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Rauf auf den Zug

Es ist logisch, dass so ein Fresschen großen Anklang im Netz findet. Bei Twitter ist Musi. Es macht noch mal so viel Spaß, wenn es gegen «Bild»-Journalisten geht. Da setzen …

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Es ist logisch, dass so ein Fresschen großen Anklang im Netz findet. Bei Twitter ist Musi. Es macht noch mal so viel Spaß, wenn es gegen «Bild»-Journalisten geht. Da setzen sich viele ganz fix und bereitwilligst die Hasskappe auf.

Immer druff

Meine Freude stockt, weil Journalisten immer häufiger so angegangen werden. Egal für wen sie arbeiten. Die einen sind zu rechts, die anderen zu links. Die einen machen Propaganda für die Regierung, andere für die Amis und wieder andere für die Russen.

Ob es Claus Kleber ist, Kai Gniffke, Dunja Hayali, Anja Reschke oder – um noch wen von den Print-Medien zu nennen, Josef Joffe, Giovanni di Lorenzo, Hans Leyendecker oder Heribert Prantl. Sie alle und natürlich noch viel mehr Journalisten kennen die Hater und die Shitstorms, die sie auszulösen in der Lage sind, aus eigener, leidvoller Erfahrung und das auch nicht nur vom «Hinsehen».

Ich höre manchen jetzt sagen: Das ist alles eingepreist – wie bei den Politikern. Wer solche Jobs macht muss Kritik aushalten. Hm. Klar. Ich frage mich dann, wie es um mich steht, und ob ich unter diesen Voraussetzungen immer noch so empfindlich sein würde, wenn ich einen kritischen Kommentar zu lesen kriege und mich danach (früher mehr als heute) so schrecklich angepisst fühle. Ich bin halt kein Profi. Die werden damit schon klarkommen. Ach ja?

Und Sie so?

Und wie sieht das bei Ihnen aus? Haben Sie das, was man gemeinhin «ein dickes Fell» nennt? Oder üben sie noch, sich eines zuzulegen. Im Zeitalter des Internets, also dem letzten (noch) weitgehend rechtsfreien Raum!, muss man das tun. Denn der Hass, der Justizminister Maas (keineswegs nur von Rechts) entgegenschlägt, wird dieses doofe Netzdurchsetzungsgesetz hoffentlich ja noch zu Fall bringen.


Dialogversagen?

Wenn Journalisten auf ihre Leser oder Zuschauer zugehen und sich ihren «Vorbehalten», einem direkten Dialog, stellen, werden sie oft genug auf eine Art abgebügelt, dass ich noch mehr verwirrt bin. Wir haben doch gelernt, bei Problemen miteinander zu kommunizieren. In der Hoffnung, dass sie sich lösen lassen.

Ich finde Fischers Text durchaus in Ordnung und zwar schon deshalb, weil ich mich – aus Schadenfreude – gut amüsiert habe. Ja! Und das ist es, was mich stutzig macht.

Die Personen, die Fischer auf dem Kieker hat, sind mir zum Teil auch schon negativ aufgefallen. Julian Reichelt zum Beispiel in einer Talkshow, in der er einen ehemaligen Bundeswehroffizier in einer Art und Weise angegangen ist, die mir als Zuschauer unangenehm in Erinnerung blieb.

Dass diese Journalisten den Stil der «Bild»-Zeitung prägen ist unbenommen. Das darf man kritisch sehen. Meine Schlussfolgerung war vor vielen Jahren, diese Zeitung wenn irgend möglich zu meiden.

Gesetzeslage

Generell macht mir die Form der Auseinandersetzungen über aktuelle Themen (z.B. Netzdurchsetzungsgesetz, Leistungsschutzrecht, Urheberrecht) Sorgen. Reicht es nicht, dass wir bei bestimmten politischen Fragen eine so extreme Polarisierung beobachten?

Die «Bild»-Zeitung oder die Arbeit der dortigen Journalisten muss man nicht leiden mögen. Aber das sollte keinen Anlass bieten, in eine Art von Vernichtungschor einzustimmen.

Ich nehme es Menschen nicht übel, wenn sie – so unter Druck gesetzt – übers Ziel hinausschießen. Wenigstens das sollten wir aus den Millionen von unnützen Shitstorms doch gelernt haben.

Ist das, was bei Twitter wieder abgegangn ist, nicht eine sehr spezielle Entkräftung der Argumente, die am maasschen «Zensurgesetz» geübt wird?


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Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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