Aber die Rechten in Europa sind sich einig

Wenigstens die Rechten in Europa zeigen Einigkeit. Wenn es gegen Deutschland geht, konkret um die Flüchtlingspolitik der deutschen Regierung. Dass die deutschen Rechtsextremen mitschunkeln ist nichts Neues und insofern keine Überraschung. Sie suhlen sich mit ihren europäischen Gesinnungsgenossen im Bewusstsein, es schon immer gewusst zu haben.

Die stark polarisierte deutsche Debatte lädt die Osteuropäer geradezu ein, den hiesigen Verschwörungstheorektikern zu folgen und deren Argumente aufzunehmen (Lügenpresse, Systempresse etc.) und für ihre Zwecke auszuschmücken.

Politische Korrektheit, igitt, wo gibt es denn so etwas?! Ich bitte nicht um mildernde Umstände. Aber was hätten die wohl über ein Deutschland gesagt, dass sich so benommen hätte wie die Tschechen, Ungarn und neuerdings Polen?

Die links/grün versifften Gutmenschen haben also diesen Staat verdorben und sind deshalb an allem Schuld, was zu den rechtsnationalen Überzeugungen quer im öffentlichen Raum steht.

Keiner schert sich mehr um die zerstörerischen Kräfte, die dadurch auf Europa wirken. Und genau das kommt diesen Leuten zu pass. Renationalisierung ist angesagt. Die rückwärtsgewandte Gesinnung verspricht noch Wählerstimmen. Es schallt aus Europa, nicht nur aus östlicher Richtung, dass Liberalität, Humanismus, Rechtsstaatlichkeit und andere Werte nur nerven und unseren „modernen“ Positionen zuwiderlaufen.

So viele Leute sind von einer neuen rechten Ideologie überzeugt, dass sie überhaupt nichts anderes mehr gelten lassen wollen. Ob sich alle im Klaren darüber sind, was und wem sie den Weg damit bereiten? Ich dachte, unsere Überzeugungen hätten eine andere Halbwertszeit.

Auch die Osteuropäer, die nach Köln ihre menschenverachtende Haltung bestätigt sehen, verhöhnen die politische Korrektheit der Leute. [highlight1]Sie klingen nicht anders, als die ekelhaften Rassisten bei uns.[/highlight1]

So steht es in einem Spon-Artikel von heute (Köln: Osteuropäer verhöhnen politische Korrektheit der Deutschen – SPIEGEL ONLINE | Quelle)

Vorher war es der moralische Imperialismus oder die Dummheit, die den Gutmenschen unter uns Deutschen, vor allem jedoch unserer Regierung vorgehalten wurde. Immer bezog sich das im Wesentlichen auf die angebliche Signalwirkung, die von Merkels „Einladung an die Flüchtlinge“, die in Wahrheit nichts anderes war als eine große humanitäre Geste, ausgegangen sei.

Viele Leute scheinen nicht richtig rechnen zu können.

Einen Monat, bevor Merkel den Schritt gemacht hatte, für den sie verdammt wird, hatte das BAMF bereits die Information herausgegeben, dass wir es im Jahr 2015 voraussichtlich mit [highlight1]ca. 800.000 [/highlight1]Flüchtlingen in Deutschland zu tun haben werden. Es wurden eine Millionen Menschen. Die Differenz von [highlight1]ca. 200.000 Menschen[/highlight1] ist nicht gering, aber sie rechtfertigt weder die falschen Beschuldigungen an Merkels Adresse, noch den Hass, den sie in Deutschland und in Teilen Europas auf sich gezogen hat.

[highlight]Deutschland hat Menschen geholfen. Und das war richtig.[/highlight]

Wenn ich die neuesten Kommentare von osteuropäischen Regierungsmitgliedern, von ihr nahestehenden und sogar oppositionellen Medien lese, packt mich die Wut. Gut, dass ich nichts zu sagen haben. Ich könnte mich nicht beherrschen.

Am schärfsten äußerte sich bisher der linksnationalistische slowakische Regierungschef Robert Fico zu den Überfällen auf Frauen in Deutschland. In einer Fernsehdiskussion sagte er, die Medien verharmlosten das Flüchtlingsproblem, Migranten seien leider eine „geschützte Art“ geworden, doch er werde dabei nicht mitlügen. Fico fordert wegen der Ereignisse von Köln einen dringenden EU-Sondergipfel, der sich mit den Themen Parallelgesellschaften, Grenzschutz und Migrationsstopp befassen soll. Fico fordert unter anderem, dass eine geplante europäische Grenz- und Küstenwache bereits jetzt aufgestellt wird, um eine unkontrollierte Einwanderung zu verhindern

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán sagte zu den Ereignissen von Köln in seinem wöchentlichen Interview im öffentlich-rechtlichen „Kossuth-Rádió“ am letzten Freitag, es sei ein Ausdruck für die Krise des Liberalismus, dass in Deutschland Nachrichten zu den Überfällen auf Frauen unterdrückt würden, in Ungarn sei die Presse viel freier als im Westen. Die Ereignisse zeigten auch, dass Ungarn in der Migrationsfrage recht habe und dass man Zuwanderung vollständig stoppen müsse.

Der Publizist Zsolt Bayer, Orbán-Freund, Mitbegründer der Fidesz-Partei und bekannt für seine rechtsextremen und menschenverachtenden Kommentare, schrieb in der Zeitung „Magyar Hírlap“ über die Täter von Köln: „Es sind Migranten. Nordafrikanische und arabische Tiere. Lauter Hyänen.“ Angela Merkel porträtierte er als „Frau Angela“, die ihre Familie und Kinder von Hyänen zerfleischen lasse.

 

Die deutsche Presse sei unter den Diktaturen freier und anständiger gewesen. „Es gibt keine verfluchteren und zerstörerischeren Bastarde zwischen Himmel und Erde als diese migrationsfreundlichen, liberalen Schweine, die Totengräber Europas“. Die quasi-offizielle Regierungszeitung „Magyar Idök“ schrieb, statt dass der deutsche Staat seine Bürger schütze, sei er ein Helfershelfer der Migranten und passe sich an die Normen von Banden an, die Bürger überfielen. Auch in Polen und Tschechien fühlen sich nach den Überfällen von Köln Regierungspolitiker in ihrer flüchtlingsfeindlichen Haltung bestärkt. Polens Regierungschefin Beata Szydlo warf westeuropäischen und deutschen Politikern letzte Woche vor, die Flüchtlingsproblematik nicht ernst genug genommen zu haben, ihr Stellvertreter Piotr Glinski sagte, man werde noch genauer als bisher untersuchen, wer nach Polen komme – junge Migrantenmänner wolle man nicht im Land haben. Der tschechische Regierungschef Bohuslav Sobotka sprach sich für die sofortige und automatische Abschiebung straffälliger Flüchtlinge aus Europa aus.Quelle: Köln: Osteuropäer verhöhnen politische Korrektheit der Deutschen – SPIEGEL ONLINE | LINK

 

Dass diese Leute sich auf europäische Werte beziehen, bzw. anderen den Sinn für diese absprechen, ist ein Wahnsinn ganz besonderer Güte.

Um das Zusammenstehen der EU müssen wir uns wohl keine Gedanken mehr machen. Das Projekt ist so tot wie nur was. Und aus Brüssel ist fast kein Ton zu hören zu alldem.

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