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Die Statistik ? ? ?, das Volk und die Fremdenfeindlichkeit

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Gibt es im Osten mehr Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, als im Westen? Gestern ging ein Satz durch die (rechte) Republik über den ich mich einerseits geärgert habe und der mich andererseits einmal mehr nachdenklich gemacht hat. Gesagt hat ihn der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Und zwar … weiterlesen



Gibt es im Osten mehr Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit, als im Westen? Gestern ging ein Satz durch die (rechte) Republik über den ich mich einerseits geärgert habe und der mich andererseits einmal mehr nachdenklich gemacht hat. Gesagt hat ihn der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Und zwar ausgerechnet in dem Zusammenhang, den ich gestern schon zum Gegenstand eines kleinen Artikels hier bei 2bier gemacht hatte.

Es geht um die angebliche Fremdenfeindlichkeit und den Rechtsextremismus in Ostdeutschland. Mir geht gegen den Strich, dass mal davon geredet wird, dass wir die Menschen, denen der Angstschweiß wegen der angeblichen Überfremdung auf der Stirn steht und die deshalb in Dresden, Heidenau, Bautzen und anderswo im schönen Ostdeutschland „aufgefallen“ sind, bitte nicht in eine rechte Ecke stellen sollen und gleichzeitig von der Bundesregierung vor den Auswirkungen eben dieser – ich nenn sie mal – ostdeutschen Besonderheit gewarnt wird.

Besonders ärgerlich ist, dass die Regierung sich vor allem um die wirtschaftliche Lage Ostdeutschlands sorgt, nicht um die Menschen, die sich in dieser Gemengelage vermutlich ebenso wenig zurechtfinden wie zum Beispiel ich.

Herr Woidke hat in diesem Kontext unter anderem den folgenden kleinen Satz formuliert, der gestern von verschiedenen Medien veröffentlicht wurde:

„Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt.“

Ein gefundenes Fressen für alle rechten und rechtsextremen Blogs, die wir in Deutschland so kennen. Ich halte es für absolut leichtfertig, wenn ein Ministerpräsident vor dem Hintergrund der aktuellen Situation solche halbgaren Informationen in die Öffentlichkeit bringt.

Deshalb habe ich heute an die zuständige Stelle die folgende E-Mail geschrieben. Kopie habe ich an den SPD – Bundesparteivorstand geschickt:

[symple_box color=“gray“ fade_in=“false“ float=“center“ text_align=“left“ width=“85%“]

Guten Tag,

seit gestern kursiert in den Medien und anderswo folgende „Information“:

In Bezug auf die Statistik erklärte Woidke, in Brandenburg habe es hinsichtlich der Erhebung rechtsextremer Straftaten Änderungen gegeben.

„Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt.“

Der in Anführungszeichen gesetzte Satz von Herrn Woidke wird seither von zahlreichen rechts-nationalen Websites und Blogs zitiert. In welcher Art und Weise muss ich sicher nicht ausführen.

Ich würde gern wissen, ob diese Aussage, die ich als interessierter Bürger übrigens inhaltlich wie formal sehr bedenklich finde, tatsächlich zutreffend ist und wie es dazu kommt, dass solche „Informationen“ öffentlich gemacht werden! Die Rechten freuen sich. In den entsprechenden Foren sind solche „Meldungen“ sehr voraussehbar gewesen.

1.) Hab ich das jetzt richtig verstanden? Alle ungeklärten oder uneindeutigen Fälle werden da als rechtsextrem gezählt? Also beispielsweise auch Straftaten von Linksextremen? Bitte was soll man dieser Regierung noch glauben?

2.) Bei einer solchen Zählweise werden rechtsextreme Übergriffe natürlich stark ansteigen. Diese künstlich hochgeschriebene Statistik wird dann als Begründung für weitere Repressionen, Hetze und Unterstützung von anti-deutschen Initiativen verwendet.

