Windkraft – nein Danke!

Wer wirk­lich Vögel ret­ten will, müss­te statt Wind­rä­der geschei­ter Haus­kat­zen verbieten


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Die Atmo­sphä­re ent­hält immer mehr CO2 und Methan. In den Medi­en ist von einem Rekord­ni­veau die Rede. Deutsch­land soll bis 2050 Kli­ma­neu­tral sein. Unse­re Regie­rung hat die Wei­chen dafür mit einem Kli­ma­schutz­ge­setz gestellt. Das behaup­tet sie jedenfalls.

Der Teil von Wis­sen­schaft und Öffent­lich­keit, der die Ent­wick­lung kri­tisch sieht, mault über unzu­rei­chen­de Maß­nah­men: «So wer­den wir die Kli­ma­zie­le nie schaf­fen!» Der ande­re scheint davon über­zeugt zu sein, dass mit den Maß­nah­men die Grund­la­gen für die Deindus­tria­li­sie­rung Deutsch­land gelegt wurden.

So erreichen wir die Klimaziele nicht

Wesent­li­chen Anteil am Errei­chen der Kli­ma­zie­le – ich glau­be, da besteht theo­re­tisch Einig­keit – soll die Wind­ener­gie haben. Fach­leu­te, wie der Pro­fes­sor für rege­ne­ra­ti­ve Ener­gie­sys­te­me, Vol­ker Qua­sch­ning, sagen, dass sich der Aus­bau der Wind­ener­gie­an­la­gen ver­vier­fa­chen müs­se, um die Zie­le errei­chen zu kön­nen. Der Anteil der Wind­ener­gie soll danach 50 % im Ener­gie­mix aus­ma­chen. Der Rest kommt aus Pho­to­vol­ta­ik und ande­ren Ener­gien wie Bio- oder Erdgas.

Die genau­en Emis­si­ons­da­ten in den ein­zel­nen Sek­to­ren wer­den jähr­lich vom Umwelt­bun­des­amt ermit­telt und im März des Fol­ge­jah­res veröffentlicht. 

Bun­des­re­gie­rung | Kli­ma­schutz | Bun­des­re­gie­rung will CO2-Aus­stoß sen­ken

Das sind Aus­sa­gen, die wir durch­aus nicht zum ers­ten Mal hören.

Off­shore – Wind­kraft­an­la­gen wer­den nicht aus­rei­chen, wir brau­chen ca. 7000 Mega­watt an neu­en Anla­gen. Die­se müs­sen jähr­lich auf dem Land hin­zu­kom­men. Angeb­lich wer­den für die­sen Aus­bau 2% der Land­flä­che benötigt. 

Strom im Haus

Und nun wie­der zu mei­nem Lieb­lings­the­ma. Im ers­ten Halb­jahr 2019 wur­den in Deutsch­land 86 neue Wind­kraft­rä­der gebaut – ein Nega­tiv­re­kord! Es gin­gen schon im letz­ten Jahr vie­le Tau­send Jobs in die­ser zukunfts­träch­ti­gen Bran­che ver­lo­ren. Der Trend setzt sich fort. 

Abstandsregeln und der status quo

Peter Alt­mai­er ver­wirrt Fach­leu­te und Öffent­lich­keit damit, dass er ins neue Kli­ma­ge­setz Abstands­re­geln hin­ein­ge­schrie­ben hat, wonach neue Wind­rä­der nur gebaut wer­den kön­nen, wenn die­se einen Abstand von min­des­tens 1000 Metern bis zur nächs­ten Wohn­sied­lung auf­wei­sen. Als Wohn­sied­lung wird dabei ein Wei­ler von 5 Gebäu­den aner­kannt. Und das, obwohl doch laut Qua­sch­ning nur 2% der Land­flä­che belegt würden… 

Claus Kle­ber frag­te Peter Alt­mai­er in einem Heu­te-Jour­nal – Inter­view, ob er dies unter poli­ti­scher Füh­rung ver­ste­he. Kle­ber scheint offen­bar der Auf­fas­sung zu sein, dass ange­sichts des gro­ßen Ziels Opfer gebracht wer­den müs­sen. Dass er damit wich­ti­gen demo­kra­ti­schen Grund­rech­ten der Bür­ge­rIn­nen in die Que­re kommt, scheint Kle­ber egal zu sein. 

Wir wis­sen, dass es über 1000 Bür­ger­i­ni­ta­ti­ven gibt, die von Ver­bän­den unter­stützt wer­den und die unter­ein­an­der bes­tens ver­netzt sind. Es tau­chen dabei auch Namen von Fir­men und Per­so­nen auf, die für ihre Feind­se­lig­keit gegen­über der Wind­ener­gie bekannt sind. Das ist die eine Sei­te. Das mit den Kla­gen gegen neue Wind­ener­gie­an­la­gen poli­tisch Stim­mung gemacht wird, ist ziem­lich offensichtlich. 

Trotz­dem hal­te ich Alt­mai­ers Vor­ge­hen für ver­ständ­lich. Wenn man weiß, dass der­zeit deutsch­land­weit 325 Wind­tur­bi­nen mit ca. 1000 Mega­watt Leis­tung nicht gebaut wer­den kön­nen, weil die­se Maß­nah­men beklagt wur­den, erhält man eine Vor­stel­lung der Dimensionen. 

Schulze und die anderen Quälgeister

Wäre Alt­mai­er gut bera­ten gewe­sen, sich über die ver­brei­te­te Ableh­nung von Wind­ener­gie hin­weg­zu­set­zen? Alt­mai­er will neben den Abstands­re­geln im Gesetz die Redu­zie­rung von Kla­ge­mög­lich­kei­ten regeln. Natür­lich lässt sich noch nicht abse­hen, wie die­se Maß­nah­men wir­ken wer­den. Nicht nur Alt­mai­ers Kol­le­gin, die SPD Umwelt­mi­nis­te­rin Schul­ze, son­dern auch die deut­schen Unter­neh­men lau­fen gegen die Hür­den für den Aus­bau der Wind­ener­gie Sturm: «Es ist uns uner­klär­lich, dass an einer Rege­lung zu bun­des­ein­heit­li­chen Min­dest­ab­stän­den fest­ge­hal­ten wird, obwohl klar ist, dass damit das Ziel von 65 Pro­zent erneu­er­ba­re Ener­gien in 2030 nicht ein­ge­hal­ten wer­den kann.»

Die­ses Para­do­xon beschäf­tigt mich schon seit einer Wei­le. Ich fän­de es inter­es­sant, zu erfah­ren, wie die Quäl­geis­ter Alt­mai­ers sich eine Lösung vor­stel­len würden. 

Möch­ten Sie auf eine Abstands­re­gel ver­zich­ten und die Kla­ge­wel­le wei­ter so lau­fen las­sen oder wol­len sie im Inter­es­se der guten Sache die Kla­gen von vorn­her­ein unter­bin­den? Dass es sol­che Abstands­re­geln auf Län­der­ebe­ne schon gibt und auch dar­über dis­ku­tiert wer­den soll­te, tritt bei der Debat­te eben­so in den Hin­ter­grund wie die Tat­sa­che, dass Alt­mai­ers Initia­ti­ve demo­kra­tie­tech­nisch und rechts­staat­lich in Ord­nung ist. Schließ­lich gibt es schon genug Kla­gen, die zeit­li­che und per­so­nel­le Res­sour­cen vergeuden. 

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 67 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo.

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