog­ge, bedeu­tet also, dass das nicht so ist? So zumin­dest habe ich es bei Dir zwi­schen den Zei­len gele­sen…

    Für ande­re kann ich schlecht spre­chen, bin aber über­zeugt, dass auch die­se so ähn­li­ch den­ken.

    Mein Grund ist — obwohl ich nie­man­dem eine Erklä­rung schul­dig bin, was ich wie blog­ge — ich wür­de damit abso­lut nichts an der Lage ändern. Auch wenn ich noch so echauf­fiert wie Du in der Ver­gan­gen­heit drü­ber geschrie­ben hät­te.

    Zudem bin ver­wirrt: erst gehst Du ins Exil, schmeisst alle Soci­al-Medi­en über den Hau­fen, dann wie­der über drei Domains + Twit­ter… — soll natür­li­ch Dei­ne «Sup­pe» sein, soll auch kei­ne Fin­dung irgend­wel­cher Haa­re dar­in sein — nur wie Kon­se­quent ist das denn?

    So eine rich­ti­ge Linie kann ich dar­in nicht erken­nen.

    Ich hof­fe, dass ich nicht wie­der so was wie «behalt Dei­ne dähm­li­che Mei­nung für Dich» als Rück­mel­dung erhal­te… 😉

  5. @Peter: get­wit­tert hab ich die­sen Post — wie ich auch dei­ne Bei­trä­ge gele­gent­li­ch twit­te­re.

    Ich fin­de, als Blog­ger muss man gera­de NICHT kon­se­quent sein, son­dern darf sich mit der eige­nen jewei­li­gen Ver­wir­rung und den pha­sen­wei­sen Unklar­hei­ten ruhig zei­gen. Obwohl: viel­leicht wird das bei Frau­en eher akzep­tiert als bei Män­nern, jeden­falls zie­he ich in der Regel kaum Kri­tik auf mich, wenn ich über «unpo­li­ti­sche Blogs» kla­ge oder mich umge­kehrt über «immer nur Rum­schimp­fen» auf­re­ge — je nach aktu­el­ler per­sön­li­cher Befind­lich­keit. Bei­des ist schon vor­ge­kom­men, und nicht nur ein­mal…

    Lasst uns nach vor­ne bli­cken und blog­gen, wie es gra­de kommt! 🙂

  6. @ Clau­dia: dann sind wir kon­trä­rer Mei­nung . Ich zie­he ein — zumin­dest ansatz­wei­se — kon­se­quen­tes Vor­ge­hen vor.

    Tür­li­ch ist dies jedem selbst über­las­sen — da mache ich kei­nen Unter­schied zwi­schen den Geschlech­tern, aber ich hal­te es für sinn­vol­ler, einem roten Faden zu fol­gen. Gefällt mir bes­ser, als «rinn inne Katuf­f­eln, raus aus­se Katuf­f­eln».

    Einer der Kom­men­tie­ren­den hat es eben­falls in die­se Rich­tung geschrie­ben… 😉

  7. Die Ent­schei­dung ist zu akzep­tie­ren und das tue ich. Ver­ste­hen tue ich sie indes nicht ganz. Ich hab erst über­legt, viel­leicht mag es gut sein mal Bal­last abzu­wer­fen, so man das Geschrie­be­ne als sol­ches betrach­tet., aber alles, was geb­loggt wird, ist doch Teil mei­nes «Blog­ger-Lebens». War­um eine Ent­wick­lung löschen?
    Es geht mich aber in ers­ter Linie über­haupt nichts an, daher ist es müßig sich Gedan­ken zu machen und sie zu wer­ten.

    Ich freu mich jeden­falls, wenn du Hor­st nicht von der Blog­bild­flä­che ver­schwin­dest.

  8. @Hans, du hast es gut getrof­fen. Es ging vor­wie­gend dar­um, Bal­last abzu­wer­fen. @Claudia hat die Fra­ge gestellt, wie «ins Exil» gehen, zu bewer­ten sei und die Ant­wort selbst gege­ben. Ich habe das Netz­e­xil ein­ge­stellt und ver­su­che es jetzt bes­ser zu machen. Dazu gehört, dass ich (trotz der wei­ter­be­stehen­den Blogs) weni­ger blog­ge und bestimm­te The­men mög­lichst ver­mei­de.

