Ich habs gelesen…

01

EZB-Chef Draghi zieht in Erwägung, die Zinsen weiter zu senken. Das bedeutet, dass Kleinsparer auf ihre Einlagen nicht nur keine Zinsen kriegen, nein – wir müssen in Zukunft damit rechnen, auf unsere Einlagen Zinsen zu bezahlen. Wenn das eintritt, werde ich Mittel finden, mich vor dieser verbrecherischen Wegelagerei zu schützen. Im Ernst: Schluss damit, dass wir zum „Wohle einer Währung“, die kaum einer will, erpressen lassen.

02

Annegret Kramp-Karrenbauer und Außenminister Maas erwägen den Einsatz der Bundeswehr vor der iranischen Küste. Es soll darum gehen, in einer gemeinsamen „Schutzmission“ mit befreundeten Staaten (USA, GB ?) den freien Zugang zum Persischen Golf zu gewährleisten. In Journalistenkreisen wird vermutet, dass die Intervention deshalb stattfindet, weil die momentane Krisenregion nicht den Amerikanern überlassen bleiben soll. Und zwar, weil man eine weitere Eskalation vermeiden möchte.

03

Die US-Justiz hat sich entschieden, die Todesstrafe wieder einzuführen. Fünf Todesurteile sollen demnächst vollstreckt werden. Die zivilisatorischen Rückschritte unter Trump nehmen dramatische Formen an. FBI-Sonderermittler Mueller hat sich derweil in sieben Stunden Anhörungen vor dem Kongress derart schwach gezeigt, dass die von den Demokraten erhofften neuen Impulse gegen Trump ausgeblieben sind. Der macht sich derweil lustig – via Twitter natürlich.

04

Boris Johnson hat eine Art „Kriegskabinett“ gebildet. Er besetzt nach Pressemitteilungen alle Ministerposten mit Brexitiers. Die Inhaber der Positionen sind europaskeptische Hardliner und langjährige Johnson-Loyalisten. Damit ist die Richtung vorgegeben. Eine Überraschung ist das angesichts der bisherigen Tiraden des neuen Premiers in London nicht! Die Würdigung der Presse war damit gesichert. Kritiker schrieben über das Traum-Kabinett, dass alle Johnson-Minister von Konservativen besetzt wurden, die ihre „Topjobs in der Vergangenheit nach gravierenden Verfehlungen verloren oder sich durch schlagzeilenträchtige Inkompetenz ausgezeichnet hätten“.

05

Seit Jahren weiß die Regierung, dass die Nitrat-Belastung in Deutschland zu groß ist. Unternommen hat sie nichts. Nun tritt die EU auf den Plan und droht mit millionenschweren Strafen. Vielleicht bequemt sich diese Regierung angesichts dieser EU-Offensive endlich darüber nachzudenken, wie die zu große Belastung unseres Trinkwassers reduziert werden kann?

06

Die Linke hat wieder eine ihrer vielen kleinen Anfragen an die Bundesregierung gerichtet. Die Schlussfolgerung aus der Antwort lautet: „Es lässt sich schlicht nicht leugnen, dass die gesetzliche Rente nicht mehr armutsfest ist“. Whow! Ist das so? Davon haben wir ja noch nie was gehört… Die Hälfte aller Renten beträgt weniger als 900 Euro. Das besagt die Antwort der Bundesregierung. Und sie versucht diese Katastrophe kleinzureden, in dem sie feststellt, dass die Statistik nichts darüber aussagt, ob die Menschen über zusätzliche Einkommensquellen aussage und wie die konkrete Haushaltssituation sich auswirken würde. Soll heißen: Geringe Renten entstehen auch dadurch, weil Menschen nur kurz in die Rentenkassen eingezahlt hätten und dann anders vorgesorgt hätten. Das erklärt natürlich das Straßenbild sehr gut, das flaschensammelnde alte Menschen inzwischen normal scheinen lässt.

Link: Bedburg: Würdevoll: Pfandringe angeschafft | rheinische-anzeigenblaetter.de

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

6 Kommentare

  1. Zum Thema Zinspolitik:
    1. Es ist nicht die EZB, die für die nicht mehr vorhandenen Einlagenzinsen der Geschäftsbanken verantwortlich ist, es sind die Geschäftsbanken! Diese entscheiden, wie sie finanzpolitische Vorgaben der EZB (und damit der nationalen Zentralbanken) in ihrer Geschäftspolitik umsetzen.

