Warum mangelt es Migranten an Respekt, obwohl er ihnen angeblich doch so wichtig ist? Ey – Respekt, Alda!

Greifvogel

Eine Antwort auf diese Frage habe ich nicht! Der Widerspruch könnte darin begründet sein, wie wir Biodeutschen über Migranten sprechen und – natürlich – vor allem, wie wir hier mit ihnen umgehen.

In Neuehrenfeld, einem Stadtteil von Köln, gab es vor ein paar Tagen mal wieder ein Ereignis, das leider keinen „Einzelfall“ darstellt, sondern dass an eine ganze Reihe ähnlicher Vorkommnisse anknüpft. Es geht um aggressives Verhalten meist junger Männer gegen Polizisten, Mitarbeiter von Rettungsdiensten, Bademeister und gegen Privatpersonen.

In diesem Fall wollte die Polizei die Personalien eines Mannes aufnehmen. Der Mann verhielt sich gleich zu Beginn sehr aggressiv, er wurde handgreiflich. Daraufhin zwangen die Beamten den Mann zu Boden. Später klärte sich auf, weshalb sich der Mann so vehement gegen die Kontrolle wehrte. Gegen ihn bestand ein Haftbefehl wegen Nötigung. Die ganze Situation spielte sich vor einer Shisha-Bar ab. Binnen kürzester Zeit ergriffen ungefähr dreißig „junge Deutsche“ Partei für den kriminellen Aggressor. Es ist nicht überliefert, ob der Täter den anderen Männer bekannt war. Möglicherweise war der Grund für die spontane Solidarisierung ja ein anderer.

Im Beitrag des Kölner Stadt-Anzeiger ist ausschließlich von Deutschen die Rede. Neuehrenfeld, hohe Aggressivität, Shisha-Bar. Klingt alles ganz nach diesen auffälligen „Deutschen“ mit ihrem vor allem im Sommer besonders ausgeprägten Aggressionsverhalten. Polizei und Zeitungen schreiben in ihren Berichten von „Deutschen“. Die interessierte Öffentlichkeit weiß in der Regel, wer die fehlende Information liefert, die oft auch nichts etwas anderes ist, als die Bestätigung eigener Vorurteile!

Unsichere Schwimmbäder

Auf eine aggressive Spezies junger Männer treffen wir deutschlandweit auch in Schwimmbädern. Dort greifen sie Bademeister an, die ihrem testosterongeschwängerten Übermut Einhalt gebieten wollen. Zur Zielscheibe werden außerdem Familien oder Einzelpersonen, sobald sie sich herausnehmen, die Verhaltensweise der „jungen Deutschen“ zu kritisieren. Junge Frauen, die im Freibad diesen Prachtburschen die „falschen Signale“ gesendet haben, brauchen dringend polizeiliche Hilfe, wenn sie körperlich unversehrt ihr Badevergnügen beenden möchten. Die auf den Plan gerufenen Ordnungshüter heizen nicht selten die Situation weiter auf. Auch in solchen Fällen wird von spontanen Solidaritätsbekundungen zahlreicher „deutscher“ Badegäste berichtet. Soviel Solidarität ist in unserem Land natürlich nicht normal.

Inzwischen arbeiten Leute von Sicherheitsdiensten in deutschen Schwimmbädern, um Besucher und Personal zu beschützen.

In meiner Jugend reichte es noch aus, wenn der Bademeister seine Stimme erhob. Dann war es schlagartig vorbei mit dem Fußballspiel im Schwimmbad. Wir waren harmlose Jungs im Vergleich zu heutigen „deutschen“ Jugendlichen. Die schaffen es spielend, in den Medien präsent zu sein; freilich unter falschem Label.

Ich finde es falsch, dass uns systematisch verschwiegen wird, dass das es sich bei den (meisten?) Tätern um Migranten handelt. Die heutigen Nazis machen sich diese bestenfalls gut gemeinte Dummheit zunutze und präparieren jede Nachricht über derartige Vorkommnisse für ihre Zwecke. Viele liegen ganz auf der Linie eines vor Kurzem modifizierten Pressekodex‘, der in diesen Zeiten gar nicht fragwürdiger sein könnte.

Hochzeit feiern auf der Bundesautobahn

Auch die Leute, die ihre Hochzeiten auf den deutschen Autobahnen feiern und dabei nicht selten Schusswaffen mitführen und abfeuern, gehören zu der Spezies, die in unseren Medien als „Deutsche“ bezeichnet werden. Dem Pass nach sind sie das wohl. Aber dieses operieren mit falschen „Etiketten“ macht mich wütend. Auch viele der Autobahn-Wüteriche sind ja vielleicht in Deutschland geboren, sie beschweren sich allerdings auch oft darüber, dass man (wir) ihnen nicht mit Respekt begegnet. Was ist es, das diese Leute rasend, mit quietschenden Reifen und Schusswaffen zur Schau stellen? Der Respekt vor unseren Gesetzen wird es nicht sein!

