Erinnerungen auf Zelluloid

Bei den Vorbereitungen der morgen hier beginnenden Malerarbeiten fiel uns eine Kiste mit vordigitalen Fotos in die Hände.

Meistens freu ich mich ja, wenn ich alte Fotos in die Finger bekomme. Diesmal wars anders.

So viele Familienangehörige, Freunde und gute Bekannte haben wir über die Jahre auf Zelluloid gebannt, festhalten konnten wir sie trotzdem nicht. Sie sind gegangen.

Als ob das nicht schlimm genug wäre. Die wenigen Fotos, die ich Ihnen hier zeige, sind ungefähr vierzig Jahre alt. Wir alle hatten uns in diesem Jahr (es könnte so 1978/1979 gewesen sein) für diese wunderbar bunten Clownkostüme entschieden.

Es kam vor, dass wir uns zu dieser Zeit mehrmals in einer Woche gesehen haben. Gute Freunde machen so was. Heute sehen wir uns höchstens zufällig, beim Einkaufen oder beim Spaziergang.

Es macht mich etwas traurig, wenn ich jetzt, angesichts der Fotos, darüber nachdenke. Selbst für diesen Gedanken hat es einen Anlass gebraucht. Damals war das vollkommen anders.

Wir haben sicher alle unseren Anteil daran, dass wir unseren engen freundschaftlichen Kontakt verloren zu haben.

Meine Mutter hat immer zu mir gesagt, ich solle meine Freundschaften hegen und pflegen. Wie so manches auch, was meine Mutter mir an Weisheiten mit auf den Weg gab, hab ich diese Mahnung in den Wind geschlagen.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Kommentare

  1. Ist das Zucker Internet um soviel süsser als echte Freundschaften?
    …Da war doch mal was.
    Du kommentierst auch nicht auf anderen Blogs, fiel mir auf.
    Ich schreibe immer wieder auf deiner (vortrefflichen )Seite, aber den Abstecher machst Du nicht.
    Das darf doch mal erwähnt werden.
    Schönen Tag Dir!

  2. Mit dem Internet hat das meiner Meinung nach eher weniger zu tun. Allerdings wird eine Art von Selbstisolation in den Jahren, seit dem es das Internet gibt, bei vielen Leuten entstanden sein. Aber du kennst das vermutlich auch: Trifft man einen alten Freund beklagt er sich darüber, dass du dich mal nie gemeldet hättest. Dabei ist der Weg von ihm zu dir nicht weiter als der von dir zu ihm. Es liegt also selten nur an einer Seite.

    Es ist wahr, dass ich wenig in anderen Blogs kommentiere. Dabei weiß ich von Anfang an (2004), dass es für die Besucherentwicklung wichtig ist, viel in anderen Blogs zu kommentieren. Vielleicht lerne ich das ja irgendwann noch. 🙂

    1. Ich mache das mit dem Kommentieren (noch) reichlich, aber nicht immer kommt was zurück. Manche antworten sogar nicht auf die (ausgefeilten) Kommentare…vielleicht sind sie zu 99% in Facebook unterwegs?!
      Die Kontakte DRAUSSEN gehen zurück. Kontakte suchen ist „alte Schule“. Macht man nicht mehr. Und DA WUNDERT man sich, daß es auch sonst bei sozialen Themen bergab geht. Mein ich! (im doppelten Sinn)

      1. Eine Garantie, dass mehr kommentiert wird, ist die konsequente Handhabung leider auch nicht. Facebook und Co. spielen bestimmt eine große Rolle, was die Entwicklung der direkten Kommunikation innerhalb unserer Blogs anlangt. Bei mir ist es so, dass sich manchmal ganz interessante und umfangreiche Diskussionen bei Facebook ergeben. Diese Menschen kriegt man nicht mehr dazu, stattdessen im Blog zu kommentieren. Sie bleiben dann lieber in ihren Gruppen oder in ihrem Freundeskreis bei Facebook. Schätze, dass sich klügere Leute als ich darüber schon viele Gedanken gemacht haben. Vielleicht wird man irgendwann eine Möglichkeit finden, diese Lücke zu schließen. Für uns Blogger wäre das ein Segen.
        Mit meiner Skepsis gegen die Errungenschaften des Internets bin ich augenscheinlich nicht allein. Natürlich hast du Recht. Das Internet hat viel verändert. Ganz sicher auch das soziale Verhalten im wirklichen Leben. Viele bestreiten das, weil ihr Augenstern (das Internet) unter solchen Diskussionen auf keinen Fall „leiden“ soll. Dabei wäre eine kritische Auseinandersetzung dringend nötig. Aber darauf werden wir noch kommen. Ich bin nur sicher, dass es dann zu spät ist.

  3. Manchmal denke ich an irgendeinen alten Freund oder eine alte Freundin, meist löst irgendeine Begebenheit solche Erinnerungen aus. Dann frage ich mich, wie viele Jahre ich Den- oder Diejenige nicht mehr gesehen habe — und dass man sich vielleicht einfach mal melden sollte. Sofern man einen Anknüpfungspunkt (Adresse, Telefonnummer, E-Mailadresse, Website) hat.
    Und ich frage mich, ob er/sie ab und zu ähnliche Erinnerungen (an mich) hat und dann wahrscheinlich denselben Gedanken, warum eigentlich…

    Tja, und dann passiert meist nichts. Es verläuft wieder im Sand…
    Nicht immer, aber…

    Vielleicht muss das so sein. Vielleicht haben auch Freundschaften ihre Zeit, und wenn sie einmal enden, aus welchen Gründen auch immer, dann werden sie zur Erinnerung. Und meist bleiben sie das auch, und wahrscheinlich ist das gar nicht schlimm. Man kann nichts zurückholen.

    Mittlerweile macht mich das jedenfalls nicht mehr traurig… 🙂 Ich freue mich über die Fotos von früher, weil eben daran so viele Erinnerungen hängen.

    1. I.d.R. freue ich mich auch beim Anschauen alter Fotos. Aber wenn das Wetter halt mal so besch… war. Wie heißt der Spruch? Ich glaube, er ist sogar aus der Bibel: „Alles hat seine Zeit“. Warum sollte das bei Freundschaften anders sein?

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