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Die Oma als Stellvertreterin einer zukunftsgefährdenden Egoistentruppe, die sich aus der überalterten Gesellschaft rekrutiert!

Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt nicht nur von Rechts. Diesen Eindruck kann man aber bekommen, wenn man die #Umweltsau – Geschichte in den Sozialen Medien verfolgt hat.

Der Tweet von Ruprecht Polenz reicht nicht aus, den mit dem Oma-Shitstorm verbundenen Vorwurf gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu entkräften.

Screenshot

Polenz versucht abzulenken. Es geht nicht um Rechts und Links, auch nicht um Verbote von »ordinären« Liedzeilen.

Den Verantwortlichen beim WDR geht es um den Klimaschutz. Sie wollen provozieren. Die Provokation ist geglückt und zwar, obwohl die WDR – Führung »nicht standhaft« blieb und das Corpus Delicti gelöscht hat.

Der konservative Journalist Dr. Alexander Kissler holt in seinem Blogartikel weiter aus, aber auch bei ihm spielt das Motiv der Verantwortlichen keine Rolle.

Bei ihm geht es um Anstand und Würde oder um ein falsch verstandenes Verständnis von Toleranz. Allerdings wir wissen nicht erst seitdem, wie allergisch vor allem Rechte gegen political correctness sind. Wir kennen solche Vorhaltungen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schon seit Langem.


Wahrscheinlich war außer dem Chorleiter auch ein Vertreter der WDR-Redaktion beteiligt. Vor allem für viele junge Leute, die sich bei Friday For Future engagiert haben, geht der Kampf ums Klima nicht schnell genug voran, so dass es nahe liegt, dass man den heiligen Kampf, selbst gegen Teile der Gesellschaft, mit diesem Beitrag vorantreiben wollte. Gut, heilig werden ihnen im Zweifel ihre Ansichten zum Klimaschutz sein, ihre Großmütter waren es jedenfalls nicht. Aber vielleicht sind die ja auch mit einem besonderen Humor ausgestattet, der die von Enkeln gesungene Beschimpfung einfach ausblendet?

Die Motive derjenigen, die das Gegenwartsthema No. 1 in diesem auch als Sauflied bezeichneten Lied aufzugreifen und einige der ursprünglichen Textzeilen gegen »ordinäre« Neudichtung zu tauschen, sind völlig klar. Sie wollten provozieren und schlugen damit ganz bewusst in die gleiche Kerbe wie manche jugendlichen Klimaschützer es bereits taten. Nur die Form unterscheidet sich geringfügig. Sie haben mit ihren Tiraden gegen die Älteren als Alleinverantwortliche für die Klimakrise die Polarisierung der Gesellschaft vorangetrieben.

Die Zahl der Unterstützer der Klimaschützer wächst, aber manchen Propagandisten geht das nicht schnell genug. Und von Erfolgen im Kampf gegen den Klimawandel kann ja auch wirklich keiner sprechen. Die Protagonisten der Bewegung auf internationaler und nationaler Ebene teilen uns das in höchst pathetischer Form mit.

Das ist für manche so nervig, dass sie sich nicht nur ausgeklinkt, sondern eine Gegenposition zur FFF-Bewegung eingenommen haben.

Bekannte Widersprüche zwischen öffentlichen (politischen) Absichtserklärungen und dem persönlichem Verhalten vieler Menschen sind nicht zu übersehen (SUV, Flugreisen, Streaming, Schiffsreisen, Coffee to go, Plastik, u.s.w.).

Das ist bei bedeutenden gesellschaftlichen Kontroversen vielleicht nicht überraschend, schadet aber dem wichtigen Anliegen immens.

In unseren Medien sollen hauptsächlich links-grüne Überzeugungen herrschen. So hat das Statement im umgedichteten Oma-Lied doch gar nichts Überraschendes. Es war Absicht, das Anliegen der jungen Klimaschützer zu unterstützen. Man sollte, dass Kinder das Anliegen von Friday For Future unterstützen und denen eins vor den Latz knallen, die an allem Schuld sind.

Die Oma als Stellvertreterin einer zukunftsgefährdenden Egoistentruppe, die sich aus der überalterten Gesellschaft rekrutiert!


Soll der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk in gesellschaftliche Debatten eingreifen, um mit seinen Mitteln für eine Seite Partei zu nehmen?

Ist es fair, kraft eigener Möglichkeiten (Technik, Reichweite) Einfluss auf die Meinungsbildung im Land zu nehmen oder ist der ör Rundfunk nicht vielmehr zur Neutralität verpflichtet?

Die Antwort, die die Neue Rechte darauf gefunden hat, heißt: Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk muss weg! In Boris Johnson haben sie einen Partner, in Trump ohnehin, obwohl es in den Staaten kaum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk gibt. Dafür aber andere Sender und Medien, die dort eine Trump nicht genehme Meinung (Haltung) vertreten. Daran sieht man, worum es der Neuen Rechten geht. Man will abweichende Meinungen unterdrücken und schließlich auch verbieten.

Es wird ständig wiederholt, ARD und ZDF würden mit all ihrer medialen Kraft Volksverdummung betreiben, in dem sie Unwahrheiten mithilfe propagandistischer Mittel verbreiten. Ergänzt wird dies mit dem Fakt, dass wir alle »freiwillig« für die perfide Form der Selbsttäuschung auch noch Gebühren bezahlen!

Es ist sehr einfach, großen Anstalten solche Vorhaltungen zu machen. Deshalb geschieht das auch permanent. Ganz viele Sender in den großen Demokratien der Welt haben mit solchen Vorwürfen zu kämpfen.

Es liegt bei uns, nicht die Übersicht zu verlieren, uns nicht anstecken zu lassen und uns auf unseren eigenen Verstand zu verlassen.

Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Antworten auf „Die Oma als Stellvertreterin einer zukunftsgefährdenden Egoistentruppe, die sich aus der überalterten Gesellschaft rekrutiert!“

Das Ding ist von rechts skandalisiert worden, da beisst die Maus keinen Faden ab. Damit sollte man leben können ohne zu hyperventilieren!

Schon allein das Narrativ „eine ganze Generation werde beleidigt“ ist doch eine Lüge. Es werden nicht ALLE Omas beschimpft, sondern nur diejenigen, die dauernd Kurzsstrecken mit dem SUV fahren, mehrere Kreuzfahrten pro Jahr machen oder täglich (!) ein Kotlett verzehren.

Alle, die das nicht tun, müssen sich den Schuh doch gar nicht erst anziehen!
Und die, die das tun, sind angesichts der heutigen Info-Lage nun mal „Umweltsau“. Ist nicht höflich, aber richtig.

Warum also die Aufregung? Kinder würden missbraucht – lachhaft! Wer das Video anschaut, sieht, welch großen Spaß es ihnen macht, das Lied zu singen.
Ich habe als Kind auch gerne Spottlieder auf die Alten gesungen, na klar!

Der ÖR muss im übrigen nicht neutral sein – auf jeden Fall darf er sich vom wissenschaftlichen Konsens leiten lassen, da bin ich mir ziemlich sicher. Muss sogar „pro-europäisch“ senden, was (wie ich hörte/las) sogar im Rundfunkstaatsvertrag stehen soll.

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