Hetz-Broder vs. Blümchen

Man muss das Eisen schmieden solange es glüht. Broder zieht Norbert Blüms Absichten in Idomeni in den Dreck.

Warum hatte ich das Gefühl, dass man auf diese Reaktion erwarten konnte? Vielleicht deshalb, weil Broder sich keine Bosheit verkneift, wenn es entweder um deutsches Gutmenschentum oder um Muslime geht.

Ich habe immer das Gefühl, der Mann hasst Deutsche aus vollem Herzen. Aber nicht nur die.

Mich stößt sein blanker Zynismus, den er wenig gekonnt oder vielleicht auch bewusst nicht zu kaschieren sucht, oft schon beim Lesen der ersten Absätze seiner Artikel ab. Sein Schreibstil ist zwar so brillant ist, dass mir mitunter auch mal das Gegenteil passiert. Aber Ausnahmen bestätigen wohl auch dabei die Regel.

Seinen gestrigen Artikel bei Welt-Online betrachte ich als rassistisches Pamphlet. Er nutzt die miese Stimmung gegen Flüchtlinge, Norbert Blüms Aktion lächerlich zu machen und – quasi nebenbei – um die (wahren) Motive der in Idomeni verbliebenen Menschen zu »entlarven«.

Seine Argumentation startet er mit einigen Zitaten, die er in einer »Tagesschau«-Ausgabe aufgeschnappt hatte. Er lässt die Sätze im Raum stehen und darf gewiss sein, dass angesichts der Nachrichtenlage des gestrigen Tages seine Fans schon diese Ouvertüre mit großem Applaus bedenken. Linke Aktivisten und Vertreter der Lügenpresse in produktiver Zusammenarbeit. So geht die Denke bei Broders Freunden – den Muslimfeinden deutscher Nation.

Der Clou seines infamen Artikels folgt erst. Er mündet in diesem Tweet-Angebot innerhalb des Broder-Artikels:

»Märtyrer zu werden, ist in der arabisch-islamischen Welt als Lebensziel ebenso weit verbreitet wie unter deutschen Jugendlichen der Wunsch, Eventmanager zu werden«

 
Broder macht keine Gefangenen. Für ihn ist klar, dass »die Flüchtlinge« nur deshalb unter solchen Bedingungen verharren und keine alternativen Angebote der Griechen annehmen, weil sie Muslime sind und als solche die Verantwortung für ihr eigenes Unglück stets bei anderen suchen. Eigenständiges Handeln spricht Broder ihnen rundweg ab.

»Familien von Märtyrern genießen großes Ansehen. Der Stolz auf ihre Kinder – vor allem Söhne, aber auch immer öfter Töchter – lässt weder Trauer noch Scham aufkommen.  Dazu kommt noch etwas. Das Gefühl, für das eigene Schicksal verantwortlich oder wenigstens mitverantwortlich zu sein, ist, freundlich formuliert, extrem schwach entwickelt. Geht etwas schief, sind immer andere schuld: der Kolonialismus, der Kapitalismus, der Imperialismus, der Zionismus, der Westen an sich und die Unmoral, die er überall verbreitet. Wenn es allerdings darum geht, Klimaanlagen zu bauen oder sich den Blinddarm rausnehmen zu lassen, begibt man sich gerne in die Hände westlicher Experten, deren Lebensstil man ansonsten verachtet.«

 
Er schließt diesen Artikel mit den beinahe für Broder schon üblichen Tiraden gegen die »grüne« Haltung in der Flüchtlingskrise. In diesem Fall ist es Katrin Göring-Eckardt.

Broder kokettiert gern damit, dass bestimmte Aussagen politisch inkorrekt seien. Für mich sind diese Aussagen nicht politisch inkorrekt, sie sind schlicht rassistisch! Leider richten diese in vielen Hirnen deutscher Staatsbürger großen Schaden an. Bisschen Schwund ist halt immer.


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