Die Bewertungen der Gruppenspiele unserer Nationalmannschaft bei dieser WM sind zum Teil abenteuerlich und nicht wenige sogar abstoßend. Deshalb muss ich mich noch mal mit dem Thema befassen. Manche machen aus ihrer Wut eine Generalabrechnung mit „dem deutschen Fußball“, dem Bundestrainer und mit der ethnischen Zusammensetzung des Teams. Nur schlechte Verlierer tun sowas!

Vorbei sind die gemeinsam gefeierten Erfolge

Es passt in diese Zeit, in der nationalistische Töne wieder in Mode kommen.

Noch vor 4 Jahren haben wir den errungenen Titel gemeinsam gefeiert. Allerdings könnte man ein Ei darauf legen, dass schon damals nationalistische Töne existieren. Sie gingen lediglich im allgemeinen Jubel unter.


WM-Qualifikationsspiele unserer Nationalmannschaft für die WM 2018 in Russland, Quelle: Fifa

Beim Lesen mancher Kommentare blieb mir die Spucke weg. Nicht viele beschränken sich auf sportliche Wertungen. Also etwa, dass alle drei Gruppenspiele dürftig ausfielen und die komplette Spielanlage unübersehbare Mängel hatte. Einige Spieler hätten ihr Normalniveau nicht erreicht. Das konnte jeder sehen und das Ergebnis war der Heimflug nach der Vorrunde. Diese Kritik ist nachvollziehbar und die Bewertungen wohl auch zutreffend.

Kein Stein auf dem anderen

Aber in Deutschlands gehts flott ans Eingemachte. Dann wird ALLES infrage gestellt. Wie früher, spielten plötzlich Fußballmillionäre, die nicht bereit waren, sich für ihr Land einzusetzen und alles zu geben.

Die Gründe lagen für diese Kritiker auf der Hand. Die Spieler sie seien zu satt und zu träge gewesen.

Die Devise für nicht wenige lautet: #Merkelmussweg!

Oder so:

Die Logik mancher Kritiker hat einen Knacks

Was diese Fachleute in Sachen Nationalität und Fußball vermissen lassen, ist ein Quäntchen Logik.

Diese scheint noch unter dem Kummer vergraben, dass wir nicht mehr dabei sind. Für mich ist das Thema eigentlich abgehakt. Wenn nicht diese vielen Klugscheißer in ihrer Trauer krass übers Ziel hinausschießen würden. Und die Führung des DFB tut ihnen den Gefallen, das noch zu unterstützen.

Logik erklärt ganz sicher nicht die drei megaschlechten Gruppenspiele unserer Mannschaft. Wir haben es mit Fußball zu tun, da ist mit Logik nichts zu wollen. Es  soll es immer wieder mal Überraschungen gegeben haben. Das 1:7 gegen Brasilien war sicher so eine.

Wir wissen das auch. Aus dem Vereinsfußball und ebenso gut aus der Historie unserer glorreichen Fußballnationalmannschaft. Was allerdings augenfällig ist, ist, dass die Fans völlig vergessen zu haben scheinen, wie unsere Mannschaft die WM-Qualifikationsspiele, die immerhin noch bis Oktober 2017 liefen, absolviert hat – nämlich mit überragenden Ergebnissen.

Ist es logisch, dass diese Mannschaft (werfen Sie einen Blick auf die obige Tabelle!) innerhalb von ein paar Monaten ihre Klasse verloren hat oder muss man vielleicht einfach nur verstehen, dass solche Dinge beim Fußball passieren. Nicht nur für die deutsche Mannschaft gibt es solche unliebsamen Überraschungen, auch für andere Top-Teams. Oder sind Italien und die Niederland und andere, die nicht mal die Quali geschafft haben, deshalb als Nationalmannschaften abgeschrieben?

Wo ist die Solidarität der Mannschaft?

Schade, dass man das vielen immer wieder unter die Nase reiben muss. Besonders schlimm finde ich diejenigen, die mit nationalistischen und rassistischen Sprüchen gegen die Mannschaft und ihre Leitung zu Felde ziehen. Sie behaupten sogar, froh über ihr Ausscheiden gewesen zu sein. Wollen das Fußball-Fans sein? Idioten trifft es besser.

Ob Mesut Özil diese Gedanken dieser Tage ebenfalls durch den Kopf gehen? Vermutlich. Sein Vater jedenfalls sagt: „Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Dankeschön, aber das war’s. Dafür ist die Kränkung dann doch zu groß. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.“ Link: Vater von Mesut Özil: „Er ist geknickt, enttäuscht und gekränkt“ – SPIEGEL ONLINE

In Zukunft sollen diese Leute keine Fußballspiele unserer Mannschaft anschauen. Wir brauchen nämlich diejenigen, denen es um den Sport geht und keine unfairen Verlierer, die nachkarten.

Horst Schulte

Irgendwann Anfang der 2000er Jahre habe ich mit dem Bloggen angefangen. Es ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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