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Rückgratlos gegen Rechts

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Der WDR und sein Intendant Tom Buhrow haben sich in diesen letzten Tagen des Jahres viele neue Feinde gemacht. Auch die neue SPD-Vorsitzende, Frau Esken, reiht sich ein. Moderat aber bestimmt.

Ich habe mich gleich gefragt, ob sie einen solchen Shitstorm schon überstanden hat. Er wird vielleicht nicht lange auf sich warten lassen. Selbst Beifall für Nachdenklichkeit, wie in diesem Fall, ist nämlich rar. Vor allem im Internet.

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Es beschäftigt mich schon sehr, wie stark ich mich emotional von dem entferne, was den proklamierten Werten der SPD entspricht. Damit meine ich nicht Eskens Tweet!

Die heuchlerischen Vorhaltungen aus allen linken Ecken der Republik wegen der schnellen Reaktionen des WDR auf ein sehr missglücktes satirisches Liedchen, vorgetragen vom Dortmunder WDR-Kinderchor, gehen mir nicht nur gewaltig auf die Nerven. Das Beispiel zeigt, wie schnell die Spaltpilze wachsen, die von allen Seiten gepflanzt und gehegt werden.

Hätte sich der Streit auf Stilfragen beschränkt, wäre die Eskalation dieser Lächerlichkeit ausgeblieben. Aber die Geschichte wurde von den üblichen Spielkameraden erfolgreich aufgeblasen.

Für mich hat der WDR richtig reagiert. Dass es Leute gibt, die die gemeine Geschichte, in der Umwelt- und Nazisäue die Hauptrolle spielen, zum Vorwand für Rücktrittsforderungen an den WDR und Buhrow nutzen und dabei zudem die Auflösung aller öffentlich-rechtlichen Sender verlangen, wird in diesem Klima keinen überraschen.

Da sind sich mal alle einig. Die Immer-Gerechten im Land (Linke und Grüne) verlangen wie die Immer-Ungerechten (Konservativen, Nationalisten und Nazis) Buhrows Kündigung. Viele der lautstarken Kritiker von Links und Rechts verlangen in Dauerschleife die Auflösung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wer hätte das am vorletzten Tages dieses schlimmen Jahres 2019 noch erwartet?

Soviel Einigkeit im Land!

Die Geschichte hatte sich mit dem Streit über Dieter Nuhr schon angekündigt. Dass als Vehikel nun ausgerechnet die Oma und ein Kinderchor herhalten mussten, ist allerdings doch überraschend, als die rein technischen Beschreibungen aller Eskalationsstufen es suggerieren.

Es ist doch verrückt, wie Böhmermann, Esken, Sixtus, Sonneborn und diese hohe Zahl anderen gutmenschlicher Stichwortgeber, dem öffentlich-rechtlichen Rundfunksender vorwerfen, das Oma-Lied nicht vor dem Volkssturm beschützt zu haben und so die Verantwortlichen im Regen stehen ließen.

Wenn Satire so provoziert, dass sie von Rechten, Klimaleugnern und alten weißen Männern als Staatspropaganda interpretiert und abgelehnt wird, heißt das für manche scheinbar, dass es keine Lagerneutralen gibt und sie deshalb zu dieser Parodie einer Satire auch keine (ablehnende) Haltung äußern sollten. Sonst nämlich gehören sie sehr schnell zu denen, die auch sonst bei der Abweichung vom linken Mainstream razz fazz als Nazis zu gelten haben.

Genauso sieht der Umgang der linken Internet-Blase mit dem Oma-Lied nämlich aus. Für Privatmeinungen sind die Meinungsplätze gesperrt. Wer nicht Links ist Rechts. Idiotie made in germany.

Je länger jener Tag zurückliegt, an dem das Lied eines Kinderchors die Republik in Aufruhr versetzt hat, desto mehr Menschen werden vermutlich wieder zu sich kommen und sich fragen, weshalb sie so emotional auf den Text reagiert haben. Manche werden sich vielleicht sogar schämen, dass sie sich auf so eine Art und Weise haben anstecken lassen.





Artikelautor Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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