Solange es in Deutschland noch einigermaßen so weitergeht, wird sich (trotz dunkler Wolken am Horizont) nichts Wesentliches ändern. Dabei schauen manche neidisch auf China und Indien mit riesigen Wachstumspotenzialen für die Wirtschaft.

Hier ist es wie immer! Die unternehmerischen Investitionen werden geschützt und vor allem weiterhin voll ausgereizt, solange es irgendwie geht. Kapazitäten zu drosseln oder gar abzubauen, liegt nicht im Bereich des Vorstellbaren. Erst dann, wenn nichts mehr geht, beginnen die Manager zu managen.

Interview ab Minute 3:21

Es geht um kurzfristiges Wirtschaften, das Zählbares hervorbringt. Nachhaltiges, vorausschauendes Wirtschaften kommt in vielen Betrieben deshalb zu kurz.

Dringend erforderliche Investitionen werden deshalb vernachlässigt. Die Politik verhält sich analog dazu. Die Impulse sollten aus der Wirtschaft kommen. Stattdessen kommen Forderungen nach Steuer- und Abgabensenkungen, am Sozialstaat wird herumgemäkelt und hinter vorgehaltener Hand wird der Rücktritt eines Wirtschaftsministers verlangt, der seinen Fokus falsch gesetzt haben soll. Ansonsten kommt geht man mit gebremsten Enthusiasmus und Zukunftssorgen voran.

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Die Wirtschaftsleistungen von China und Indien werden uns gern als Vorbilder präsentiert. Die dortige Wirtschaft wächst vor allem deshalb, weil die Menschen in diesen Ländern einen hohen Nachholbedarf haben. Wir (viele von uns) haben schon (fast) alles, während die Leute in diesen riesigen Ländern die Aufholjagd gestartet haben.

Dass deutsche Unternehmen durch Investitionen, insbesondere in China, vom dortigen Boom profitieren, hat für mich auch Schattenseiten. Die Transformation zur Dienstleistungsgesellschaft (>70% aller Erwerbstätigen arbeiten dort) bewahrte uns im Zuge des Einflusses der Globalisierung zwar vor Massenarbeitslosigkeit, dafür gibt es nun in Deutschland neun Millionen Menschen im größten Niedriglohnland der EU.

Es sind auch die Folgen der Globalisierung und der Preis für die massenhaften Arbeitsplatzverlagerungen in Richtung Osten. Wir haben, wie viele andere westliche Nationen auch, wesentlich dazu beigetragen, China innerhalb der letzten Jahrzehnte überhaupt in diese Position zu bringen. Nicht, dass man mich falsch versteht. Was wir genießen dürfen, steht Menschen in anderen Ländern genauso zu.

Nur müssen wir uns in unserer aktuellen Diskussionen zum Klimawandel allerdings doch fragen, welche Erwartungen wir für unsere internationalen Anstrengungen zum Schutz der Erde haben dürfen, weil der wirtschaftliche Aufschwung allein dieser beiden Nationen mit jeweils über 1,3 Milliarden Menschen wohl unbestreitbar riesige Beeinträchtigungen des Klimas zur Folge haben werden.

Diese Grafik zeigt die Potenziale meines Erachtens in beeindruckender Weise:

Allein die Tatsache, dass China das E-Auto fördert (z.B. von VW entsprechendes fordert) und sich auch ansonsten (wohl auch aus purem Eigeninteresse) einsichtig zeigt, wird nicht zu erwarten sein, dass die Kohleförderung (in beiden Ländern) demnächst eingestellt wird. Schließlich arbeiten in China und Indien Millionen von Menschen in diesem Wirtschaftszweig.

Wir emittierten 2011 2,4% des weltweiten Co2, bei China und Indien waren es zusammen über 30%, die USA lag 2011 bei 17,7% des weltweiten Co2 – Ausstoßes. Und wir bilden uns tatsächlich ein, vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Voraussetzungen mit unserem Vorbild etwas bewegen zu können? Das ist nicht einmal in Europa der Fall. Alle Fakten sprechen diesbezüglich eine klare Sprache. Die Pariser Klimakonferenz und die Lippenbekenntnisse aus der Politik ändern daran nichts.


Nur mal so.

In dieser Grafik erkennt man sehr gut, wie wichtig ein freier Warenhandel für unsere deutsche Wirtschaft ist (und wie unwichtig für Trumpski – Land). Deshalb habe ich diese Grafik, die mit dem Thema nur mittelbar zu tun hat, eingefügt.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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