Wer lässt eine Million Arbeitslose verschwinden? Keiner!

Der Kampf für die, die Unterstützung nötig haben, ist mein Kampf. Ich habe große Sympathie für diejenigen, die sich um Menschen kümmern, die es schwer haben und die unsere Unterstützung brauchen.

Aber auch in diesem Kampf wird leider oft mit unsauberen, nicht nachvollziehbaren Behauptungen und Vorhaltungen operiert, die der Sache nicht dienen.

Eben lese ich (nicht zum ersten Mal übrigens) in einem Tweet  folgendes:

https://www.facebook.com/TmoWizard/posts/10211797467425064

Michael, den ich wirklich schätze, übernimmt vom Blog »Gegen-Hartz.de« folgende Meldung:

Nicht verschwiegen aber gut getarnt Denn Arbeitslos sind im landläufigen Sinne zur Zeit mehr als eine Million Menschen mehr. Demnach sind es nicht 2,5 sondern 3,5 Millionen Menschen ohne Arbeit. Doch diese eine Million mehr, werden nur nicht so genannt, sondern tauchen in der Rubrik »Unterbeschäftigung« auf.

Diese Unterrubrik ist intern bei der Arbeitsagentur immer unter den offiziellen Arbeitslosenzahlen zugeordnet. Darunter sind nämlich alle, die an sogenannten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Ein-Euro-Jobs, Bürgerarbeit, Bewerbungstrainings, Lehrgänge, Sprachkurse usw. teilnehmen.Quelle: Eine Million Arbeitslose verschwunden | LINK

Ich finde nicht, dass man von »gut getarnt« reden kann und auch nicht davon, dass uns, dem unbedarften Leser, hier ein X für ein U vorgemacht wird.

Auf der 1. Seite der Website Arbeitsagentur.de sind die Dinge an prominenter Position dargelegt.

Sorry: Wer das bisher noch immer nicht geschnallt hat, dem ist wirklich nicht zu helfen.

1 Mio. Menschen mehr ohne Arbeit befinden sich in Maßnahmen, von denen keiner weiß, ob sie was bringen. Wir sind alle keine Hellseher. Dass die Statistik diese Menschen »verschluckt« hat, stimmt einfach nicht.

Es wird Stimmung gemacht mit Behauptungen, die alle Diskussionen über so schwierige Themen nur unnötig schwer machen.

1 Mio. Arbeitslose unterschlagen? Quatsch!

Es gibt doch wahrhaftig genügend Sachen, die wir der Regierung ankreiden müssen und gegen die Opposition dringend geboten ist. Aber an dieser Stelle ärgere ich mich einfach nur.

Das Arbeiten mit diesen Methoden ist nicht weniger falsch als wenn mir CDU-Leute immer damit kommen, wie gut es in diesem Land läuft.

Natürlich läuft nicht alles gut. Sonst hätte die AfD nämlich nicht fast 13% der Stimmen bei der Bundestagswahl bekommen! Versteht das jeder?

Von den Linken erwarte ich, dass sie sich auf den nötigen und komplizierten Dialog mit denen einlassen, die jetzt regieren werden. Für mich sind es allesamt Parteien mit unübersehbar neoliberalem Touch.

Mir passiert es ja auch, dass ich mich auf falsche oder fehlerhafte Meldungen einlasse und deshalb einen riesen Bohai veranstalte. Nur erweist das der nötigen Diskussion um die Ungerechtigkeit im Land einen Bärendienst. Können wir uns darauf verständigen?

Beitragsfoto von (sofern nicht von mir oder nicht Public Domain):