Zuneigung und Respekt, das lernt jeder Mensch, muss man sich verdienen. Dieses Stadium scheinen die Leute auf die ich meinen Zeigefinger richte, hinter sich gelassen zu haben. Jedenfalls haben die Täter, die in Zeitungs- und TV-Berichten gezeigt oder beschrieben werden, ihre Bemühungen offensichtlich eingestellt.

Vielleicht spielt dabei der Frust darüber eine Rolle, dass sie sich in Deutschland nicht zu Hause und nicht angenommen fühlen? Ich möchte mir diesbezüglich kein Urteil über Menschen erlauben, die ich nicht kenne. Das Verhalten, das sie an den Tag legen, ist jedenfalls inakzeptabel.

Ein Grund dafür könnte sein, dass die deutsche (Nochmehrheits) – Gesellschaft innerhalb von Jahrzehnten zwar nach und nach die Tatsache anerkannt hat, dass unser Land ein Einwanderungsland geworden ist. Viele Biodeutsche begegnen Zuwanderer leider vor allem mit Ignoranz und immer häufiger sogar mit klarer Ablehnung. So wird das nichts.

Fehlender Realitätssinn

Meine Sorge darüber, dass wir nicht (mehr) dazu in der Lage sind, die Wirklichkeit gemeinsam und aufrichtig beschreiben können, wächst. Wir sind so fundamental uneins, dass wir nur noch streiten.

So finden wir keine Lösung für die vielen Probleme, die sich viel dramatischer zeigen könnten, wenn die wirtschaftliche Lage Deutschlands sich verschlechtert und dem Staat über Jahre Milliarden von Steuergeldern fehlen, die er sich erfahrungsgemäß auf kurz oder lang von seinen Bürgern zurückholen wird. Im Anschluss werden die sozialen Spannungen (zunehmende Arbeitslosigkeit, Wohnungsknappheit, Gesundheitswesen, Renten, Überalterung der Gesellschaft, Strukturprobleme) eine neue gefährliche Dimension annehmen. Für diese Sorge muss man keine prophetischen Fähigkeiten zu besitzen.

Deutschland ist unsere Heimat. Für manche ist sie das vielleicht nur vorübergehend.

Wir alle haben die Gesetze und die anderen Menschen zu respektieren. Ich gehe davon aus, dass die meisten Menschen mit Migrationshintergrund das ebenfalls so sehen. Auch, wenn sie über gewisse typisch deutsche Eigenarten frotzeln mögen. Das ist ok. Nicht ok ist, wie viele Deutsche über Migranten reden. Ich meine einschlägige Artikel im Internet, in den Kommentarspalten der Online-Angebote großer Zeitungen und in den sozialen Medien.

Es ist nicht in Ordnung, wenn sich junge, meist männliche Migranten, in Deutschland so aufführen, wie Nachrichten und Zeitungen berichten. Dagegen muss der Staat einschreiten. Wir erleben verständlicherweise, dass Bürger härtere Strafen fordern. Dabei sind sich viele einig darüber, dass wir nicht härtere Strafen brauchen, sondern Gerichte, die die möglichen Strafen aussprechen und Gefängnisse, in denen diese Strafen verbüßt werden.

Ich habe gestern mit jemandem über das Thema diskutiert. Er verwies auf das Vorgehen der us-amerikanischen Polizei. Die aggressiven „Neuehrenfelder aus der Shisha-Bar“ hätten in den Staaten wohl richtige Probleme bekommen. Hier muss die Polizei aufpassen, dass sie nicht von linken Aktivisten angezählt oder sogar verleumdet wird. Ich bin nicht für Polizeigewalt! Ich finde furchtbar und abschreckend, was in den Vereinigten Staaten gemacht wird. Vor allem, wenn man sich die dortige Kriminalitätsentwicklung anschaut.

In Deutschland empfinden BürgerInnen es als eine Form von Willkürherrschaft, weil sie der Übergriffigkeit junger Männer (mit und ohne Waffen) ausgeliefert sind. Dabei haben wir diese Menschen in unserem Land aufgenommen. Nein! Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Und meine Eindrücke basieren auch nicht auf der Indoktrinierung durch rechte Medien. Ich mag nur nicht mehr die Augen vor dem verschließen, was viele schlicht und ergreifend nicht sehen wollen. Hätten die deutschen Behörden, vor allem Polizei und Staatsanwaltschaft, von Beginn an ihren Job richtig gemacht, wären wir heute an einem besseren Ort.

Die Wahrnehmung der Realität macht Probleme aus den verschiedensten Gründen. Und genau das vergrößert unsere Probleme immer mehr. Migranten, die an sexuellen Übergriffen in Schwimmbädern beteiligt waren oder die – wie in Neuehrenfeld – Polizisten angreifen, müssen bestraft und ausgewiesen werden.

Diese für viele vielleicht nur logische Reaktion auf die negativen Veränderungen in Deutschland ist mit zu vielen Leuten nicht durchzusetzen. Wohin uns das führt, weiß heute noch keiner. Die deutlichen politischen Verwerfungen in Deutschland und Europa geben einen Hinweis darauf, dass es so nicht mehr lange weitergehen wird. Ohne klare politische Maßgaben werden die Fehlentwicklungen (auch für die Demokratie als Ganzes) nicht mehr in den Griff zu kriegen sein.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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