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Unglaubliche Geschichten ?, die man nicht glauben muss

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Wie wir die Glaubwürdigkeit der US-Amerikaner oder die unserer Regierung einzuschätzen haben, wird ja penetrant auf vielen Kanälen thematisiert. Jedenfalls kommt mir das so vor. Aber was ist jetzt eigentlich mit Putin und seiner angeblich so tollen Initiative im Syrien-Krieg, die vor ungefähr einem Jahr von so … weiterlesen



Wie wir die Glaubwürdigkeit der US-Amerikaner oder die unserer Regierung einzuschätzen haben, wird ja penetrant auf vielen Kanälen thematisiert. Jedenfalls kommt mir das so vor.

Aber was ist jetzt eigentlich mit Putin und seiner angeblich so tollen Initiative im Syrien-Krieg, die vor ungefähr einem Jahr von so vielen Vorschusslorbeeren begleitet wurde? Um ehrlich zu sein: Ich hatte auch die Hoffnung, dass sich aufgrund des russischen Engagements für die Menschen etwas verbessern würde.

Die zurückliegenden Monate, der Bruch des mühsam errungenen Waffenstillstands, vor allem jedoch die grauenhaften letzten Angriffe des Regimes Assad haben auch mich aller Illusionen beraubt.

Es sind in diesen Krieg mehr Gruppen mit verschiedenen Interessen im Spiel, als wir das vielleicht je zuvor bei einem regionalen Konflikt gesehen haben. Auch das ist aber nicht neu.

Ein Grund für die Starre soll auch darauf zurückzuführen sein, dass sich die so genannten Großmächte gegenüber ihren Verbündeten nicht mehr durchsetzen können. In der Vergangenheit haben wir geglaubt, dass entweder die Amerikaner oder die Russen die Geschehnisse bestimmen würden. Keine Ahnung, ob solche Szenarien je zugetroffen haben.

Klar ist jedenfalls, dass Assad ohne die Russen nicht diese Stärke hätte wiedererlangen können. Die Weltgemeinschaft muss nun zuschauen, wie die Koalition dieser beiden machtbesessenen Diktatoren auch das letzte Fünkchen Menschlichkeit aus Aleppo hinwegbombt.

UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon nennt den Einsatz der bunkerbrechenden Bomben auf Aleppo einen Akt der Barbarei. Er sagte: «Wir dürfen nicht vergessen, dass Krankenhäuser und Schulen wegen der Kämpfe nur noch im Keller arbeiten können. Diese Bomben sprengen nicht Bunker, sie vernichten Menschen, die nach dem letzten noch verbliebenen Zufluchtsort suchen.»

Immer deutlicher wurde in diesem vergangen Jahr, wie grotesk die Lügen und Propaganda-Exzesse auch mancher deutschsprachiger Blogs sind, wenn sie uns weismachen wollen, dass für die grauenhaften Verbrechen in Syrien allein die Allianz der westlichen Verbündeten, allen voran die Amerikaner, verantwortlich wäre.

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Genau dazu passt das Interview, das Jürgen Todenhöfer mit einem Kommandeur der Al Nusra-Front (dem syrischen Ableger von Al-Kaida) führte. Auf dieses Interview beziehen sich einer der schon erwähnten russischen Propagandablogs. Der vermummte Terrorist, dem Todenhöfer aus meiner Sicht überflüssigerweise ein Forum geboten hat, behauptet, dass die USA die Al Nusra unterstützen würde. Überflüssig vor allem deshalb, weil bis auf einen Punkt nichts wirklich Neues zu hören war. Außer einer Meldung, die wenige andere Medien bisher aufgenommen haben.

Ja. Die Amerikaner stehen auf unserer Seite, aber nicht so, wie es sein sollte. Zum Beispiel wurde uns folgendes gesagt: Wir müssen das „Bataillon 47“ erobern und einnehmen. Wir haben von Saudi-Arabien 500 Millionen syrische Pfund bekommen. Für die Übernahme der Infanterie-Schule in „Al Muslimiya“ vor Jahren bekamen wir aus Kuwait 1,5 Millionen kuwaitische Dinar und aus Saudi Arabien fünf Millionen Dollar.Quelle: Nusra-Front: Jürgen Todenhöfer interviewt Rebellen-Kommandant der Terrororganisation Al Nusra in Syrien | Kölner Stadt-Anzeiger | LINK

Eine Frage später äußert sich dieser Terrorfürst dann wie folgt:

Wir werden kämpfen bis zum Sturz des Regimes. Wir werden Russland und den Westen bekämpfen, da der Westen nicht auf unserer Seite steht. Der Westen schickt uns nur Mujahedin, er erleichtert diesen Kämpfern den Weg. Warum unterstützt der Westen uns nicht richtig? Wir haben viele Kämpfer aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Amerika, aus allen westlichen Ländern.Quelle: Nusra-Front: Jürgen Todenhöfer interviewt Rebellen-Kommandant der Terrororganisation Al Nusra in Syrien | Kölner Stadt-Anzeiger | LINK

Was denn nun? Gehören die USA nicht mehr zum Westen? Oder warum erzählt dieser Mann, dass der Westen die Terroristen nicht richtig unterstützen würde? Angeblich waren doch sogar US-Soldaten im Terrorcamp, um die Einweisung an zuvor gelieferten Waffensystemen vorzunehmen!

Das ist so konfus, dass man doch vielleicht wenigstens auf die Idee kommen könnte, dass der Mann entweder ein Hochstapler ist, der von der tatsächlichen Lage keine Ahnung hat. Oder aber, dass er die Absicht hat, seine Worte als Waffen einzusetzen. Aber nein. Dem kam Todenhöfer zuvor, in dem er dem geneigten Leser versicherte, wie gut er diesen Mann kennengelernt habe.

Todenhöfer ist mal wieder mit einer mächtigen Schlagzeile nach Hause gekommen. Die USA unterstützen in Syrien finanziell und militärisch (auch mit Beratern!) die Al Kaida-Terroristen.

Wir dürfen sicher sein, dass es Leute gibt, die auch das glauben werden.

Einerseits haben sich die US-Amerikaner das natürlich selbst zuzuschreiben, dass so viele so schlecht über sie bzw. die Politik ihrer Regierungen denken. Andererseits kann man heute alles behaupten und in die Welt blasen. Daran, dass es Leute geben wird, die auch diese Wahrheit benutzen und in ihrem Sinne ausschlachten werden, besteht keinerlei Zweifel.

Unwahrscheinlich ist es dagegen, dass sich irgendwer Wichtiges zu solchen Interview-Aussagen von Terroristen äußern wird. Es kann also jeder glauben, was er will.

Bisher sieht es so aus, als ob Todenhöfers Interview keine breite Beachtung findet. Das kann man natürlich auch so auslegen, dass die deutsche Systempresse sich an so heiße Eisen nicht heranwagen. Genau deshalb machen russische Propagandablogs dem Kölner Stadt-Anzeiger vermutlich auch Komplimente für den Mut, dieses Interview zu drucken. Mich würde das nachdenklich machen.

Übersichtlicher Stand der öffentlichen Reaktionen vom 26.9.2016 über Todenhöfers Interview

Google-News 26.9.2016 15:00 Uhr
Google-News 26.9.2016 15:00 Uhr








Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!