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Endlich bricht die Wirtschaft ein!

Blöde Überschrift. Finde ich auch. Nur – wenn ich Nachrichten gucke und die Berichte in unseren Zeitungen oder im Internet lese, bekomme ich das Gefühl, dass viele die sich häufenden Meldungen über Entlassungen fast „herbeigesehnt“ hätten.

Von den Kommentaren ausgewiesener Merkel-Feinde brauche ich dabei gar nicht erst anfangen. Für diese war ohnehin klar, dass das Ende von Merkels Regierungszeit gleichzeitig das Ende der alten Ordnung in Deutschland markieren würde. Weil Merkel ja eigentlich so gut wie alles falsch gemacht hätte.

Ich finde solche Art von Schwarzseherei sehr abstoßend, weil die politische Absicht dahinter so leicht zu durchschauen ist.

Die Rechten und Linken suggerieren, dass nun alles so käme, wie es kommen musste. Insofern sind sich diese politischen Lager einig. Logisch, die Motive sind unterschiedlich.

Seit Jahren turnen „Experten“ im Internet herum, die den Euro crashen sehen wollen. Mir ist klar, dass die so genannte Euro-Rettung überhaupt nicht abgeschlossen ist und die fundamentalen Fehler der Implementation der Währung nicht beseitigt wurden. Vor allem aus politischer Mutlosigkeit wurden nötige Schritte bisher vermieden. Die Folgen sind leider unabsehbar.

Es geht irgendwie nach dem Motto: Wenn wir nur lange genug herumnölen und alles schlechtreden, wird irgendwann der konjunkturelle Einbruch schon eintreten und man hätte Recht behalten (frei nach Otte, dem Typen von der so genannten CDU-Werteunion). Unter Umständen wird man mit sowas berühmt und kann viele Bücher verkaufen.

Die jahrelange Hochzeit der deutschen Wirtschaft geht zu Ende und die Interpretationen schießen ins Kraut.

Die Leute auf Seiten der Wirtschaft behaupten, die seit Jahren nachlassende Produktivität sei mitverantwortlich. Was im Grund auch nichts anderes heißt, als dass die Löhne und Gehälter, die sich auch im europäischen Vergleich halbwegs sehen lassen können, zu stark gestiegen sind. Die Damen und Herren aus den Chefetagen haben nichts gegen den unverschämten Anstieg der Vorstandsgehälter einzuwenden, sehr wohl jedoch dagegen, dass ein Mindestlohn eingeführt wurde und die deutschen Arbeitnehmer endlich etwas von dem Rückstand gegenüber anderen EU-Ländern aufholen konnten. Die viel bejubelten „Erfolge“ von Schröders Agenda (Billiglohnsektor Deutschland) hatten diesen Rückstand erst verursacht.

Die Rechtspopulisten tun so, als hätte diese Entwicklung mit Merkels Politikstil der letzten 14 Jahre etwas zu tun. Die Linken und die Grünen blasen ins gleiche Horn.

Dabei wird völlig ignoriert, dass nach jeder Hochphase einer wirtschaftlichen Entwicklung ein Abschwung folgt. Das war immer so. Nur, dass wir zehn Jahre von bestimmten Sonderfaktoren profitiert haben. Die Folgen der Eurokrise gehört dazu (billiges Geld).

Wie dumm wäre es, anzunehmen, dass nur andere Länder auf konjunkturelle Talfahrt gehen, Deutschland jedoch weiter auf der Erfolgswelle schwimmen würde?

Es steht zu befürchten, dass vor allem die deutsche Autoindustrie vor einer bitteren Zukunft steht. Dass diese dramatischen Aussichten hausgemacht sind, werden selbst die zugeben, die sich für Wirtschaft nicht besonders interessieren. Es wurde wenig unternommen, dafür aber umso mehr unterlassen. Die Verantwortlichen hätten besser daran getan, in Zukunftstechnologien zu investieren, statt technische Lösungen für den Betrug am Kunden zu forcieren.

Viele Menschen werden diese Tatsachen nicht daran hintern, die Schuld hauptsächlich der Politik in die Schuhe zu schieben. Das ist bequemer und aufgrund der aktuellen Klimadebatte vielleicht sehr naheliegend. Das sagen ja schließlich auch die Kinder…

Die größten Sorgen mache ich mir, wenn ich an die Belastung für unsere ohnehin so stark strapazierten Sozialetats denke. Schließlich stellt sich bei jedem zukünftigen Finanzierungsproblem (Arbeitslosengeld, Hartz IV, Renten etc.) die Frage, ob weniger Migration nicht auch weniger finanziellen Stress für Deutschland bedeuten würde. Ich erwarte in diesem Fall so etwas wie die Stunde der Wahrheit. Was diese Stunde auslösen könnte, macht mir wirklich die größten Sorgen.

Die zu erwartenden massiven Haushaltsbelastungen werden künftige Regierungen zu Sparmaßnahmen zwingen, die dramatische Folgen haben könnten. Dabei ist die Gesellschaft schon jetzt uneins über viele essentielle Fragen.

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Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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