    2. Es ist nicht Aufgabe der EZB, dafür zu sorgen, dass Menschen, die Geld zum Sparen haben (aber offenkundig in deren eigenem Bewusstsein nicht zum sinnvolleren Anlegen nutzen wollen), Zinsen auf Spareinlagen bekommen. Zinsen auf Spareinlagen sind (waren) ein Kundenangebot der Geschäftsbanken an Kunden, die ihr Geld taten- und interesselos auf Sparkonten herumliegen lassen wollen.
    Man kann einfach nicht die eigene Verantwortung dafür, was man mit seinem überschüssigen Geld Sinnvolles (und Ertragreicheres) anfängt, auf Zentralbanken abwälzen. Damit denkt man sich die Welt ein bisschen zu einfach.

    3. Mit dem Euro hat das alles nichts zu tun. Das wollen uns seit jeher Euro-Gegner (die in der Regel schon gar nicht wissen, wovon sie reden) einreden.
    😉

  2. 1.) Hätte ich von Leitzins reden sollen? Wenn die EZB den Leitzins auf diesem Niveau hält, sind die Zinsen der Geschäftsbanken davon nicht unabhängig, wenngleich sie formal natürlich von den Geldinstituten gegeben werden – oder eben nicht. Es ist doch nicht so, dass die Vorgabe eines Leitzinses von Geschäftsbanken zu ignorieren wären!

    2.) Das ist ein Ding. Ausgerechnet du plädierst für die Nutzung kreativer Geldanlagemodelle und tadelst Menschen, die genau das (ja wohl aus Gründen) vermeiden möchten? Das verwirrt mich allerdings sehr. Ich habe nie in Aktien investiert und mache ansonsten ebenfalls keine Experimente. Vielleicht schaffe ich mir lieber einen Tresor an, bevor ich mein Geld irgendwelchen Banditen in den Rachen werfe. Aber im Prinzip mach ich das ja jetzt schon. Davon bringen mich auch dumme Bemerkungen nicht weg. Übrigens halten das viele Leute > 50 in Deutschland so. Woran das wohl liegt? Schätze, es ist weniger der Dummheit oder Trägheit der Leute als fehlendem Vertrauen geschuldet.

    3.) Dass die Zinspolitik der EZB und die Stabilität des Euro nichts miteinander zu tun hätten, ist nachweislich falsch. Die Worte Draghis, als er seinen wahnwitzigen Kurs begonnen hat, klingen mir jedenfalls noch im Ohr. „alles Mögliche zu tun, um den Euro zu retten“? … „whatever it takes“… Dazu gehörte natürlich die Senkung des Leitzinses.

    https://exporo.de/blog/was-niedrige-zinsen-fuer-anleger-bedeuten/

    1. Zu 2.) dazu muss ich etwas breiter ausholen…
      Ich plädiere doch nicht für die Nutzung kreativer Geldanlagemodelle, sondern für die langfristige Investition „überschüssigen“ Geldes (also das, was man nicht ausgeben will oder muss) in Unternehmenswerte. Der Einfachheit halber breit und international gestreut in ETFs. Meinetwegen auch in ein paar wohl ausgesuchte Unternehmensaktien, die eine langfristige Perspektive haben. Dazu ist nicht allzuviel Spezialkenntnis nötig, das alles kann man relativ leicht nachlesen und verstehen. Ich habe damit vor rund fünf Jahren begonnen und einen Grundstock an sinnvollem Hintergrundverständnis hatte ich in weniger als vier Monaten „drauf“.

      Daran ist nichts kreativ, das ist alles ganz konservativ und millionenfach seit sehr vielen Jahrzehnten erprobt. Und dass Geldanlage zur Renditeerzielung immer (grundsätzlich) mit Risiko verbunden ist, ist eine Binsenweisheit. Es ist ein Basiszusammenhang der Finanzwirtschaft: Rendite ist die Belohnung für die Bereitschaft, ein Risiko einzugehen. Rendite ohne Risiko gibt es nicht.

      Auch „Sparen“ auf dem Sparkonto ist eine Geldanlage zur Renditeerzielung – es wurde nur immer so getan, dass das etwas ganz anderes wäre. Es ging zufällig aufgrund unserer besonders aufbauträchtigen Wirtschaft in den Nachkriegsjahrzehnten so gut und mit stabiler Inflationsrate voran, dass wir uns über einigermaßen gescheite Einlagenzinsen im langfristigen Mittel freuen konnten.

