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Bedburg: Umbau des Rathauses wird fast doppelt so teuer und er dauert noch viel länger

Hier darf einmal mehr die Frage nach der Verantwortung gestellt werden. Es ist ungeheuerlich, welch grobe Verantwortungslosigkeit sich in unserem Land bei solchen Bauprojekten immer wieder zeigt.

Nicht weit von uns entfernt steht das im Umbau befindliche Rathaus unseres Städtchens. Dort wird seit 2017 gebaut, der Fertigstellungstermin wurde verschoben und auch die Kosten laufen aus dem Ruder.

Mitte dieses Jahres sollte der Umbau beendet sein, die geplanten Kosten liegen bei 7,9 Mio. Euro.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Rathaus bis Ende des Jahres fertig wird. Dabei sind wir ja mit zeitlichen Verzögerungen bei Neu- oder Umbauten vertraut, nicht bloß in Bedburg. Die gibts bekanntlich in ganz Deutschland.

Bürgermeister Solbach (SPD) meldet seinerseits Zweifel an: ❝ Wir bezweifeln, ob die Fertigstellung zum Ende des ersten Quartals 2020 gelingt ❞

Natürlich kommt es auch viel zu oft vor, dass die Kosten für Projekte gegenüber der Planung deutlich übertroffen werden.

Im Falle des Rathauses trifft es unsere Stadt aber sehr hart. Statt der vorgesehenen 7,9 Mio. Euro soll es 14 Mio. Euro kosten.

Dabei ist die Stadt seit Jahren hochverschuldet und steht unter dem Kuratel eines Haushaltssicherungskonzeptes. Bereits vorher musste der Stadtrat einmal drei Millionen Euro Mehrkosten genehmigen. 

Aus der Bedburger Stadtverwaltung tönt es (fast) moderat:

Die erneute Kostensteigerung verursacht aufgrund der guten Haushaltslage der Stadt Bedburg zunächst kein Deckungsproblem.

Bedburg: Modernisierung Rathaus: Baufirmen haben 139 Nachträge angemeldet | rheinische-anzeigenblaetter.de

Eine Pleite droht also nicht, weil die finanzielle Misere offenbar nicht so schlimm ist, wie es aus Meldungen der Presse (s. WDR-Meldung) zu schlussfolgern war? Offenbar wurde kurz überlegt, ob man die Bauarbeiten fortsetzen sollte. Verrückt, angesichts der Tatsache, dass das Projekt doch schon weit vorgeschritten ist. Aber es macht die ganze Hilflosigkeit der Verantwortlichen deutlich.

Wenn es stimmt, dass der Generalplaner für diese Entwicklung die Verantwortung zu tragen hat, bleibt natürlich dennoch abzuwarten, ob das Unternehmen dazu in der Lage ist, die im Verhältnis zum kalkulierten Wert gewaltigen Mehrkosten überhaupt zu tragen.

Dass die Verzögerungen zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger der Stadt aber vor allem auch der Beschäftigten im Rathaus geht, sollte auch eine Rolle bei den Entschädigungsforderungen der Stadt spielen.

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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