Windenergie

Ist Jens Best ein Linker? Bestimmt! Einer von denen, die, freilich ohne es jemals auszusprechen, die Wahrheit für sich gepachtet haben. Das macht sich vor allem unangenehm bemerkbar, wenn man ihnen mit Ansichten kommt, die ihnen nicht passen.

Sein Name ist mir seit vielen Jahren ebenso ein Begriff wie viele andere Berater für das, was wir „Social Media“ nennen. Diese Leute haben ganz viel Ahnung von dieser Materie. Mir hat gestern so’n rechtes Jungchen nach einem kurzen Streit getweetet, dass ich „Twitter nicht verstanden“ hätte. Kann gut sein!

Diese Berater sind wichtig, geradezu unverzichtbar für Unternehmen wie Behörden bis hin zur Regierung.

Deshalb ist es vermutlich ganz normal, dass ich ein eifriger Follower mancher dieser Leute bin. Für gewöhnlich als stiller Mitleser. Ob ich Best gefolgt bin? Ich weiß gar nicht.

All meine Social-Media-Accounts (Facebook/Twitter vor allem) sind eher flüchtig, ähnlich wie meine Blogs. Die Halbwertszeit ist kurz, was wohl an meiner niedrigen Frustgrenze liegt. Ich bin zu schnell beleidigt.

Bei Twitter ist die Zahl der von mir geblockten Rechten vermutlich größer als die Zahl meiner Follower. Ich genieße die Ruhe, wenn ich das von mir ausgelöste Genöle nicht mehr lesen brauche. So viel zu meiner Frustgrenze.


Weltklima auf der Kippe

Wie viele andere hat Jens Best den Heise – Artikel gelesen, der ziemlich viele quasi ins Mark getroffen hat. „Weltklima auf der Kippe“ stammt aus der Feder von Tomasz Konicz. Der Beitrag ist so mittellang und sehr gut zu lesen. Es sind darin eine Menge Informationen enthalten, die teilweise schon bekannt waren (Schmelze der Permafrostböden in Alaska und Sibirien und das hierdurch freigesetzte und äußerst klimaschädliche Metan). Wahrscheinlich enthält der Beitrag allerdings auch viele Annahmen und Übertreibungen. Ich weiß das nicht, aber ich hoffe es. Der Inhalt des Artikels ist äußerst beängstigend. Der Artikel befand sich gestern lange in der Top 5 der Twitter-Trends.

Mich erstaunt es immer wieder, wie leicht sich intelligente Menschen wie Jens Best vor dem Hintergrund des in meinen Augen unabgesicherten, nichtsdestotrotz aber apokalyptischen Artikelinhalts zu einem solchen Tweet hinreißen lassen konnte.

Deshalb habe ich (wohl zum ersten Mal überhaupt) auf diesen Tweet von Jens Best geantwortet. Er hat mich sofort blockiert!

Dialog bei Twitter

Die Bemerkung, die Best in diesem Kontext zur Gruppe „Weißer alter Männer & MitläuferInnen“ gemacht hat, ist für mich inakzeptabel. Sophie Passmann wird dieses Sujet – hoffe ich mal – wohl gewählt haben, um was zu beenden, sondern vor allem um nötige Veränderungen in der Gesellschaft herbeizuführen. In Bests Tweet ist davon die Rede, dass etwas beendet werden müsse. In meinen Ohren klingt das bedrohlich.

Dass er seine Aufforderung innerhalb der Gruppe „weißer alter Männer“ auf „Nationalisten“ und „Konservative“ zu begrenzen weiß, halte ich in diesem Kontext für beunruhigend. Sicher gibt es in der Gruppe „weißer alter Männer“ sogar unter Nationalisten und Konservativen Menschen, die den Klimawandel nicht anzweifeln und die sich Sorgen um ihre Kinder und Enkel machen.

Abgesehen davon bin ich selbst mit 65 auch schon (fast) alt. Außerdem weiß und bezeichne mich – trotz aufkommender Zweifel in letzter Zeit – als sozialliberal.

Ich fühle mich ganz eindeutig! denen zugehörig, die Best „beenden“ möchte, weil ich nämlich nicht glaube, dass die absolut hysterische Herangehensweise an das Thema für kontraproduktiv und für gefährlich halte. Ich mag diese Regierung nicht, trotzdem habe ich ein Grundvertrauen in die Leute, denen wir eine bestimmte Verantwortung übertragen haben.

Übrigens empfinde ich Bests Bemerkung für nicht weniger unanständig, als die Tweets irgendwelcher Rechtsextremer im Fall Lübcke. Da kann er von mir aus dreimal erzählen, dass seine Aussage: „dies muss beendet werden“ sich nicht gegen Menschen gerichtet hätte. Wie war das mit der Sprache doch gleich? Aber klar: Linke dürfen sowas, Rechte werden dafür massiv angefeindet.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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