In Köln ist eine Sondereinheit der Staatsanwaltschaft seit 2016 damit beschäftigt, Hass und Hetze in den sozialen Netzwerken zu verfolgen. Es könnte sein, dass ich – ohne es genau zu wissen – vor ein paar Monaten Kontakt mit dieser Abteilung hatte.

In einer Facebook-Gruppe war ich seit ca. 2015 mit einem unangenehmen Zeitgenossen hin und wieder überquer gekommen. Freundlich ausgedrückt. Jemand aus unserem Ort, der ein Problem mit Flüchtlingen hat(te). Problematische Ansichten sind hier nicht so stark verbreitet. Aber natürlich gibts die Leute auch hier, die sich alles mögliche zurechtlegen und vor allem pauschal alles schlechtmachen, wenn es irgendwie geht.

Er operiert unter Klarnamen und mit mehreren Pseudoaccounts. Das hatten andere Teilnehmer der Facebook – Gruppe irgendwie herausgefunden. Die wahre Identität blieb unbestimmt.

Dieser ewige Streit um die gleichen Sachen

So, wie ich mich auch bei Twitter gelegentlich in verbale Scharmützel mit Rechtsradikalen hineinbegeben habe, war das eine Weile auch bei Facebook der Fall. Dieser Hater stand zwar ziemlich einsam im virtuellen Raum, aber er verbreitete seine dumpfen, boshaften Ansichten. Die Art und Weise seiner Äußerungen ging nicht nur mit auf den Zeiger. Eine andere Person, deren wahre Identität ebenfalls im Unklaren blieb, gab sich als Frau aus und hielt „volle Pulle“ dagegen. Nach und nach bildeten sich zwei Gruppen heraus, die sich gegenseitig nicht viel schenkten. Diese Kämpfe würde ich mit den Worten Boshaftigkeit vs. Hass beschreiben.

Ich erhielt ein paar Monate später einen Brief von der Kölner Polizei, die wegen einer Anzeige gegen beteiligte Personen ermittelte. Ich war als Zeuge gefragt. Eine der Personen um die es bei den Ermittlungen ging, befand sich in meiner „Freundesliste“. Es war nicht der rechtsextreme Hater.

Unnötige Einladung

Ich sollte nach Köln kommen, um aus meiner Sicht die Zusammenhänge zu erläutern.

Vor allem ging es der Staatsanwaltschaft um die Aufdeckung der wahren Identität der beiden erwähnten Personen. Ich war nicht hilfreich, weil auch mir die beiden Identitäten unbekannt waren. Dass sie unter Pseudoaccounts (mit Fake-Klarnamen) operiert hatten, stellt sicher keine Besonderheit dar.

Die Polizei fand es deshalb seltsam, dass sich eine der beiden Personen trotzdem auf meiner Freundesliste befand. Das kann ich verstehen.

Ich konnte einen bescheidenen Beitrag leisten bzw. vor allen Dingen nachweisen, dass ich bei den Ermittlungen nicht helfen konnte. Deshalb musste ich nicht nach Köln fahren.

Seither habe ich mich aus solchen Diskussionen möglichst herausgehalten. Es bringt ja auch nichts.

Jedenfalls fand ich die Aussage des Staatsanwaltes im oben verlinkten SZ – Artikel witzig:

Die Beschuldigten sind dann extrem erstaunt, wenn die Polizei vor der Tür steht.

Wie eine Sondereinheit der Justiz gegen Hetze vorgeht – Digital – Süddeutsche.de

Ja! das kann ich mir wirklich sehr gut vorstellen 🙂

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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