      Inzwischen haben sich wirtschaftliche und auch politische Zusammenhänge verändert und dieser „Automatismus“, dass uns Banken quasi und bloß scheinbar aus dem Nichts heraus mit Sparzinsen beglücken, ist vorbei. Was wir sehen, ist, dass auch das Sparbuch als Geldanlage risikobehaftet ist. Das war es immer. Jetzt stecken alle den Kopf in den Sand und beklagen sich, dass man ihnen irgendetwas vorenthalten würde, dass ihnen zusteht. Nichts steht uns zu. Stattdessen:

      Geldanlage, Vermögensbildung und finanzielle Vorsorge über die gesetzliche Rente hinaus ist und war immer eine Sache persönlicher Verantwortung. Man muss schon selbst aktiv werden. Ja, leider haben wir alle in der Schule keinerlei vernünftige Finanzbildung mit auf den Weg bekommen. Dann muss man sich eben selbst drum kümmern.

      Man hätte übrigens völlig problemlos in den vergangenen Jahrzehnten eine etwas höhere Rendite erzielt, wenn man ebenso langfristig in starke internationale Aktien investiert hätte. Und wenn man das frühzeitig mit Sparplänen realisiert hätte, wäre man heute reich, und zwar aufgrund des Zinseszins-Effektes.

      Keine andere Anlageform ist langfristig (mind. 10 bis über 30 Jahre) vergleichbar ertragssicher und zuverlässig. Vor allem hat man keine Banken und Versicherungen als „Vertragspartner“ mit im Boot, die einem irgendwelche scheinbar renditeträchtigen Finanzmodelle verkaufen wollen, bei denen am Ende nur sie selbst profitieren.

      Auch ich habe leider viel zu spät damit angefangen, denn ich sehe den Erfolg dieser Art, mein Geld anzulegen, inzwischen über fünf Jahre und ich kann mir leicht ausrechnen, wie viel schöner das Bild aussähe, wenn ich schon vor zwanzig Jahren damit begonnen hätte.

  3. Du überraschst mich. 🙂 Ich hätte nicht gedacht, dass du dich mit dieser Materie befasst und dich so gut auskennst. Ich besitze nicht eine Aktie, obwohl ich viele Jahre für eine AG gearbeitet habe und es dort Vorzugsaktien gab. Ich bin quasi der lebende Beweis für die Einstellung einer offenbar in Deutschland darbenden Sparerzunft, die diese Chancen liegen lässt. Nun ja, wir sind halt nicht alle gleich. Aber ich bin echt überrascht, dass du dich im Aktiengeschäft auskennst. Ich habe NULL Ahnung.

    1. Ich sage ja, wir alle haben sträflich auf eine „Finanzbildung“ verzichten müssen. Der Umgang mit Geld, wie es erzeugt wird, wie unsere Wirtschaft funktioniert, was Aktien sind und wie sie funktionieren und wie man investierend an diesen Errungenschaften teilnimmt und zum selbstständigen Akteur in Sachen persönlicher Vermögensbildung wird, all das habe zumindest ich nicht in der Schule lernen können.

      Dabei ist es wirklich nicht schwer, in Grundzügen auch nicht sonderlich komplex. Natürlich ist es etwas trockene Materie, die aber sofort Farbe und „Fluss“ bekommt, wenn es um das eigene finanzielle Gelingen geht.

      Ich habe, wie gesagt, auch zu spät damit angefangen. Aber es war nicht besonders mühsam, spät einzusteigen und ein bisschen vernünftige finanzielle Selbstbildung nachzuholen – im Gegenteil, es hat sogar Spaß gemacht. Und inzwischen beginnt das „Unternehmen“ schon erkennbar Früchte zu tragen, und das lässt mich schlicht weniger sorgenvoll auf meine Zukunft mit einer zu erwartenden nicht besonders üppigen Rente blicken…

  4. Ich hätte gleich zwei Hürden zu nehmen. Die eine ist mein mangelndes Interesse, die zweite meine Frau. Die hält nämlich von Aktiengeschäften ebenfalls nicht viel. Die Gespräche mit unserer Bank hat sie mir immer abgenommen. Du verstehst schon. Sie ist Finanzministerin im Hause. 🙂

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