Es ist verlockend, sich den einfachen Parolen mancher Bautzener oder ihrer Verbündeten im Lager der „Nicht-Nazis“ anzuschließen. Es muss ja nicht gleich heißen: „Raus mit dem Viehzeug“. So ein Satz ist noch eine fast human klingende Hassparole besorgter verängstigter aufgebrachter Hassbürger, die in den „sozialen Netzwerken“ zu vernehmen ist.

Ein Kommentar bei MDR Aktuell trägt den Titel: „Es wurde viel zu lange weggeschaut“. Im Beitrag scheint dieser Vorwurf in zwei Richtungen zu gehen. Zum einen an die dort aktenkundige Neonazi-Szene, zum anderen jedoch auch an die Migranten und Flüchtlinge, die mit ihren seit Wochen anhaltenden Provokationen und Belästigungen von Passanten die Lage verursacht haben. Weggeschaut haben nicht nur die örtlichen Behörden, die, je nach Quelle, über die Vorfälle lange informiert gewesen sind, sondern die Politik insgesamt. Denn die Lage in Bautzen ist, zumindest, was Sachsen anlangt, kein Einzelfall. Mit Abwarten und Aussitzen ist es nicht getan!

Es wäre möglich gewesen, die Eskalation zu verhindern. Jedenfalls, wenn es stimmt, dass die betreffende Gruppe der im Zentrum stehenden Jugendlichen (unbegleitete minderjährige Ausländer -UMAs) seit Wochen für Ärger gesorgt haben. Jetzt reagieren die Verantwortlichen, in dem sie den Jugendlichen ab 19.00 Uhr Ausgehverbot und ein generelles Alkoholverbot auferlegen. Das treibt den „Spiegel“ zu der Behauptung, „die Rassisten hätten gewonnen„.

Waren es Rassisten, waren es Nazis? Wer sagt solche Dinge?

Als Ahrens am Abend nach der Hetzjagd am Kornmarkt vor seine Bürger trat – da schrieen sie ihn erstmal an. Warum Angela Merkel „diese Kindersoldaten“ ins Land gelassen habe? Warum auf dem Kornmarkt seit Wochen jugendliche Flüchtlinge die Leute anpöbelten? Und Flaschen schmissen? „Und es kann doch nicht sein, dass die ganzen Neger hier sind“, ruft einer. Und warum…?Quelle: Rechte gegen Flüchtlinge in Sachsen: Wie kam es zu den Krawallen in Bautzen? – Reportageseite – Tagesspiegel | LINK

Im Landkreis Bautzen leben 180 unbegleitete Jugendliche (UMAs), insgesamt sind es 2.700 Flüchtlinge. Der Landkreis hat gut 318.000 Einwohner, macht einen Anteil von nicht mal 1 %, den die „Neger“ in diesem Kreis repräsentieren. Das kommt davon, wenn man „gefühlte Wahrheiten“ als Grundlage des eigenen Handelns zulässt.

Erst vor kurzem konnte man lesen, dass die Betreuung der UMAs den Steuerzahler jährlich ca. 40k Euro kosten soll. Für all die, die sich partout nicht als Nazis oder als Rechte bezeichnen lassen wollen, war das ein gefundenes Fressen. Ich habe über die Wut der Leute, die ich nicht teilen kann, geschrieben.

In Bautzen scheint das viele Geld wirkungslos verpufft zu sein. Womöglich haben diese Jungs aber auch am Programm gar nicht teilgenommen, sondern wurden sich selbst überlassen?! Unbestätigten Meldungen zufolge sollen viele UMAs mit falschen Pässen operieren und in Massen falsche Angaben zur Person gemacht haben. Wahr scheint zu sein, dass es sich bei den 20 UMAs von Bautzen um junge Männer, manche sprechen von angeblich 17jährigen Jugendlichen, gehandelt hat. Sie befinden sich vermutlich unterschiedlich lange in Deutschland. Arbeiten dürfen sie nicht und ob sie, wie schon erwähnt, in den kritisierten teuren Maßnahmen betreut wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

Wir wissen, vielleicht sogar aus eigener Erfahrung, dass junge (pubertierende) Männer, insbesondere dann, wenn sie in größeren Gruppen auftreten, unverschämt, aufdringlich und provozierend sein können. Das soll keinen faden Appeasement-Versuch darstellen, sondern so etwas wie den wohl aussichtslosen Versuch, Andersdenkende dazu zu bekommen, ihr Hirn – von mir aus ihren normalen Menschenverstand – einzuschalten.

