Die Tagesschau und andere klassische Nachrichtenformate genießen in Deutschland (immer noch) einen guten Ruf. Daran ändert auch die ständige Nörgelei gewisser Leute nichts, die ihre Permanent-Kritik über die sozialen Medien erfolgreich breittreten.
Es Gab Buhrufe Und Zischlaute Gegen Trump. Aber Sie Waren Viel Leiser Als In Der Tagesschau.

Die von BILD-Chef­re­dak­teur Juli­an Rei­chelt via Twit­ter geäu­ßer­te Kri­tik an der mani­pu­lier­ten Laut­stär­ke der Buh­ru­fe gegen Prä­si­dent Trump wird allen Zweif­lern an der Neu­tra­li­tät und Inte­gri­tät der Tages­schau-Redak­ti­on und des öffent­lich-recht­li­chen Rund­funks gene­rell als will­kom­me­nes Fut­ter die­nen.

Trumps Kritik an der Presse in Davos

Trumps erneu­ter Angriff auf die Pres­se wur­de zwar auch inter­na­tio­nal erwähnt und kri­ti­siert. Aber die Buh­ru­fe und die so genann­ten Zisch­lau­te sind in unbe­ar­bei­te­ten Vide­os kaum zu hören. Inso­fern ist das «Tagesschau»-Video schon beson­ders…

3 You­tube-Vide­os habe ich auf Anhieb gefun­den, für deren Urhe­ber die Sache wie­der ein­mal ganz klar ist. Die Tages­schau als gro­ßer Nach­rich­ten-Mani­pu­la­tor. Es gibt halt immer noch genug Leu­te, die Trump vor allen Angrif­fen in Schutz neh­men. Ob sie nun – wie meis­tens – abso­lut berech­tigt sind oder nicht.

Trump in Davos aus­ge­buht

«Hin­ter­häl­ti­ge Pres­se»: So wird Trump in Davos für die­se Aus­sa­ge aus­ge­buht.

Posted by tages­schau on Frei­tag, 26. Janu­ar 2018

 

Service für uns Zuschauer*Innen?

Die Tages­schau mach­te es ihren Zuschauer*Innen schön ein­fach, in dem sie die Laut­stär­ke der Buh­ru­fe und Zisch­lau­te nach oben gedreht hat.

Genau dar­über empört sich die übli­chen Ver­däch­ti­gen.

Statt Trump, wie die ame­ri­ka­ni­schen Medi­en es zum Teil taten, dafür zu kri­ti­sie­ren, dass er sei­ne undif­fe­ren­zier­te Medi­en­kri­tik dies­mal sogar auf inter­na­tio­na­lem Boden wie­der­hol­te, kriegt Dr. Giff­kes Tages­schau nun Ärger.

Giff­ke nahm im Tages­schau-Blog zu den Vor­wür­fen Stel­lung.  Er tat dies nicht wirk­lich über­zeu­gend. Der Vor­wurf der Mani­pu­la­ti­on bleibt des­halb im Raum und gibt den Kri­ti­kern der ARD und ZDF-Nach­rich­ten­sen­dun­gen wei­te­re Nah­rung.

Bitte lasst die Zuschauer*Innen selbst denken und versucht auch nicht, ihnen dieses Denken zu erleichtern!

Kei­ne Ahnung, ob inter­na­tio­na­le Fern­seh­sen­der ihren Zuschau­ern einen der­ar­ti­gen «Ser­vice» eben­falls gegönnt haben. Ich fin­de die­ses Ver­fah­ren unan­ge­bracht und mani­pu­la­tiv. Dass Gniff­ke sich nicht ein­fach dafür ent­schul­digt und den Feh­ler ein­räumt, liegt viel­leicht auch dar­an, dass er dies bei ähn­li­chen Gele­gen­hei­ten schon zu häu­fig machen muss­te.

Horst Schulte

Ich bin seit 2015 nach 47 Jahren Berufstätigkeit Rentner. Manche sagen, Rentner wären egoistisch. Stimmt gar nicht. Ich stelle meine Texte hier im Blog völlig uneigennützig und natürlich kostenlos zur Verfügung. Aber wehe, jemand verletzt mein Copyright!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare
  1. Ich bin zwie­ge­spal­ten, was die Bewer­tung die­ses Vor­komm­nis­ses angeht. Denn: Vor Ort hat man die Buh­ru­fe offen­bar ver­neh­men kön­nen, nicht aber auf der Ton­spur des Vide­os. WAS also ist die Mani­pu­la­ti­on? Was ist «die Wahr­heit»? Ist es nicht gera­de ein «Dienst an der Wahr­heit», dass man die Buh­ru­fe auch für die Medi­en­gu­cker hör­bar macht?
    Erzeugt die offen­sicht­lich unzu­läng­li­che Auf­nah­me­tech­nik denn ein «Ori­gi­nal», das als Wahr­heit sakro­sankt ist? Ich zweif­le!
    Ver­fälscht zum Bei­spiel ein Foto die Rea­li­tät einer Sehens­wür­dig­keit, wenn ein Aus­schnitt gewählt wird, der die Mas­sen Tou­ris­ten davor nicht zeigt?
    Vre­fälscht eine Ton­auf­nah­me die Rea­li­tät, wenn durch Stand­ort und Aus­steue­rung der Mikro­pho­ne ein wesent­li­cher Teil des Sounds nicht mit­ge­nom­men wird?

    Fra­gen über Fra­gen, die m.E. die ein­fa­che Ver­ur­tei­lung als «Fake News» ver­bie­ten.

  2. Mir kam es so vor, als sei­en die Buh­ru­fe / Zisch­lau­te eher gering und kurz gewe­sen. In der inter­na­tio­na­len Pres­se wur­de trotz­dem dar­über berich­tet. Ich habe – außer bei der Tages­schau – kei­nen Bericht gefun­den, in dem die Ton­spur zur «Ver­deut­li­chung» des Vor­gan­ges «bear­bei­tet» wur­de. Ich habe danach gesucht aber nichts gefun­den (auch nicht auf us-ame­ri­k­an­si­chen Sei­ten). Dass die Tages­schau es so gehal­ten hat, wirkt auf mich befremd­lich. Es ist wahr, dass die Ton­auf­nah­me des­halb zwar nicht gefälscht aber eben doch ver­fälscht wur­de.

    Das The­ma habe ich nur aus dem Grund behan­delt, weil es mir wie­der mal grund­sätz­lich gestört hat, dass durch so etwas den Rech­ten und auch den grund­sätz­li­chen Kri­ti­kern des ör Rund­funks aus mei­ner Sicht Vor­schub geleis­tet wur­de. Als Fake News wür­de ich die­se Sache auch nicht bezeich­nen.

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