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Klimawandel

China legt die Elektromobilität beiseite

Wird VW die Investition allein in Richtung Elektromobilität nun noch vornehmen?

Die Chinesen werden den Elektroantrieb nicht mehr subventionieren. Ich dachte ja, die hätten dort so ein ausgeprägtes Verständnis für die Umwelt.

Stattdessen haben sie das FDP – Motto entdeckt und wollen nun lieber doch »technologieoffen« weitermachen. Die Festlegung auf eine Antriebstechnik scheint ihnen nicht mehr opportun.

Dass diese Entscheidung diametral zur europäischen Festlegung auf Elektromobilität steht, spielt für die Chinesen offenbar gar keine Rolle. Hm, komisch.

Liest man deutsche Presseberichte zu dieser noch recht frischen Erkenntnis der Chinesen, klingt es in meinen Ohren fast ein bisschen hämisch. So, als hätte man es ja schon immer besser bewusst. War es nicht so, dass uns die Deutschen Medien im Brustton der Überzeugung verkauft haben, dass die deutsche Autoindustrie der weltweiten Entwicklung hinterherläuft? Passt diese Entscheidung der Chinesen dazu oder zeugt sie nicht eher von einer gewissen Unsicherheit dort – im Reich der Mitte?

Für Häme besteht aber auch nicht der geringste Anlass!

  1. Kann die chinesische Führung, im Gegensatz zur den europäischen Regierungen, politisch schalten und walten wie es ihr beliebt
  2. Wird genau dies hoffentlich nicht der Grund für die herablassenden Bemerkungen mancher Medienleute sein
  3. Haben unsere Medien doch vor gar nicht langer Zeit Volkswagen dafür gelobt, endlich auf die ultimative Forderung der Chinesen eingegangen zu sein und nun die Elektromobilität auf die Prioritätenliste ganz nach oben zu setzen. Sonst wäre auch VW noch nicht so weit, hieß es fast unisono.

Der Artikel, aus dem dieser Abschnitt stammt, ist gerade mal ein paar Wochen alt

2020 soll die Produktion von E-Autos in den beiden chinesischen Fabriken beginnen. Den Plänen zufolge, die Reuters eingesehen hat, soll dort bis Ende 2022 eine Kapazität von jährlich 600.000 E-Autos erreicht werden. Mit dem Hochlauf der E-Produktion sollen dann weltweit annähernd eine Million VW-Stromer von den Bändern rollen können. Damit würde Volkswagen den Konkurrenten aus Kalifornien deutlich überflügeln.

E-Autos: China und der Wettlauf zwischen Tesla und VW

Die chinesische Elektrifizierungsstrategie, auf die VW voll gesetzt zu haben scheint, ist demnach innerhalb kurzer Zeit obsolet. Von VW war noch vor kurzem zu hören: »Der Erfolg in der Elektromobilität ist ein wesentlicher Faktor zur Erreichung unseres Nachhaltigkeitsziels, bis 2050 bilanziell klimaneutral zu sein.“

Schnell hat die Presse die Unterstützung der deutschen Elektrofizierungsstrategie über Bord geworfen. In diesem Interview mit Gabor Steingart kommt der deutsche Top-Manager Reitzle zu Wort, der es auch schon immer gewusst hat, dass die Autoindustrie technologieoffen entwickeln sollte und nicht der Elektromobilität den Vorrang geben. Reitzle sagt im Interview:

Mobilität ist einer der Sektoren, auf denen China weltweit führend sein will. Und China hat, im Gegensatz zu Europa erkannt, dass E-Mobilität nur dann einen positiven Beitrag fürs Klima leisten kann, wenn eben CO2-freier Strom zur Verfügung steht. China wird aber noch sehr, sehr lange Strom aus fossiler Energie, nämlich Kohle und Öl, das sind heute glaube ich, ca. 80% herstellen also macht ein Elektroauto allenfalls Sinn, um die Emissionsbelastungen in Großstädten zu verbessern, nicht aber zur globalen CO2-Reduzierung.

Kürzlich las ich Jubel darüber, dass in Indien die CO2 Belastungen durch die Reduktion fossiler Energieträger zurückgegangen seien. In China wird genau dieser fromme Wunsch deutscher Umweltaktivisten nicht Realität werden. Es sei denn natürlich, den politisch Verantwortlichen fällt es wie Schuppen von den Augen, dass sie mit ihrer letzten Entscheidung doch einen Fehler gemacht haben.

Aber wer glaubt nach Madrid schon daran? Ich tus nicht.

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

3 Antworten auf „China legt die Elektromobilität beiseite“

Das kann natürlich durchaus sein. Persönlich glaube ich das nicht. Ich denke eher, dass man an solchen verrückten Geschichten erkennt, welche Form der Manipulation auch hier längst verfängt. Zuerst heißt es in unseren Medien, die Chinesen hätten VW dazu gedrängt, ihr Produktportfolio auf Elektroantrieb umzustellen. Jetzt, nachdem diese Meldungen kein Jahr alt sind, aber für den Totalumbau der VW-Produktion geführt hat, kommen ganz andere Nachrichten aus dem Reich der Mitte. Entweder, die sind dort sehr sprunghaft oder – was ich glaube – unsere Medien haben im Zuge der Klimahysterie falsch berichtet.

Wenn China, wie einer deutschen Top-Manager bei Steingart zu berichten wusste, noch viele Jahrzehnte an Kohle und Öl festhält, müssen wir davon ausgehen, dass irgendwas am Narrativ der ach so klimabewegten Chinesen nicht stimmt. Mir wäre es anders herum lieber. Wenn China und Indien von ihren unzähligen Kohlekraftwerken Abstand nähmen, wäre das für das Weltklima eine ganz fantastische Sache. Aber dort hängen Millionen von Arbeitsplätzen an dieser Industrie. Ich schrieb hier so oft darüber…

Wenn der Klimawandel den Fortbestand der Menschheit und vieler Lebewesen bedroht, sind solche widersprüchlichen Meldungen alles andere als beruhigend. Sie lassen befürchten, dass die Menschheit nicht die Kurve kriegen wird. Aber zum Glück gehöre ich zu den Alten. Deshalb möchte ich hoffen, dass die Weissagungen mancher Schwarzseher, die meist ja auch zum alten Eisen zählen, einfach zu pessimistisch sind. Aber sowas hier können wir nicht gebrauchen. https://twitter.com/Afelia/status/1206527138398121984 Etwas Zuversicht ist dringend nötig.

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