    VG Hor­st

  9. @Peter, zuer­st hof­fe ich, dass ich nicht wirk­li­ch «däm­li­ch» mit h geschrie­ben habe. Wenn doch, Schan­de über mich. 

    Wahr­schein­li­ch habe ich Men­schen manch­mal in Arti­keln und Kom­men­ta­ren belei­digt. Dafür ent­schul­di­ge ich mich. 

    Aller­dings sind vie­le von die­sen auch mit mir nicht gera­de zim­per­li­ch umge­gan­gen. Und zwar durch­aus in pro­ak­ti­ver Form. Trotz­dem war es fal­sch von mir, so zu reagie­ren, wie ich das zum Teil gemacht habe. Da hel­fen kei­ne Aus­flüch­te. Ich habe mich hier­für zu ent­schul­di­gen.

    Ja, ich blog­ge wei­ter. Etwas ande­res hat­te ich aber auch nicht geschrie­ben. Oder doch? Es ging mir beim Netz­e­xil dar­um, dass ich mich zu sehr dar­auf fixiert hat­te, die The­men auf­zu­neh­men, die mich im nega­ti­ven Sin­ne beein­druckt haben. Dabei sind die Gäu­le zu oft mit mir durch­ge­gan­gen. Irgend­wann ist mir das klar gewor­den und so habe ich die Kon­se­quenz gezo­gen, das Netz­e­xil zu beer­di­gen.

    Man kann immer dana­ch fra­gen, in wel­cher Art und Wei­se Kri­tik zu üben ist. Oder ob man dies grund­sätz­li­ch unter­las­sen soll­te. Da muss jeder sei­nen Stil fin­den. Nie­mand zwingt uns, den Stil des ande­ren gut zu fin­den. Das ist eine der Frei­hei­ten, die wir als Blog­ger haben. Ein Pfund für uns Blog­ger ist, dass mit die­sem Hob­by kei­ne exis­ten­zi­el­len Aspek­te ver­bun­den sind. 

    VG Hor­st

  10. @ Hor­st
    auf mei­ne Fra­gen bist Du lei­der nicht ein­ge­gan­gen.

    Tip­fäh­ler sind gewollt, und die­nen der Unter­halt­sam­keit der Lesen­den, soll­test Du doch noch von Dei­nen FB-Zei­ten ken­nen… 😉

    Übri­gens: Kri­tik und Lob gehö­ren imho zuein­an­der. Kon­struk­tiv gemein­te Kri­tik ins Posi­ti­ve zu keh­ren , fällt eben lei­der nicht jedem leicht… ;-D

    IG genom­men ist es ja noch beim alten geblie­ben, nur eben auf drei Blogs.
    Wün­sche Dir dafür Durch­hal­te­ver­mö­gen.

  11. @Claudia: Ein­ver­stan­den. Las­sen wir Gott also da raus :-/

    Mer­kel hat es nicht ganz allein in der Hand. Ein kon­struk­ti­ver Miss­trau­ens­an­trag liegt aber eher im theo­re­ti­schen Bereich. Trotz See­ho­fer wird die Uni­on die­sen Schritt nicht tun und die SPD wird sich anhand ihrer Umfra­ge­wer­te auch nicht trau­en.

    Ich schät­ze die Mög­lich­keit, dass sie selbst zu die­sem Ent­schluss (Rück­tritt) kom­men könn­te, nicht als so gering ein. Wir erle­ben, dass der Rück­halt in Euro­pa und Deutsch­land auf einem Tief­punkt ange­langt ist. Wenn sie auf­grund des Druck ihre Posi­ti­on in der Flücht­lings­kri­se umkeh­ren oder in noch grö­ße­rem Umfang davon abwei­chen, könn­te sie zu dem Schluss kom­men, dass sie weder das Land noch die CDU wei­ter füh­ren möch­te. Aller­dings weiß ich nicht, wie sie mit einem Gesichts­ver­lust umgeht. 

