Aufregen ja, verbieten nie!


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Über Gau­lands FAZ – Arti­kel haben sich vie­le Leu­te auf­ge­regt. Die Dis­kus­sio­nen lau­fen noch weiter.

Aller­dings geht es dabei meist nicht um Inhal­te, son­dern haupt­säch­lich dar­um, dass die FAZ Gau­land über­haupt erlaubt hat, die Platt­form zu nutzen. 

Es ist ein gro­ßer Unter­scheid, ob man sich über einen Tex­te auf­re­gen und ihn inhalt­lich kri­tisch bewer­tet als ihn von vorn­her­ein ver­bie­ten zu wol­len, nur weil die­ser oder sein Autor mir nicht pas­sen. Ein Ver­bot von Tex­ten, auch wenn sie mir kom­plett zuwi­der sind wäre falsch. Es wäre der Demo­kra­tie unwür­dig. Mei­nungs­frei­heit ist ein wich­ti­ges Grundprinzip. 

Kri­tisch wird ein Text dann, wenn der Autor gegen Grup­pen von Men­schen hetzt oder gar signa­li­siert, die Demo­kra­tie abschaf­fen zu wollen.

Jut­ta Ditt­furth mel­de­te sich auch zu Wort. Sie deu­te­te in einem Tweet «zart» an, dass der Vor­gang nur zei­ge, wie die FAZ immer noch von alten Seil­schaf­ten durch­drun­gen sei. Ob sie kei­nen Kalen­der hat? Ihr Demo­kra­tie­ver­ständ­nis ist weit ent­wi­ckelt. Mich hat sie bei Twit­ter vor Län­ge­rem blo­ckiert. Sie ist schnell und frei­gie­big aber ganz bestimmt nicht demokratisch.

Wenn ich bei Tele­po­lis Sachen wie den zitier­ten Aus­zug lese, fra­ge ich mich, ob unter glei­chen Maß­stä­ben, sol­che Tex­te lin­ker Autoren nicht eben­so ver­bo­ten wer­den müssten!

So eine kras­se Schei­ße lese ich auch nicht gera­de sel­ten. Nur, dass es halt kei­ne rech­te, son­dern lin­ke Schei­ße ist. Stin­ken tun bei­de! Wenn wir Gau­lands Tex­te als demo­kra­tie­feind­lich betrach­ten, dann ist es die­ser Text  kein Stück weniger.

«Der von Nazi­ver­ste­hern wie See­hofer und Maaßen geführ­te deut­sche Staats­ap­pa­rat übt sich somit wie­der in die Pra­xis des Sta­tu­ie­rens von Exem­peln ein, um jeg­li­chen zivil­ge­sell­schaft­li­chen Wider­stand prä­ven­tiv zu ersti­cken. Die Gewalt­ex­zes­se und Ver­wüs­tun­gen in Ham­burg, die auch durch eine geziel­te Eska­la­ti­ons­stra­te­gie des jüngst beför­der­ten Poli­zei­chefs Dud­de wäh­rend des G20-Gip­fels ange­facht wur­den, leg­ten den Grund­stein für die­se extre­me Repres­si­ons­po­li­tik. Das Ein­neh­men einer Embryo­nal­stel­lung samt Fla­schen­wurf wur­de mit mehr­jäh­ri­gen Haft­stra­fen ohne Bewäh­rung geahndet.»


Quel­le: https://www.heise.de/tp/features/Wenn-wir-regieren-werdet-ihr-alle-eingesperrt-4179281.html

Extre­me för­dern mehr Extre­mes. Wer dabei mit­macht, soll­te sich über die Kon­se­quen­zen im Kla­ren sein. Kri­tik kann kon­struk­tiv aber auch das Gegen­teil sein. Und wer so ein­sei­tig gegen unse­ren Staat argu­men­tiert, ist aus mei­ner Sicht genau­so zu ver­ur­tei­len, wie die Rechts­ex­tre­men. Es wird viel­leicht bald ganz nor­mal sein, sich für eine Sei­te ent­schei­den zu sol­len. Ich wer­de da nicht mit­spie­len. Ver­bo­te hel­fen uns bei der Bewäl­ti­gung unse­rer Pro­ble­me mit unse­rer Demo­kra­tie nicht weiter. 

Ich glau­be an die Demo­kra­tie und has­se Extre­mis­mus. Noch immer gilt: Am Anfang war das Wort. 

Wir dür­fen so nicht weitermachen!

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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