Und ich spreche ausdrücklich nicht von den kriminellen Auswüchsen, die wir auf der Kölner Domplatte erlebt haben!

Die Polizei hat die originäre Aufgabe, Bürgerinnen und Bürger auch vor solchen wildgewordenen Halbstarken zu beschützen. Es gibt weiterhin Lücken in der Präsenz, die sich insbesondere im Osten des Landes zeigen.

Mein folgender Vorschlag wird angesichts meiner Haltung zu diesem Thema vielleicht einige verwundern:

Abgesehen davon sollte darüber entschieden werden, ob Jugendliche, die an solchen Auftritten beteiligt gewesen sind, nicht sofort abgeschoben werden sollten. Offenbar ist es so, dass selbst ein Asylbewerber, der Straftaten begangen hat, wegen des laufenden Asylverfahrens nicht abgeschoben werden kann. Man sollte darüber nachdenken, das zu ändern.

Ich gehe davon aus, dass alle Migranten und Asylsuchenden sehr bald nach ihrer Ankunft in Deutschland darüber belehrt werden, wie sie sich hier zu verhalten haben. Wenn das immer noch nicht der Fall ist, dürfen wir uns nicht darüber wundern, wenn staatliche Stellen nicht mehr Herr der Lage sind. Das wiederum wirft generell die Frage nach härteren Sanktionen auf. Wenn selbst Richter vor der Wirkung der zu laschen Auslegung unserer Gesetze durch Kollegen warnen, spricht das Bände.

Wenn auf Straftaten milde oder gar keine Strafen folgen, hat das eine Signalwirkung, die nicht im Interesse unserer Gesellschaft ist. Natürlich gilt diese Feststellung generell. Sie trifft jedoch umso mehr zu in dieser prekären Ausnahmesituation unseres Landes. Wird die Nachsichtigkeit durch bestehende Gesetzen begründet, wird das großen Teilen der Gesellschaft kaum vermittelbar sein.

Ich finde, es käme einem Eingeständnis gleich, diese hohe Zahl von Migranten und Asylsuchenden nicht integrieren zu können. Wir können nicht unsere Werte als selbstverständliche Vorgabe für neue Bürger unseres Landes propagieren und für die Umsetzung unserer Gesetze, die einen wesentlichen Teil unserer gesellschaftlichen Errungenschaften darstellen, ignorieren oder beiseiteschieben. Wer soll es verstehen, dass ein Asylbewerber trotz krimineller Taten angeblich nicht abgeschoben werden darf?

Die Politik hat dafür gesorgt, dass Migranten und Asylbewerber wissen, dass sie sobald nicht mit ihren Familien zusammen sein können. Sie dürfen nicht arbeiten, weil ihre Verfahren noch laufen. Solange werden sie auch nicht an Sprachkursen teilnehmen.

Wovon wir sicher ausgehen dürfen, ist, dass die jungen Männer, die sich zum Teil noch in der Pubertät befinden,  großes Heimweh haben, ihre Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde schmerzlichst vermissen.

Sie stoßen hier auf eine unübersehbar ablehnende, zum Teil sogar hasserfüllte Bevölkerung.

Und wir wundern uns, dass wir mit diesen Menschen Scherereien bekommen?!

Der naheliegende Schluss, den viele BürgerInnen aus dieser Ausgangslage ziehen werden, liegt auf der Hand. Wir schaffen das nicht! Ich bin allerdings davon überzeugt, dass die – mit wenigen Ausnahmen – wohl von Anfang genauso gedacht haben. Und damit sind sie in meinen Augen genau das, was sie vorgeben nicht zu sein.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Kommentare

    1. Ich bemühe mich darum, etwas gegen den „neuen Mainstream“ anzukämpfen. Mit mäßigem Erfolg. Ich glaube, den meisten gehen meine Texte auf den Zeiger. Aber so ist das halt bei diesem kontroversen Thema.

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