    Ger­hard Baum hat im Köl­ner Stadt-Anzei­ger einen inter­es­san­ten Gast­bei­trag geschrie­ben, der lei­der nicht online zur Ver­fü­gung steht. Dar­in nimmt er u.a. Stel­lung zu dem Gut­ach­ten des ehe­ma­li­gen Ver­fas­sungs­rich­ters di Fabio, das die CSU bei die­sem in Auf­trag gege­ben hat­te. Baum bestrei­tet, dass die Regie­rung in der Flücht­lings­kri­se ver­fas­sungs­wid­rig gehan­delt hät­te. Er sieht aller­dings, wie die­ser Vor­gang (der Streit um die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit) die Hand­lungs­fä­hig­keit und Glaub­wür­dig­keit der Regie­rung beein­träch­tigt hät­te. Er sagt u.a. «Die Ent­fer­nung bür­ger­li­cher Schich­ten von den Grund­wer­ten unse­rer Gesell­schaft erin­nert fatal an die Situa­ti­on in der Wei­ma­rer Repu­blik».

    Es ist eine Ein­zel­mei­nung. Aber für mich hat Baums Wort immer noch gro­ßes Gewicht. Ich glau­be auch, dass es immer noch vie­le Leu­te im Land gibt, die so oder ähn­li­ch dar­über den­ken. Aber nie hät­te ich es für mög­li­ch gehal­ten, dass das demo­kra­ti­sche Fun­da­ment in die­ser Bewäh­rungs­pro­be so brü­chig erscheint.

    VG Hor­st

  12. @Peter: Ich dach­te, der Arti­kel selbst oder mein Kom­men­tar hät­ten die Fra­gen beant­wor­tet.

    Ja, ich war (manch­mal) recht­ha­be­ri­sch. Obwohl ich das eigent­li­ch nicht woll­te. Nun ent­schul­di­ge ich mich dafür. Auch ganz aus­drück­li­ch bei dir.

    Des­wei­te­ren ziehst Du mehr oder weni­ger über die im Nega­ti­ven weg, die nichts Poli­ti­sches bzw. in die­se Rich­tung blog­gen?

    Viel­leicht habe ich das getan. Wenn ja, ent­schul­di­ge ich mich auch dafür. 

    Wie kommst Du auf das schma­le Brett, dass ich mich nicht für Welt­ge­sche­hen, Flücht­lin­ge etc. einsetze/interessiere?

    Ich weiß, dass gera­de du in die­ser Hin­sicht sehr viel tust. Bei ent­spre­chen­den Gele­gen­hei­ten habe ich das in den Kom­men­ta­ren auf dei­nem Blog auch aus­drück­li­ch gewür­digt. Lei­der gibt es, das sehe ich immer noch so, zu wenig Leu­te, die sich in ihren Blogs mit dem The­ma aus­ein­an­der­set­zen. Auch in die­sem Punkt hast du recht. Jeder muss selbst wis­sen, wor­über er bloggt. Mir steht es nicht zu, ande­ren zu sagen, ob ihre The­men gut oder schlecht sind. Das woll­te ich eigent­li­ch auch nie tun. Scha­de, dass das so fal­sch rüber­ge­kom­men ist.

    Zudem bin ver­wirrt: erst gehst Du ins Exil, schmeisst alle Soci­al-Medi­en über den Hau­fen, dann wie­der über drei Domains + Twit­ter… – soll natür­li­ch Dei­ne „Sup­pe“ sein, soll auch kei­ne Fin­dung irgend­wel­cher Haa­re dar­in sein – nur wie Kon­se­quent ist das denn?

    So eine rich­ti­ge Linie kann ich dar­in nicht erken­nen.

    Das Netz­e­xil ist im Exil. Ich nicht. Die 4 Blogs behan­deln unter­schied­li­che The­men­ge­bie­te. Dar­un­ter ist noch eines, das sich mit poli­ti­schem Kram befasst. Als Blog­gen wür­de ich das aber nicht bezeich­nen. Das ist ein «schlech­ter» Ersatz für FB und Goo­gle+.
    Einen Twit­ter-Account habe ich übri­gens noch. Der geht aller­dings auf Spar­flam­me. @Netzexil hat­te bei Twit­ter noch so ca. 3000 Fol­lo­wer. Jetzt liegt die Zahl bei unter 20. 🙂

    VG Hor­st

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