Ich will kein „aus dem Fenster pöbelnder Korinthenkacker“ mehr sein.

Hajo Schumacher schrieb in 2007:

Auf jeden relevanten Blog, und davon gibt es tatsächlich einige, kommen tausende von zynischen Schwätzern, Rechthabern und muffelige, aus dem Fenster pöbelnde Korinthenkacker.

Das Bild vom „aus dem Fenster pöbelnden Korinthenkacker“ hat mir schon damals super gefallen. Ich erkenne mich unbedingt darin wieder.

Erst 3 Jahre vor Schumachers Schimpfkanonade hatte ich mit dem Bloggen angefangen. Seine abwertende Ansage hat mich geärgert, obwohl mir auch damals schon bewusst war, dass viel Wahres daran war.

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Seine pointierte Kritik führen mich zu den Gründen, die mich dazu bewogen haben, Netzexil einzustellen.

Ja — viel zu schimpfen gab es immer für mich. Ob es Politiker, Journalisten, Ärzte, Beamte, Kritiker oder andere Leute – auch Blogger – waren, die ihrer Arbeit mehr oder weniger professionell nachgingen. Ich hatte immer das Gefühl, ich sollte meiner Kritik freien Lauf lassen. Nach und nach wurde genau dieses Nörgelige zum Hauptzweck meines Blogs. Ich weiß, dass tun auch viele andere. Aber muss ich dazu gehören?

Bis heute, Merkels großem Tag, bin ich der Meinung, dass diese Frau (und ich) recht haben und dass es toll ist, dass sie dafür kämpft. Trotz der zahlreichen Maßnahmen, die etwas anderes nahe legen und der Flüchtlingsabwehrgesetze, die ihr (aus meiner Sicht) durch ihre „Parteifreunde“ aufoktroyiert wurden. Da seht ihrs:  ich kann nicht anders — es geht schon wieder los.

Dabei habe ich Merkel wirklich nie gemocht und wählen würde ich sie auch heute nicht. Nur wen dann?

Das ist destruktiv und außerdem isoliert es.

Bloggen sollte aber das Gegenteil sein bzw. bewirken. Zum Glück gibt es viele, die es richtig machen. Diese Blogger nehmen sich selbst nicht so wichtig und vor allem nehmen sie nicht für sich in Anspruch, die Wahrheit gepachtet zu haben.

Themen mit politischer Bedeutung möchte ich nach Möglichkeit gar nicht mehr behandeln. Wie das so ist, das ganze Leben besteht aus Politik – jedenfalls in der einen oder anderen Art und Weise. Damit reduziert sich also das Aufkommen möglicher Artikel ganz von selbst 🙂 . Wenn ich über was anderes schreiben möchte, mache ich das. Allerdings vermeide ich künftig kontroverse Themen.