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Von peinlichen, kurzgeschorenen Rasen und Gärten des Grauens


   Letzte Änderung: 14. Jul. 2020     2 Min. 159 Views

Timo Rieg schreibt bei Heise: »Kurzgeschorene Rasen müssen peinlich werden«. Man erkennt die Analogie. Alles mögliche soll irgendwie peinlich werden, damit wir den Klimawandel und mögliche Folgen kurz vor Schluss aufhalten.

Die Deutschen wieder mal im Alleingang. Es heißt, nirgendwo sonst ist man wegen der »guten Sache« so leicht dabei, auf Mitbürger*innen loszugehen. Zu gern bauen sie ihren Pranger auf dem virtuellen Marktplatz auf.

Urlaubs,- Flug- und Schiffsreisen, übermäßiges Autofahren, Stadtverkehr sowieso, Fleischverzehr, die Verwendung von Nespresso Kapseln (eigentlich alles von Nestle) und vieles mehr soll geächtet werden. Manche gehen soweit, dass sie Geburten wegen der hohen Umweltbelastung dazu zählen. Bestimmt nur ein blöder Fake der üblichen Verdächtigen von rechts.

Ich wäre nicht darauf gekommen, dass selbst ein gepflegter Rasen zu den anprangerbaren Peinlichkeiten zählen könnte. Gott sei Dank haben wir sendungsbewusste Journalisten, denen selbst die »Gärten des Grauens« nicht entgehen.

Hier auf’m Dorf lebt es sich entspannt. Hier findet man selten einen mit Granulat zugeschütteten Vorgarten. Es gab einen, der, wie ich mit Freude registriert hatte, nur wenige Monate später wieder renaturiert war.

Wer weiß, vielleicht hatte Timo Riegs Wunsch aufgrund der dörflich-spießigen Atmosphäre schon Früchte getragen. Wer möchte sich hier auf’m Dorf schon nachsagen lassen, er habe keinen Sinn für Naturschutz?

Ich laufe viel durch unser Dorf und fotografiere, was das Zeug hält. Was mir bei diesen Exkursionen oft durch den Kopf geht, ist, wie liebe- und hingebungsvoll die Leute ihre Gärten und Vorgärten pflegen. Ja, darunter befinden sich kurzgeschorene Rasen. Na und?

Wahrscheinlich sind wir nun schon soweit, dass dies zu den Umweltfreveln gehört, die aus einem grünen Verbotsverständnis heraus, zuerst einmal angeprangert und schließlich verboten werden sollen.

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