Unser Staat ist bei der Deutschen Post noch immer zu einundzwanzig Prozent beteiligt. Trotzdem ! liegt die Vorstandscrew dieses Unternehmens  in der erlauchten Gruppe der Top-Kassierer an der Spitzen-Position.

Post-Chef Frank Appel bekommt 232-mal so viel Gehalt wie der Durchschnitt seiner Mitarbeiter. In anderen Vorstandsetagen sieht es ähnlich aus. Link: Vorstandsgehälter: Manager entrücken Belegschaft immer mehr

Die Aufsichtsräte müssen besonders leicht herumzukriegen sein. Oder, ob die Leistung dieser Vorstände es rechtfertigt, dass sie im Durchschnitt mehr als siebzig Mal so viel verdienen bekommen wie ihre Mitarbeiter? Allein die Frage ist lächerlich.

Es ist nicht mehr in Mode, Worte über die Entwicklung zu verlieren. Das war schon anders. Inzwischen wird den Unternehmenschefs immer leichter gemacht. Die Aufsichtsräte zahlen die Gehälter und geben weiteren Gehaltsforderungen nach ohne auch nur einmal über die gesellschaftliche Wirkung ihrer Handlung nachzudenken.

Ich kritisiere das und setze mich damit unvermeidlich dem Vorwurf aus, das nur aus purem Neid und Frust zu tun.

Dass die in den letzten Jahren so exorbitant gestiegenen Einkommen Resultat von individuellen Leistungen jener Vorstände waren ist unwahrscheinlich. Eher war es wohl so, dass gestiegene Aktienkurse, die seit dem Eintritt der Vorstände in die jeweiligen Unternehmen erzielt wurden. Ob die Entwicklung bei VW oder der Deutschen Bank in der Einkommensentwicklung der dortigen Vorstände ablesbar ist? Vielleicht war stattdessen ja die Internationalisierung und die allgemeine Orientierung an die Entwicklung in angelsächsischen Ländern dafür verantwortlich?

Die Dax-Vorstände verdienen zehnmal so viel wie vor 30 Jahren! Quelle: Handelsblatt

Die im Dax vertretenen Unternehmen verweisen gern auf ihre Compliance-Kultur. So wie sie es früher mit der Mitarbeiterbeziehung, später dann mit der angeblichen Ausrichtung des Unternehmens auf das ihnen ach so wichtige Kundeninteressen getan haben.  Ein guter Kundenservice, Kundenorientierung ganz allgemein war ja immer so wichtig und von so überragender Bedeutung für die Unternehmen.

Alles hohles Geschwafel in den Führungsetagen!

Wer heute Serviceabteilungen online oder telefonisch kontaktiert und naturgemäß mit Callcentern in aller Herren Länder und mit permanent wechselnden Gesprächspartnern zu tun bekommt, der lernt sehr schnell, wie lästig Kunden und vielen Unternehmen in Wahrheit sind. Oder will man die Entwicklung als Kostendämpfungsmaßnahme und Nutzung der Segnungen des Fortschritts durch das Internet verkaufen?

Ist mein Vortrag berechtigte Kritik an den Führungsriegen unserer Unternehmen? Nein, ich bin neidisch, einfach nur neidisch auf die höheren Einkommen anderer. Wahr ist aber auf jeden Fall, dass ich heilfroh bin, solchen Vorständen und ihren dreisten Lügen nicht mehr zuhören oder selbst an Alibi – Unternehmensleitbildern mitarbeiten zu müssen.

Irgendwann Anfang der 2000er Jahre habe ich mit dem Bloggen angefangen. Es ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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