Da legt einer Hand an am liebsten Spielzeug der Lobos, Lummas und Beckedahls oder Kurz’ dieser Welt. Es knallt nach der offiziellen Einführung des NetzDG bereits ordentlich.

So könnte Heiko Maas NetzDG das Zeug dazu haben, die SPD stimmungsmäßig unter 15% zu boxen. Und das womöglich noch während der »Sondierungsgespräche«. Aber die ahnen davon noch nichts! Dabei hätten die Parteischlauen bloß mal auf die Wirkung von Schröders Agenda 2010 schauen brauchen. Dieser Coup könnte für die Partei ähnliche Dimensionen bekommen. Die ersten Tage des NetzDG lassen sich vielversprechend an.

Ich bin ganz froh über die volle Breitseite gegen das Maas-Gesetz, also über den Versuch.  Wenn nämlich alle schimpfen, so heißt es doch, muss man was richtig gemacht haben.

Logisch auch, dass mir wohl kaum jemand beipflichten wird. Schließlich geht es ums Internet. Der heilige Gral der Demokratie und der Meinungsfreiheit. Geschissen! Längst sollte jeder begriffen haben, was die sozialen Netzwerke und der sich dort niederschlagende Dreck und Schmutz anrichten.

Das beste, was aus diesem gemeinschaftlichen Strudel aus Ärger und Frust entstehen könnte, wäre löschen, löschen, löschen. Dann stellt sich Langweile ein und ein nach und nach aufkommendes Desinteresse der Nutzer. Posten wir also lieber nur noch Katzenfotos und vegane Ernährungstipps. Aus die Maus.

Leute, die politisches Sendungsbewusstsein haben, können Blogs installieren und allein auf eigene Verantwortung ihre Botschaften in den virtuellen Orkus schicken. Die Kommentare kann man ausschalten, moderieren oder grundsätzlich – der Meinungsfreiheit zuliebe – und wiederum ganz auf eigene Verantwortung – auch sofort veröffentlichen.

Meine Prognose: Wenn es so weitergeht und alle miesen Texte (auch meine!) bei Facebook, Twitter und Co. vorsichtshalber (50 Mio. Strafe sind auch für Facebook und Twitter keine Kleinigkeit) gelöscht würden, geraten besonders böse Exemplare via Screenshot dennoch in den Fokus der Öffentlichkeit. So schnell werden die Löschbrigaden der Netzwerke nämlich gar nicht hinterherkommen.

Dann hagelt es private Klagen gegen die Urheber dieser Botschaften und unsere Gerichte würden so doch noch in die Abwicklung des NetzDG einbezogen. Eine klassische Win-Win-Situation.

Also so, wie sich das so viele wünschen, obwohl jeder weiß, dass wir dafür an unseren Gerichten gar kein Personal vorhalten. Es fehlen derzeit allein 2000❗ Richter in Deutschland.

Trotzdem wünschen sich die Gegner des NetzDG, dass nicht die Netzwerke selbst prüfen und zensieren, sondern dass dies vom Staat übernommen wird. Natürlich wäre das eine bessere Lösung. Aber unter den gegebenen Umständen könnten wir den Versuch auch gleich lassen. Und vermutlich trifft das die wahre Intention aller Beschützer der letzten freien Bastion der Demokratie. Hoffentlich bleibt die Politik dabei.

Irgendwann Anfang der 2000er Jahre habe ich mit dem Bloggen angefangen. Es ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

horstschulte.com · bedburgisches.de · blogmemo.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.