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Endlich mal wieder richtig ärgern

Artikel über Antisemitismus liegen mir nicht. Ich sollte die Finger davon lassen. Ich weiß, die Überschrift meines letzten Artikels war bestimmt nicht die beste, die mir eingefallen ist.

Nachdem ich ihn veröffentlicht hatte, dauerte es nicht lang bis ich dafür in einer Facebook-Gruppe einen voll zwischen die Hörner bekam. Wie konnte ich auch ahnen, dass jemand spontan ein Problem damit haben könnte, dass ich Antisemitismus für erblich halte (was ich nie behauptet habe – selbst nicht im missglückten Titel).

Die Bloggerin Susannah Winter mochte in diesem Fall nicht kommentarlos weiterscrollen. Sie ließ es sich nicht entgehen, mir einen kleinen Exkurs in Haltung angedeihen zu lassen:

Eine Haltung hängt nicht zuletzt auch vom Informationsstand des sich äußernden Subjekts ab. Dazu gehören natürlich die Anlagen zur Befähigung eines Intellekts im Normbereich. Danach die Möglichkeiten zur Bildung. Erziehung bildet einen Teil (was lernt man und wie). Als Erwachsenem steht einem dann, so man des Lesens mächtig ist, die Tür zu selbstständigem Denken und Lernen offen. Und dazu zählt neben der höflichen Anrede »Sie« das Potenzial zu mehr Sachlichkeit.

Wenn man sich schon zum Schreiben berufen fühlt, sollte man Sprache und Wissen paaren. Ich bin nicht unfehlbar. Aber ein »Facepalm« muss ausreichen, wenn so offensichtlich über etwas debattiert werden soll, das längst widerlegt ist. Wenn Sie die Welt ( und den darin befindlichen Antisemitismus ) neu erfinden oder rechtfertigen wollen, müssen Sie schon mit mehr kommen, als mit einer Meinung ohne breiteres Wissen über Biologie, Pädagogik, Bildung, Soziologie, Psychologie. Und mit einem Mindestmaß an Befähigung zur Debattenkultur. Es sei denn natürlich (Trommelwirbel): Sie möchten diese Defizite ebenfalls auf Ihre Gene schieben.

Der leise Selbstzweifel: »Ich bin nicht unfehlbar« bezog sich auf meine Antwort.

So gings los:
Winter: »Haltung genetisch verorten zu wollen »Facepalm«.
Schulte: »Will keiner. Wenn die die Frage schon zu anstrengend ist… muss ich mir keine Gedanken machen, dass den Artikel irgendjemand liest. Danke.«
Winter: »die die Frage« ist eben keine.«
Schulte:  »Oh, ein Mensch, ein unfehlbarer dazu.«

Voll fett, wie die Dame mich anhand der Überschrift meines Artikels  charakterisiert. Sie legt – ohne eine Antwort von mir abzuwarten – nach:

Aber ich stelle vermutlich zu hohe Anforderungen an Menschen, die sich zu öffentlicher Stellungnahme veranlasst sehen unter dem Namen »2Bier« – Trinken Sie vier und sparen sich dafür das Paaren von Antisemitismus mit Genetik und wir haben keine Verständigungsprobleme mehr. Viel Glück, Prost und Toi, toi, toi.

Das mit den 2bier hatte ich gerade. Zum Glück gerade noch rechtzeitig. Wie notwendig es war, sich wenigstens ein bisschen zu erklären, zeigt das Beispiel. Auch wenn das im Fall von Frau Winter komplett für den Arsch war.

Frau Winter hat mich erwischt. Ich habe keine Ahnung von gar nichts und erlaube mir dennoch zu bloggen. Das ist abgefahren.

Ein Mann mit Hauptschulbildung fordert die Absolventin eines Fernstudiums heraus, die noch dazu – so stehts in ihrem Blog – noch alle möglichen weiteren Befähigungen besitzt, die samt und sonders  Ausdruck eines überragenden Intellekts sein werden. Dennoch — Luft nach oben hat sie, wenn ich das unbescheidenerweise anmerken darf, trotzdem noch.

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Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!