Der Monsanto / Bayer Coup

Glyphosat beschäftigt uns schon eine Weile. Bayer hat die Geschichte offenbar nicht so beeindruckt und den größten Hersteller des umstrittenen Produktes Glyphosat für 66 Milliarden US $ gekauft. Erst im Juni 2018 wurde der Kauf unter Dach und Fach gebracht. Der Name „Monsanto“ soll künftig verschwinden. Glyposat nicht.

Insgesamt verkaufen 40 Hersteller das Produkt weltweit. 

Einer von, wie man hört, ca. 5.000 gesundheitlich schwer geschädigten US-Amerikanern hat vor einem us-amerikanischen Gericht einen Prozess gegen Monsanto gewonnen. Das Unternehmen wurde dazu verurteilt, 285 Millionen US $ an einen an Lymphdrüsenkrebs erkrankten Nutzer von Glyphosat zu zahlen. Das Unternehmen geht in Berufung. 

Die Turbulenzen mit denen die Bayer – Aktie nach Bekanntwerden des Urteils zu kämpfen hat, waren angesichts der Größenordnungen des Falles und der damit verbundenen Perspektiven leicht vorherzusagen.

In Deutschland hört man häufig die „Experten“ – Frage, ob das „Bayer“ Management die Risiken der Monsanto-Übernahme richtig eingeschätzt hätte.

Warum konnte ein us-amerikanisches Gericht in einem Prozess Klarheit hinsichtlich der Krebsgefährdung durch Glyphosat schaffen, während WHO, EU und andere dazu seit langer Zeit nicht in der Lage waren?

Anders gesagt: wie stark müssen die Lobbymächte auf unsere Entscheider wirken, damit ein solches Bild überhaupt entstehen kann?

Da die endgültige Entscheidung über die Schuld des Unternehmens Monsanto offen bleibt und erwartungsgemäß noch lange Zeit auf sich warten lassen dürfte, werden die hohen Rücklagen, die Bayer für eventuelle Schadensersatzleistungen bilden muss, das Unternehmen ganz schön strapazieren. Ich glaube aber nicht, dass sich das bzw. die Verfahren langfristig auf den Aktienkurs auswirken werden. Die PR – Leute des Konzerns werden das schon „glätten“.

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Horst Schulte

Irgendwann Anfang der 2000er Jahre habe ich mit dem Bloggen angefangen. Es ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ich bin, wie du sicher annehmen wirst, weder religiös noch anderswie gläubig. Das will ich mal vorausschicken.

    Aber was Bayer gerade erfährt, ist die Folge davon, wenn man sich mit dem Bösen einlässt. Wenn man den Faustischen Pakt eingeht.

    Denn wenn es Verkörperungen des Bösen schlechthin gibt, dann ist Monsanto geradezu eine exemplarische Verkörperung.

    In einer Tageszeitung war die Tage ein Artikel zu Bayer/Monsanto und den Erschütterungen, die Bayer gerade deswegen erlebt. Dort gab es ein Bild, auf dem der Bayer-Chef und der Monsanto-CEO eifrig lächelnd Händchen schüttelten. Beide waren ab dem Bauch aufwärts zu sehen. Das musste so sein, denn wenn man den CEO bis zu den Schuhen gesehen hätte, hätte man erkannt, dass in einem Schuh ein Huf steckt… 😉 🙂

    Ok, das ist jetzt Scherz genug — zumindest der letzte Absatz.
    Aber Monsanto steht für mich eindeutig fast sinnbildhaft für alles Schlechte und Böse auf der Welt.

  2. Klingt ja doch ein bisschen danach, als seist du gläubig. Die Verkörperung des Bösen… 😃😁 Mich hat auch gewundert, dass Bayer diesen Konzern kaufen wollte. Natürlich nicht nur wg. Glyphosat. Ich bin echt gespannt, wie sich diese Sache jetzt weiterentwickelt und ob die Wirtschaft wieder mal gegen die Gesellschaft gewinnen wird.

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