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Bedburg Politik

Windräder oder Artenschutz, schöne Landschaften oder Windkraftanlagen?

Wenn die Rechtsstaatlichkeit getroffene Entscheidungen infrage stellt

Was hier und woanders auf der Welt vor sich geht, kann eigentlich niemanden mehr unberührt lassen. Auch, wenn man sich überhaupt nicht für Politik interessiert oder zum Selbstschutz Augen und Ohren vor solchen Einflüssen versucht zu schonen. Da kommt das Gefühl auf, das irgendwie alle durchdrehen.

Windrad bei Bedburg

Ich muss dazu gar nicht mal Erdogan, Assad, Putin oder Trump ins Visier nehmen. In meiner unmittelbaren Umgebung gehen Dinge vor sich, Dinge, von denen man nicht glauben kann, dass sie Wirklichkeit sind und nicht das Ergebnis irgendwelcher Tag(alb)träume.

Partnerschaftlich

Bedburg und Grevenbroich liegen dicht beieinander. Regelmäßige LeserInnen meines Blogs haben mitbekommen, wie heimatverbunden ich bin und dass ich (auch durch die Fotos) diese Gegend (mitten im rheinischen Braunkohlegebiet!) wirklich mag. Ich find’s hier schön, wobei mir der Spruch geläufig ist, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Das mal vorweg.

Rundum gab bzw. gibts bis heute nicht nur riesige Kohleabbaugebiete, sondern auch viele nicht gerade schöne aber doch irgendwie verdammt notwendige Windräder.

Es geht nicht voran

Ich höre schon seit einer Weile, dass es mit dem Ausbau der Windkraft nicht gut vorangeht. Es gab schon Krisensitzungen mit dem zuständigen Minister. Ob Altmaier diesbezüglich aber endlich was in die Gänge bringt, vermag jetzt noch niemand zu sagen. Wir lesen von „Hindernissen“. Vor allem lese ich von „Hindernissen“, die von Naturschützern errichtet werden.

Sind das nicht gerade die, die am liebsten schon heute aus dem Kohleabbau aussteigen würden und glauben, die Energiegewinnung allein mit erneuerbaren Energien ersetzen zu können? Auf Atom- und Kohleenergie wollen sie am liebsten sofort verzichten. Ich las, dass durch die so genannten Erneuerbaren inzwischen über die Hälfte des Energiebedarfs bedenkt werden können. Toll! Und was ist mit den übrigen 50 Prozent?

Naturschutz

Das kann ich Ihnen sagen. Naturschützer, die vor allem wohl im politischen Lager der Grünen vermutet werden dürften, sind gegen den Ausbau der Windenergie.

  1. sehen die Naturschützer erhebliche Konflikte mit dem Artenschutz und (jetzt kommt es!)
  2. das Landschaftsbild durch die neuen Rotoren zusätzlich negativ beeinträchtigt wird

Nicht dass Sie denken, das wäre ein Problem, das sich Reaktionäre ausgedacht haben, um den Ausbau der Erneuerbaren zu behindern, nein! es sind Naturschützer, von denen solche Aussagen kommen!

Rund um unser Städtchen stehen sie. Überall ragen die Rotoren aus der flachen Landschaft hervor. Einen Schönheitspreis gewinnt man damit sicher nicht! Aber für mich ist jedenfalls klar, dass wir diese Dinge brauchen, um den von uns selbst gewollten und mit viel Tam Tam beförderten Wechsel weg von Kernenergie und Kohleverstromung hinzubekommen.

Grevenbroicher Widerstand

Der Stadtrat von Grevenbroich macht der Stadt Bedburg Probleme, weil auf der Königshovener Höhe weitere „Riesenräder“ installiert werden sollen. Diese Teile sind über 80 Meter höher als der Kölner Dom. 21 Windräder gibt es bereits auf der Stadt-Grenze zu Grevenbroich, 5 weitere sollen nun hinzukommen. Die Stadt Grevenbroich lässt die Verantwortlichen in Bedburg über den Sprecher des dortigen Rates wissen, weshalb das aus grevenbroicher Sicht nicht gewünscht ist. Beide Punkt habe ich oben bereits aufgeführt.

Das ist doch zum Verzweifeln – oder? Dabei werden beide Städte von der SPD (also Grevenbroich nicht etwa von den Grünen) geführt.

Von politischen Ränkespielen einmal ganz abgesehen ist also die Technologie, die einen Großteil unserer Energiegewinnung sicherstellen soll, nach Meinung einer wachsenden Zahl von Menschen im Land offenbar doch nicht das Gelbe vom Ei.

Grund: Sieht scheiße aus und soll auch noch das Artensterben begünstigen, liest man.

Hätte „man“ sich darüber nicht klarwerden können, bevor man die Atomenergie abschafft und sich daran macht, die Kohle als Energieträger zugunsten des Klimas zu diffamieren und abzuschaffen?

Keine Kohle, keine Atomenergie

Ja, ich weiß: die Kohle ist der schmutzigste Energieträger überhaupt und wir wollen eine Zukunft haben. Dafür hatten wir bisher ja immerhin auch ein Konzept. Nur hat dieses Konzept wohl stark an Glanz verloren. Aber bei den Stromtrassen, mit denen wir den Strom von Nord nach Süd bringen wollen, sieht es ja auch nicht besser aus. Da gibt’s ja auch unglaublich viele Einsprüche.

Bis die erst mal geklärt und entschieden sind, vergehen sicher noch so viele Jahre, dass die Chinesen oder Türken mindestens noch zwei bis drei Großflughäfen bauen werden. Die verplempern ihre zeitlichen Ressourcen nämlich nicht mit demokratiespezifischen Manövern, die einen langsam so alles infrage stellen lassen. Was ich da sage klingt fast reaktionär. Aber ist es denn nicht wahr? So klappt das nie.

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Von Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Antworten auf „Windräder oder Artenschutz, schöne Landschaften oder Windkraftanlagen?“

Sehe ich genauso.
Irgendwie sieht es so aus, als müssten mögliche Alternativen zu Kohle und Kernkraft alle abgelehnt werden.

Sie müssen nicht agelehnt werden, der Rechtsstaat sorgt schon dafür, dass der dringende und ja auch geplante Ausbau nicht vorankommt. Das klingt nach Zynismus, Ist aber leider Realität. Mehrheiten spielen keine Rolle, der Einzelne ist mit dem Rechtsstaat im Rücken, in der Lage, den Ausbau zu stoppen oder mindestens zu verlangsamen.

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