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Du, kleine Maus, darfst hier nicht rein. Du bist zu laut!

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Wir waren vor einigen Jahren in einem Hotel auf Mallorca, das als Familienhotel ausgewiesen war.

Die Gegend hat uns nicht gefallen. Wir ziehen eine andere Region Mallorcas vor. Das Hotel war allerdings ok.

Aber.

Überwiegend waren – Überraschung! – Familien mit kleinen anwesend. Uns hat das meistens nicht gestört.

Aber eine Ausnahme stellte das Restaurant dar. Dort herrschte immer (auch später am Abend) ein geradezu ohrenbetäubender Lärm. Nun haben wir das auch schon in anderen Hotels erlebt. Und zwar durchaus auch in solchen, die nicht als „Familienhotels“ ausgelobt waren.

Es ist ja ok, wenn Leute ihre Ruhe suchen und deshalb Lärm gern vermeiden. Andererseits soll es Erwachsene geben, die sich darüber beschweren, wenn Kinder im Restaurant umherlaufen und vielleicht auch mal etwas laut sind. Das sind dann „unerzogene Gören“. Manche Eltern werden von denen, die sich gar so arg gestört fühlen, schon Vorwürfe wie: „Ihre Kinder sind aber schlecht erzogen“ gehört haben. Ob das typisch deutsch ist?

Statt froh darüber zu sein, dass es (wieder mehr?) kleine Kinder gibt und der Kinderlärm etwas mehr wird, verlangen Menschen also nach ihrer Ruhe. Schlimm?

Diese Umfrage (siehe unten) habe ich eben entdeckt.

Danach ist es trotz der demografischen Lage, in der sich unser Land befindet, nicht gut um unsere Toleranz gegenüber kindlichen Bedürfnissen bestellt.

Wahrscheinlich gab es  schon immer solche und solche. Mich hat übrigens überrascht, dass die Geburtenrate Italien ähnlich katastrophal ist wie bei uns. Dabei haben die Italiener doch einen ausgesprochen positiven Ruf, wenn es um ihre sprichwörtliche Kinderfreundlichkeit geht. In italienischen Lokalen, könnte ich mir vorstellen, gibt es solche Diskussionen überhaupt nicht. Aber ich mag mich irren.

Man kann sich darüber aufregen, dass es überhaupt Hotels und Restaurant gibt, die Kindern unter 14 Jahren den Zugang verbieten wollen. Aber, meine Güte! Warum sollen Hoteliers oder Restaurantbesitzer nicht nach Marktlücken suchen dürfen? Solange das nicht überhand nimmt.

Persönlich muss ich allerdings sagen, dass ich (wahrscheinlich) so ein Haus nicht betreten würde. Wenn ich so ein Schild dieser Art irgendwo lesen würde, wäre das Etablissement für mich tabu.

Aber schließlich gibt es in Deutschland ja auch Menschen, die um die Grundstückspreise ihrer Scholle fürchten, weil nebenan vielleicht ein Flüchtlingsheim gebaut wird und setzen alles daran, dies zu verhindern.

Zugegeben, ich hab‘ leicht Reden. Wer kein Grund und Boden besitzt, muss sich auch keine Sorgen um die Preise machen.

 





Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!