3.) Die Art und Weise, Straftaten in der Statistik als bestimmte Fälle zu erfassen, die die SPD geführte Landesregierung in Brandburg praktizieren lässt, kann zwar eine gewisse Originalität für sich reklamieren, stellt aber dennoch Datenfälschung dar. Warum wird leicht deutlich, wenn man zunächst einmal abstrahiert und sagt: Straftaten, die nicht eindeutig als nicht rechtsextrem eingeordnet werden können, werden ab sofort als rechtsextrem gezählt. Abstrahieren wir noch etwas: Wenn eine Straftat nicht nicht rechtsextrem ist, dann ist sie rechtsextrem. Machen wir daraus eine logische Regel: Wenn X nicht nicht-Y ist, dann ist X Y. Das ist die generalisierte Form eines Fehlschlusses, der in der Logik als Fehlschluss der Bejahung des Konsequens bekannt ist. In Brandenburg ist er die Grundlage der Erfassung statistischer Daten. Kein Wunder, dass manche von einer flächendeckenden Verblödung in Deutschland reden und schreiben. Um deutlich zu machen, wo der Fehlschluss liegt, hier ein paar Anwendungen der logischen Regel: Ab sofort werden bei Wahlen in Brandenburg alle Stimmzettel, auf denen nicht eindeutig nicht die SPD gewählt wurde, als Stimme für die SPD gezählt, also alle ungültigen Stimmzettel und alle Stimmzettel, auf denen einer der beiden Kreise für Erst- oder Zweitstimme leer geblieben ist.

4.) So läuft es in Braaaannndenbuuuurg……….. +++ WAHNSINN – WAHNSINN – WAHNSINN – WAHNSINN Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gibt zu, die Polizei habe die Statistikführung ein wenig geändert: „Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt.“ Der Unschuldsverdacht wird umgekehrt: Geschieht ein Verbrechen, war es erstmal ein „Rechter“ – solange, bis das Gegenteil bewiesen ist. Und dann sein Fazit: Bei soviel „rechten“ Übergriffen müsse man die Repressionen verschärfen. +++

5.) Vor allem jedoch wird mit dieser vorsätzlichen Fälschung von Statistiken der Wunsch nach Strafverschärfungen und mehr politischer Repression untermauert – natürlich zum Wohle einer „toleranten“ und „wehrhaften“ Demokratie. Wenn es nämlich offenbar nicht genügend „rechtsextreme Straftaten“ gibt, rechnet man sie sich künstlich hoch, damit man dann einen Grund dafür hat, noch stärker gegen jene Menschen vorzugehen die mit der herrschenden Politik nicht einer Meinung sind?

6.) Was ist denn mit der ganzen Gewalt in Deutschland, die von Ausländern oder nicht integrierten Deutschen (Migrationshintergrund) oder „Flüchtlingen/Asylbewerbern“ gegen Deutsche ausgeübt wird, nur weil sie Deutsche sind, eine andere Religion haben, eine andere Kultur  oder einfach mal auch ihre Meinung vertreten? Das wird nie wirklich betrachtet oder gar ernst genommen. Denn schon allein diese Richtung zu erwähnen, wäre für einige schon gleich wieder fremdenfeindlich. So zieht es sich durch die Reihen und die Gewalt von links wird in der heutigen Zeit immer mehr und mehr unter den Teppich gekehrt, „Als guter Ton gegen rechts“.

7.) Warum ist die angebliche Fremdenfeindlichkeit im Osten so hoch? Auch darauf weiß Woidke eine Antwort, und die hat es in sich: Man führe nämlich die Statistik ein wenig „anders“ als zuvor: „Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt.“ Der Unschuldsverdacht wird umgekehrt: Geschieht ein Verbrechen, war es erstmal ein „Rechter“ – solange, bis das Gegenteil bewiesen ist. Kein Wunder, dass bei solcher „Statistik“ die Zahl „rechter“ Verbrechen ständig steigt. (Jeder Antifant könnte also losprügeln, solange er nicht erwischt ist, war es ein „rechter“ Übergriff.) Und diese hochgetriebene Statistik ist dann der Vorwand, in Ostdeutschland einen Polizeistaat zu errichten.

Das ist ein Auszug aus rechten Blogs/Websites, die sich diese Aussage des Ministerpräsidenten Woidke zur Brust genommen haben. Könnten Sie diese Aussage Ihres Ministerpräsidenten inhaltlich etwas präziser formulieren und damit den paar noch verbliebenen gutgläubigen Bürgern Gelegenheit geben, zu verstehen, was wirklich vor sich geht?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Horst Schulte

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Ich bin gespannt, wie die Antwort darauf ausfällt bzw. ob ich überhaupt eine bekomme. Ich werde hier darüber informieren.









Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!