Wo Fernsehen richtig teuer ist

Ist es nicht tröstlich, dass die Zuschauer in anderen Ländern für ihren öffentlich-rechtlichen Rundfunk noch viel mehr bezahlen müssen, als wir hier in Deutschland? Dabei gibt es manchmal sogar nur öffentlich-rechtliches Fernsehen und kein ör Radio. Dennoch sind die Kosten höher.

Infografik: Rundfunkgebühren im Vergleich | Statista

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Wir wissen, dass die Schweizer erst vor Kurzem (2018) eine Abstimmung zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks durchgeführt haben. Sie stimmten mit großer Mehrheit für den ör Rundfunk.

Lieb und sehr teuer

Dabei zahlen die Schweizer über 110 Euro (vgl. Grafik) mehr im Jahr als wir. Auch die Norweger, Österreicher und Dänen lassen sich ihren ör Rundfunk noch mehr kosten. In Norwegen, Dänemark und anderen Ländern ist es „nur“ das Fernsehen, das den Status öffentlich-recht hat, Rundfunk wird dort nicht abgerechnet. Es ist also, im Gegensatz zu Deutschland, nicht im Preis enthalten.

Als Rentner gucken wir verhältnismäßig und viel Fernsehen. Ich persönlich nutze vermehrt Streaming-Angebote (nicht nur Pornos, will ich der Ordnung halber dazu schreiben! Die ruinieren das Klima, hab ich gelesen) und schaue deshalb insgesamt viel weniger Fernsehen als früher.

Der TV-Konsum ist deshalb relativ hoch, weil wir aufgrund eines Pflegefalles seit Jahren ans Haus gebunden sind und deshalb keine Unternehmungen infrage kommen, die uns mehr als ein paar Stunden von zu Hause fernhalten. Den Vergleich mit dem privaten Fernsehen können wir nicht anstellen, weil wir aufgrund der Programmangebote (Qualität und Werbepausen) als Zuschauer glatt ausfallen.

Wir gucken ARD/ZDF und einige der Regionalprogramme, ab und zu auch mal Arte oder 3Sat.

Wir gehören nicht zu denen, die sich so überkritisch mit den Programmangeboten auseinandersetzen. Jedenfalls nicht im Hinblick auf den angeblich (gesellschaftlich wie politisch) so manipulativen Charakter der Sender. Uns sind die Nachrichten in ARD und ZDF viel lieber als die bei rt deutsch oder anderen Veranstaltungen, die als alternative Medien geführt werden.

Manchmal finde ich es schon einigermaßen verrückt, dass es Menschen in unserem Land gibt, die solchen Formaten mehr Vertrauen schenken als den ör Sendern.

Was allerdings die heute dringend nötige Quellenkritik angeht, brauchen wir uns nichts erklären zu lassen. Das Internet hat dafür gesorgt, dass wir die grundlegenden Gefahren einigermaßen durchschauen. Mit dem entsprechenden Abstand sind wir dabei. Es ist deshalb auch immer gut, Vergleiche zu haben. Allerdings bieten ausländische Angebot in dieser Hinsicht auch nichts, was wir einfach für bare Münze nehmen. Das mögen andere aus Gründen natürlich anders sehen.

Penetrantes Fernsehen

Einen Wunsch haben wir an die öffentlich-rechtlichen Sender. Er existiert schon ein paar Jahre und ich habe ihn in Form eines „Leserbriefes“ an die Programmredaktionen von ARD und ZDF adressiert habe. Es geht um die Gestaltung des Sommerprogramms bei ARD und ZDF.

Die penetranten Wiederholungen von TV-Filmen sowie die exzessiv produzierten Quizshows nerven bloß noch! Aber darauf geben die Damen und Herren in den Chefetagen überhaupt nichts. Sie antworten nicht einmal. Dabei gäbe es zwei Möglichkeiten, den Wiederholungscharakter wenigstens etwas zu verschleiern. Und dafür müsste nicht viel Kreativität gezeigt werden.

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Auswahl eines Films aus mehreren Angeboten nach dem Beispiel des ZDF-Wunschfilmes

Von 1983 bis 1989 hat das doch (fanden wir) sehr gut funktioniert. Daran ändert auch nichts, dass damals die üblichen Verdächtigen keines gutes Haar an dieser Methode ließen.

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Wenn die Verantwortlichen schon in die Mottenkiste greifen, sollten sie wenigstens tiefer greifen und nicht Filme ausstrahlen, die gerade erst gelaufen sind.

Wie oft kommt es vor, dass Filme gezeigt werden, die beispielsweise erst im Vorjahr gezeigt wurden?

Internet – Abstimmungen

Heute könnte man solche Abstimmungen (ZDF Wunschfilm) leicht über das Internet realisieren. Die Sender verfügen über die nötige Infrastruktur. Vielleicht überschätze ich das Interesse „des Zuschauers“ ja, und es würden auch diese (modernere) Version nicht so genutzt werden, wie ich es mir vorstelle.

Aber es wäre wenigstens mal ein Versuch, den Zuschauern, die sich nicht im Urlaub befinden, ein besseres Programm anzubieten. Außerdem glaube ich, dass die Demografie einen Hinweis darauf liefert, dass es sich lohnt, für die Menschen gutes Programm zu machen, die zu Hause bleiben und die Luft nicht mit Flugreisen verpesten. Letzeres war ein schlechter Scherz…

Mir scheint, die Programmmacher haben nach der Umstellung der GEZ-Gebühren in 2013 ihr Interesse Zuschauer verloren. Sicher, es geht auch jetzt immer noch um Quoten. Aber viel, sehr viel Geld kommt ja sowieso rein. Vielleicht ist der Kampf um die Quote unverhältnismäßig und wird während des Sommers durch die Bereitstellung bequemer und vor allem kostengünstiger Konserven kompensiert? Der Zuschauer weiß den Paradigmenwechsel – auch eingedenk stark geänderter Sehgewohnheiten – wohl nicht richtig zu schätzen. Wir sind nämlich nicht allein unzufrieden.

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About the Author

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 65 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

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