Die gestrige Talkrunde „Maischberger“ hat der AfD wahrscheinlich zusätzliche Stimmen gebracht. Dafür haben neben der überforderten Moderatorin sowohl der SPD-Politiker Dr. Ralf Stegner als auch der Journalist Jakob Augstein gesorgt.

Bei jeder Streitfrage gibt es zwei Standpunkte: Meinen und den Falschen.Sie alle zeigten sich nicht im Stande, eine überzeugende Gegenposition zu Petry und Köppel zu präsentieren. Dabei haben sie diese Positionen. Aber sie vermochten diese nicht einmal im Ansatz den Zuschauern zu vermitteln. Das lag aus meiner Sicht an zwei Dingen.

1.) Beide Herren traten einmal mehr mit dem ihren Persönlichkeiten anhaftenden Überschuss an Überheblichkeit an. Arroganz kommt auch in Fernsehdiskussionen nicht gut rüber.

2.) Sie waren auf ihre Gesprächspartner nicht gut vorbereitet und versuchten dieses mit permanentem Hineinquatschen zu kompensieren.

Ich persönlich hätte mir vor allem Nachdenklichkeit und Souveränität von Stegner und Augstein gewünscht.

Wahrscheinlich kommen weitere Punkte auf der sachlichen Ebene hinzu. Das schenke ich mir. Es hat heute genügend Aufarbeitungen dieser Talkrunde gegeben, die sich aus verschiedenen Blickrichtungen mit diesem Untergang der linken Position zum Thema befasst haben.

Fast würde ich angesichts dieser Erfahrung Frau Dreyer und Frau Kraft zustimmen, die einer Diskussion mit der AfD aus Gründen auszuweichen gedenken. Vor dieser Sendung habe ich das für eine falsche Entscheidung gehalten. Aber so, wie die Herren Stegner und Augstein ihre Sache vertreten haben, muss man in einer anderen Runde erst gar nicht beginnen.

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Dass Hans-Olaf Henkel der Konfrontation mit Petry auswich, war auch nicht zu erwarten. Schließlich kündigte Caren Miosga am Ende der „Tagesthemen“ ausdrücklich das „Duell“ der beiden als interessantes Highlight der Diskussionsrunde an. Henkel wollte nicht – warum auch immer. Petry kam das jedenfalls zu pass.

Es wäre interessant gewesen, wenn ein ehemaliges Vorstandsmitglied einige Parteiinterna ausgeplaudert hätte. Schließlich sind insgesamt 5000 Parteimitglieder nach der Übernahme der Parteiführung durch Petry ausgetreten. In der Öffentlichkeit hieß es immer, der Rechtsruck der Partei sei hierfür verantwortlich. Umso mehr hätte es viele interessiert, wie sich genau dieser Rechtsruck innerhalb der Partei dargestellt hat.

Ich glaube, man kann sagen, dass Köppel zu den wenigen Journalisten gehört, die in Deutschland im rechten Spektrum (Lügenpresse) ein hohes Ansehen genießen. Die Art, wie er sich in seinem Blatt „Weltwoche“ mit dem Thema Migration auseinandersetzt, gefällt ihnen. Er findet, diese Form der Auseinandersetzung sei in jeder wirklichen Demokratie die einzig richtige. Es überrascht nicht, dass er damit vor allem bei den Rechten punktet. Allerdings ist die Haltung der Schweizer zur Politik der SVP durchaus nicht so von Zustimmung geprägt, wie Köppel uns das weismachen möchte.

Auch dort wird um den „richtigen Weg“ gestritten. Als Beleg dafür füge ich diesen Kommentar zu einem NZZ-Artikel von heute an.

Die mutige Ausweisung von 80’000 abgelehnten Asylanten ist der Anfang vom Ende der Lüge, dass man Ausländer nicht ausschaffen kann. Die schrille Kritik des CH-Etablissements (meistens SP bzw. Grünen nahen Beamten), welche mittlerweile hysterische Züge angenommen hat und das Argument, die Ausschaffungsinitiative verletzt „internationale“ Gesetze, ist eine faule Ausrede. Schweden beweist mit dieser mutigen Entscheidung den Gegenteil. Die Asylkrise in Europa, die Toten in Paris, die Opfer in Köln beweisen die Weitsicht und die Aktualität der MEI, der Minarett-I, der AI, der DI, den richtigen Instinkt der Bevölkerung und die fatalen Fehler der „Gutmenschen-Politiker“ der SP und Grünen, welche den Kontakt zu der Mehrheit der Wählern endgültig verloren haben und gegen den Schweizer Interessen kämpfen.Quelle: Logistische und politische Herausforderung: Schweden will Zehntausende abschieben – NZZ International | LINK

Allein die Wortwahl zeigt auch, dass die Schärfe der Diskussion in der Schweiz sich nicht so sehr von der Deutschen unterscheidet.

Die große Emotionalität, die die Menschen in dieser speziellen Frage zeigen, scheint in jedem Land – natürlich abhängig von der direkten Betroffenheit – ausgeprägt zu sein. Die Schweiz hat in 2015 30.000 aufgenommen, das sind 0,34 % der Gesamtbevölkerung. Mit uns leben zurzeit 1.1 Mio. Flüchtlinge, was einer Quote von ca. 1,4% entspricht. Trotz dieses beträchtlichen Unterschiedes und dem auch Dank Köppels SVP viel restriktiveren Verfahren, ist die Diskussion in der Schweiz über das Thema nicht weniger intensiv als in Deutschland.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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