Gesellschaft   ·  2 Min.

Das Elend der Flüchtlinge bekümmert viele nicht

Man kann Angela Merkel trotz ihrer offiziellen Haltung in der Flüchtlingskrise vorwerfen, dass sie trotzdem mit allen gebotenen politischen Mitteln versucht, die Zahl der Flüchtlinge …

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Man kann Angela Merkel trotz ihrer offiziellen Haltung in der Flüchtlingskrise vorwerfen, dass sie trotzdem mit allen gebotenen politischen Mitteln versucht, die Zahl der Flüchtlinge zu reduzieren. Aber das wird nicht gemacht.

Die Stichwortgeber der Hass-Parolen gegen die deutsche Kanzlerin im eigenen Land und in Europa bemühen sich, die Widersprüchlichkeit ihrer Politik zu entlarven. Und es gelingt ein ums andere Mal. Ein Beispiel: Warum sollte es nicht möglich sein, die Binnengrenzen unseres Landes zu schließen, wenn auf der anderen Seite der Türkei viel Geld für die Abschottung ihrer Grenzen bezahlt wird? Ebenso verhält es sich mit der Forderung an die Griechen. Formal verhält es sich zwar so, dass Schengen den Schutz der Außengrenzen gebietet, wir wissen jedoch, dass insbesondere die Griechen mit ihrer sehr speziellen geografischen Lage damit gar nicht klar kommen können.

Viel schlimmer als diese Widersprüchlichkeit, die ich Merkel keineswegs nachsehen möchte, sind jedoch Bemerkungen, wie wir Sie gestern vom österreichischen Außenminister Kurz in der ARD-Talkshow «Anne Will» hörten: «Wir sollten nicht den Fehler machen zu glauben, dass es ohne diese Bilder gehen wird.»

Ach, soweit sind wir nun also?!

Es kann nur daran liegen, dass ich als Gutmensch in diesen Debatten meinen letzten Rest Klarsicht aufgegeben habe und ich mir – trotz allem, was ich im Internet von den Menschenfeinden gelesen habe – immer noch nicht vorstellen kann, dass es Menschen geben könnte, die «diese Bilder» tatsächlich aushalten.

Mir ist bewusst, dass die Verlagerung der Aktionen gegen die Flüchtlinge (nicht gegen Schlepper, wie immer gesagt wird) aus PR-Gründen betrieben wird. Merkels Regierung ist daran beteiligt, was ich persönlich abscheulich finde. Aber viel schlimmer sind in meinen Augen die, die fast von Beginn an, die Möglichkeit von Gewalt zur Abwehr von Flüchtlingsmassen im Kopf gehabt haben. Und natürlich hat es diese Leute schon gegeben, als andere noch daran geglaubt haben, ihr Mitgefühl mit anderen Menschen noch zeigen zu dürfen, in dem sie Flüchtlingen einen herzlichen Empfang bereitet haben. Dass diese Menschen auf vielen Websites und in den «sozialen» Netzwerken sowieso, heute als komplette Idioten dargestellt werden, ist leider nur noch eine Randnotiz.

Wenn es der europäischen Politik gelingen sollte, dass uns keine Bilder von gequälten Flüchtlingen mehr erreichen, werden wir die Not dieser Menschen vergessen und zur Tagesordnung übergehen. So sieht das Kalkül derjenigen Politiker aus, die keinen anderen Weg mehr sehen, als uns mittels solcher miesen Tricks ruhig zu stellen. Eine win-win-Situation. 🙁 😈

Eine ganz andere Frage ist allerdings, wie wir uns darauf einstellen werden, dass die Flüchtlinge sich daraufhin schon in naher Zukunft ganz andere Fluchtwege suchen werden? Und dass sie diese – mit oder ohne Hilfe von Schleppern – finden werden, sollte auch jedem klar sein.

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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