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Flüchtlinge

Slomka verhört de Maizière nach Selbstmordattentat in Kabul

Marietta Slomka nahm gestern im „Heute – Journal“ – Interview Bundesinnenminister Thomas de Maizière in die Mangel. Er wurde während seines Besuches in der afghanischen Hauptstadt indirekt Zeuge eines Selbstmordattentates. Es kostete 20 Menschen das Leben. Solche Taten sind dort an der Tagesordnung. Unsere Nachrichten sind voll davon.

Slomka wollte von de Maizière wissen, ob er die Entscheidung unserer Regierung, Flüchtlinge nach Afghanistan zurückzuschicken, unter solchen Voraussetzungen für vertretbar hält.

Schade, dass man die direkten Reaktionen der Zuschauer an ihren Fernsehgeräten in einem solchen Fall nicht messen kann.

Angeblich soll es in Afghanistan verbreitet Gebiete geben, in denen ein friedliches Leben möglich wäre. Afghanistan hat 34 Provinzen, 2 davon sollen in diesem Sinne als friedlich gelten.

De Maizière machte die populistische Ansage, dass es Afghanen wohl auch deshalb zuzumuten sei, in ihrem Land zu bleiben, weil schließlich auch deutsche Soldaten und Polizisten dort ihren Dienst versähen. Ich erinnere mich noch an seine Ansage in dieser Sache bei anderer Gelegenheit. Es ging um Unsummen von Geld, die wir dort investiert hätten. Deshalb könne man erwarten, dass die Menschen dort blieben. Vielleicht dachte er in diesem Moment u.a. an die vielen Brunnen, die wir dort gebaut haben. Ich halte de Maizières Begründungen für abstrus und unwürdig.

Ich frage mich, ob Slomka im Web auch nach diesem Interview der Vorwurf gemacht wird, parteiisch zu sein. Schließlich ging es in diesem Fall gegen die Regierung. Da muss wohl ein Kommunikationsproblem zwischen Mainz und Berlin existiert haben.

Passend zum Beitrag:
Und schwupp, da ist er wieder

[white_box]Ich bin sicher, die völkisch-abendländische Gemeinschaft deutscher Nation erfindet stattdessen andere Vorwürfe. Das Siegel „Lügenpresse“ kann so oder so auf alle Fälle weiterverwendet werden.[/white_box]

 

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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