Kurz   ·  2 Min.

Bewaffnete Bürgerwehren?

Wo war das gleich, wo der Rechtsextremismus Blüten treibt? Schon, klar. Der wohnt längst in ganz Deutschland. Sachsen ist mir allerdings in dieser Hinsicht halt …

Lesen Sie mehrBewaffnete Bürgerwehren?

Lesen Sie mehr



Wo war das gleich, wo der Rechtsextremismus Blüten treibt? Schon, klar. Der wohnt längst in ganz Deutschland. Sachsen ist mir allerdings in dieser Hinsicht halt in besonderer Erinnerung. Die unschönen Szenen werden viele nicht vergessen haben. Dresden, Heidenau und Freital oder wie heißen all die schönen Orte, in denen Rechte das Sagen haben?

In Sachsen gibt es viele Bürgerwehren – weil die Leute sich so unsicher fühlen. Der Ausländeranteil beträgt dort nämlich 2,9%. Das kann man schnell eine Paranoia entwickeln. Und dann braucht man dann einfach Bürgerwehren.

Auf solche Bürger kann der Staat bauen. Und wenn man die ein bisschen schult und ihnen ein paar Knarren an die Hand gibt – das wird bestimmt super!

Unser Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagt das nicht. Aber ist der Gedanke soweit hergeholt?

Der Freistaat Sachsen hat, berichtet de Maizière, 47 Leute ausgebildet, die als so genannte Wachpolizei neben den Polizeibeamten ihren Dienst verrichten sollen. Schon jetzt unterstützen sie die Polizei im Freistaat. Die Leute besitzen also eine Ausbildung, und sie sind bewaffnet. Dieses Modell will de Maizière nun auch für die Bundesebene einführen. Er nennt es jedenfalls «zukunftsweisend«.

„In Sachsen fehlen überall Polizisten. Es darf aber nicht Sache der Bürger sein, etwas gegen Einbrecher zu unternehmen.“Quelle: Selbstjustitz befürchtet – Verfassungsschutz: Es gibt immer mehr Bürgerwehren in Sachsen / News / Mitteldeutschland – LVZ – Leipziger Volkszeitung | LINK

Ist es aber. Und die sächsische Polizei hat wohl inzwischen ein Ausbildungsprogramm gestartet, das de Maizière nun ganz toll findet. Einen personellen Grundstock haben die Sachsen ja möglicherweise zur Verfügung gehabt. Bei den vielen Bürgerwehren werden sich einige doch sicher darüber freuen, wenn sie künftig bewaffnet durch die Straßen schlendern können. Ist ja auch viel effizienter.

2016-06-16_15h24_28

So unterbesetzt scheint die Polizei in Sachsen im Vergleich zu den übrigen Bundesländern allerdings gar nicht zu sein. Die Zahlen habe ich aus verschiedenen Quellen (Wikipedia + Statista) zusammen gesucht. Interessant, dass je km2 in Sachsen auch nicht weniger Polizisten am Start sind als in Bayern. Dem Land also mit der höchsten Zahl von Polizisten im Bundesgebiet.

Das andere Thema in de Maizières Interview betraf die schleppende Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. De Maizière hält an seiner Kritik fest, dass die Abschiebungen nicht fix genug vonstatten gingen. Dabei ist es Sache des Bundes dafür zu sorgen, dass die betroffenen Staaten die Leute auch zurücknehmen. Bisher wurden in diesem Jahr aus NRW erst ganz wenige Personen  «zurückgeführt», wie es heißt.

Sie können als Wache in besonders belasteten Vierteln eingesetzt werden. Sie würden die Präsenz der Polizei erhöhen und können Meldungen machen. Sachsen hat die Wachpolizei bereits eingeführt – das ist ein zukunftsweisendes Modell.Quelle: Thomas de Maizière: Wachpolizei soll Einbrüche verhindern | LINK

0




Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Bewaffnete Bürgerwehren?“

  1. Ich muss jetzt mal doof fragen, laufen die neben den normalen Polizisten nebenher, also so eine Art Hilfssherif? Oder laufen davon immer 2 und wenn was passiert holen die das Original? So oder so die sind immer mit einem Bein im Knast!

    PS.
    Ich wohne in Freiberg/Sachsen ca. 40000 Einwohner. Weist du wie lange wir hier auf eine Polizei warten wenn was passiert? Wenn keine Polizei in der Nähe ist werden die angefordert aus Dresden oder Chemnitz. Jeweils 40 KM Entfernung das ist kein Zustand. Erst wurde alles zusammengestrichen (glaube 2004 war das) und jetzt muss auf Teufel komm raus mehr Personal her. Irgendwie läuft da was schief, nur weil hier eine Partei angst bekommt das da paar Bürger aufs Dach steigen!

    Antworten
    • @Daniel, die Hilfssherifs sollen aufpassen, damit weniger Einbrüche passieren. So stellt de Maizière sich das wohl vor. Also laufen sie nicht neben «normalen» Polizisten her, sondern stellen eine Art Sonderbrigade dar.

      Wenn du dir die Zahlen anschaust, sieht die Lage in Sachsen aber doch so schlecht gar nicht aus. Allein an solchen Zahlen kann man die Lebenswirklichkeit aber natürlich nicht messen. Wenn es so lange dauert, bis die Polizei kommt, kann ich dazu keine Vergleiche ziehen. Ich glaube, in unserer Stadt gibt es noch eine Polizeistation. Wie schnell die kommen, habe ich noch nie mitgekriegt. Wir haben Probleme mit der Versorgung mit Notarztfahrzeugen und bekommen deshalb jetzt einen weiteren, damit die Anfahrtszeiten wieder in die Norm passen. Mehr Polizei ist absolut nötig. Aber die Billiglösung, wie de Maizière sie sich vorstellt oder wie sie in Sachsen schon praktiziert wird, kann es meines Erachtens aber nicht sein.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar


Es werden keine IP-Adressen gespeichert! Sie können, falls Sie dies möchten, auch anonym kommentieren.