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Und das an Weihnachten! Sie sollten sich schämen, Herr Tichy.


 • Letzte Änderung: 20. Jul. 2020  3 Min. 20 Views

Wieder zeigt Roland Tichy für wen er eigentlich seine Texte schreibt. Er weiß wohl genau, dass es auf der »anderen Seite« kaum noch Leute gibt, die dieses Vergnügen mit den Seinen teilen möchten. Es ist halt doch gut, dass es die Echokammern gibt.

Er beginnt seinen Text am 24. Dezember damit, dass er uns (?) auffordert, uns bei allem (politischen) Streit bemühen sollten, auch wieder zueinander zu finden. Und dass wir uns Weihnachten nicht vermiesen lassen sollen.

Dann holt er tief Luft und es folgt ein Frontalangriff auf so ziemlich alles, was Links ist. Gar nichts Ungewöhnliches für ihn und seine Mitblogger. Aber muss das an Weihnachten sein?

Ich dachte, ok – dann halte ich mich auch nicht an mein Versprechen, an Weihnachten nichts Kontroverses zu schreiben.


Wussten Sie schon, dass selbst das Weihnachtsfest seit Jahren komplett durchdrungen ist, vom Sendungsbewusstsein des alles kontrollierenden linken Mainstreams? Nein? Dann brauchen Sie nur Tichys Text zu lesen. Der erklärt Ihnen das ganz genau. Auf seine etwas spezielle Art.

Sein Text dokumentiert dann auch gleich, wie unernst er sein Intro meinte. Alles andere hätte ich bei diesem Mann auch überrascht.

Alfred E schreibt in den Kommentaren zu Tichys Beitrag:

»Mein Beitrag gegen den Konsumwahnsinn. Ich möchte meine geschenkten Menschen zurück geben.«

Er erhält zu diesem netten Kommentar 31 Likes und weitere Kommentare. Sehr kurzer aber deutlicher Zuspruch für Alfred E.


Man muss das verstehen. Schließlich hat Roland Tichy es sich längst angewöhnt, ausschließlich für seine rechts-nationale Gefolgschaft zu schreiben. Die laufen bei besonders krakeeligenden Textpassagen stets zur Hochform auf und klinken sich beschwingt in die Kommentarspalten ihres Lieblingsblogs ein:

Tichy und seine Fans leben in einer rechten Parallelwelt. Und das, wie ich sehe, auch zu Weihnachten:

Viele Leser informierten uns, wie sie auf den Boykott-Aufruf gegen Tichys Einblick reagierten: Mit Gegenboykott, und das hat auch zu unserem Erfolg beigetragen: Automarken wurden gemieden, die Bahncard gekündigt. Konsum wurde so zur Solidaritätsaktion, und dafür bedanke ich mich. Es ist die Reaktion auf diese seit Jahren betrieben Politisierung unseres gesamten Lebens.Quelle: Das Fest des Konsums – Tichys Einblick | LINK

Es ficht die Leute nicht an, dass es nicht um einen Boykott handelte, den Hensel mit seiner Aktion angestoßen hat, sondern um etwas anderes. So lässt sich ganz wunderbar damit prahlen, dass nach dem »Gegenboykott« wunderbare Früchte geerntet werden konnten. Das ist halt echte rechte Solidarität.

Die von Achgut, Tichy und der Anhängerschaft der auf Hensels Liste aufgeführten rechten Blogs ausgelöste und prompt erfolgreiche Rufmordkampagne gegen Hensel ist für die meisten abgehakt. Internetmäßig eben.

Außer für einen. Aber sowas interessiert weder diese Damen und Herren noch die meisten anderen.

Wie widerlich und für den Frieden in unserem Land abträglich auch Tichys Texte sind, lässt sich an diesem elenden Beispiel nachvollziehen:

Die vorherrschende öffentliche Meinung wird immer übergriffiger. Das Private wird zurückgedrängt, immer mehr Lebensäußerungen politisiert. Viele Gläubige besuchen deshalb ihre Kirchen nicht mehr – die Predigt wird zur Belehrung in politischen Alltagsfragen, zu denen bei Gott die Bibel keine Aussage trifft. Viele evangelischen Kirchen sind längst sektiererische Veranstaltungen des rotgrünen Weltgeistes. Zunehmend greift diese Haltung auch auf die katholische Kirche über. Beide Kirchen tragen die düsteren Vorzeichen ihrer religiösen Selbstaufgabe.Quelle: Das Fest des Konsums – Tichys Einblick | LINK

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die, die sich als konservativ verstehen, die Folgen nicht sehen, die solche Texte mit sich bringen? Tichys hat am Heiligen Abend einen Text in die Welt geschickt, der erneut einen etwas breiteren Keil in unsere Gesellschaft treibt. Trotzdem wird das von vielen als berechtigt angesehen und ein Stück weit sogar gefeiert. Die rechte Filterblase propagiert weiterhin erfolgreich ihre Opferrolle. Ich halte Tichys Texte auch deshalb für Hetze.

Nun werden die christlichen Kirchen eingezogen. Ob sich wenigstens der eine oder andere klar darüber ist, dass es unter diesen Voraussetzungen schwieriger wird, das christliche Abendland vor den Flüchtlingshorden aus dem Morgenland zu verteidigen? Aber denen bleibt natürlich immer noch ihre Leitkultur. Was auch immer die so geprägt haben mag.

Mein Fehler, meine Echokammer zu verlassen und diesen Tichy – Text überhaupt zu lesen. Aber andere – und nicht gerade wenige – spenden für die schlimme Hetze, in die Tichy unsere Kirchen jetzt mit einbezieht, frenetischen Applaus. Wie andere der Show von Helene Fischer. Und das alles an Weihnachten! Der Zumutungen gibt es wahrlich nicht wenige.

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