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Das Arschlochprinzip hat weiterhin Hochkonjunktur


 • Letzte Änderung: 14. Apr. 2021  4 Kommentare

Jan Böhmermann zeigt wieder, was er kann und was nicht. Der Grad dazwischen ist schmal. Trotzdem kriegt er Prügel. Alles normal also. Gestern las ich in der »Frankfurter Rundschau« die »Kritik« von Katja Thorwarth über den Jahresrückblick von Dieter Nuhr. Er kriegt so richtig was auf die Birne von Frau Thorwarth. Alte weiße Männer sollten wohl einfach die Fresse halten. Komisch sind die laut Frau Thorwarth ja ohnehin nie.

So gehts also weiter mit dem allgemeinen Irrsinn. Auch ohne Corona!

Tucholsky dürfte im Grab nur noch rotieren. Der einzige Trost für viele wird noch der sein, dass sie weder Nuhr noch Böhmermann in die Gruppe derer einreihen, die fähig und in der Lage sind, Satire zu bieten. Sie passen nur in die Unterhaltungssparte, die das Wort Comedians in den deutschen Sprachgebrauch trieb und weil Satire eben das ist, für das beide nicht die erforderlichen Voraussetzungen mitbringen.

Sie werden denn auch von ihren jeweiligen »Freunden« brutal abgekanzelt. Notfalls, in dem sie ihnen eine makellose Humorfreiheit bescheinigen.

Lisa Eckhart kommt auch nicht zur Ruhe. Wenn ihr, was ich hoffe, nicht das alles sowieso komplett am Allerwertesten vorbeigeht. Kürzlich hat sich der Wiederbeleber der Marcel ReichRanicki – ZDF Show beim Spiegel doch noch zu Wort gemeldet.

Mich hat etwas überrascht, dass er Partei für Biller ergriffen hat. Gut, er hat etwas länger gebraucht. Dafür waren seine fiesen Worte in Richtung von Lisa Eckhart zwar irgendwie typisch und insofern auch erwartbar für einen Spiegel-Mitarbeiter. Aber der Zug ist abgefahren. Ich möchte wetten, Reich-Ranicki hätte all das mit der ihm in solchen trivialen Fragen eigenen Abgeklärtheit und Nonchalance zur Kenntnis genommen und gedacht: »Arsch lecken«. Ok, sowas hätte er nicht gedacht. Aber in die Richtung wäre es gegangen. Früher ™ war doch alles besser!

4 Gedanken zu „Das Arschlochprinzip hat weiterhin Hochkonjunktur“

  1. Ich habe die Frankfurter Rundschau jeden Tag am Arbeitsplatz herumliegen und kann kurz reinschauen. Mir scheint offensichtlich, dass sich Frau Thorwarth (und noch ein anderer Redakteur (tja, so heißen sie wohl immer noch…), dessen Name mir im Moment nicht zur Hand ist) in letzter Zeit konsequent auf Nuhr-Bashing abgehoben hat. Einschließlich Desavouierung und Beleidigung der Gesamtheit seiner eingeladenen Gäste UND Zuschauer, z.B. als „Alte Weiße Männer“. Von Angriffen auf den betreffenden Sender als Veranstalter ganz zu schweigen.

    Schade, die armselige Methodik dieser Satire-„Kritiken“ (nach jeder Sendung nur scheinbar neu, die Kolumnentexte sind praktisch austauschbar) erinnert mich doch sehr stark daran, was Frau Thorwarth bisher und sonst oft an Methoden zur Desavouierung politischer Gegner bei einschlägig bekannten Protagonisten der rechtsextremen Ecke anprangert. Genau diese Art und Weise eben! Zu Recht, ja. Aber inzwischen macht sie sich methodisch gemein damit, leider…

    Ich finde es irgendwie erhellend, wie anscheinend das Niveau von Kritik – kritischer Auseinandersetzung – in heutiger Krisenzeit komplett den Bach runtergeht. Vielleicht hast du recht, dass die sogenannten Sozialen Medien alles runterzuziehen scheinen.

    Und es zeigt offenbar auch, dass sich politisch „links“ von „rechts“ nicht mehr wirklich unterscheiden lässt. Die agitatorischen Methoden sind dieselben, Auseinandersetzung findet praktisch nur noch auf der Ebene persönlicher Ablehnung bis hin zu Hass statt.

    Für mich hat sich Frau Thorwarths Kolumne inzwischen als völlig unglaubwürdig und damit überflüssig erwiesen.

    (Ist das vielleicht ein weiterer Aspekt dessen, was man als Niedergang der klassischen Presse seit Jahren erkennen kann?)

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    • Das geht mir auf den Zeiger. Ich kann gut verstehen, dass man bestimmte Leute, manchmal auch „nur“ deren Ansichten nicht mag. Früher schaltete man die Sendung ab, weil sie einen nicht interessierte oder die künstlerische Darbietung einem nicht gefiel. Heute wird daraus eine Fehde gegen die Protagonisten. Das ist so schrecklich kleinkariert, das ich es nicht fassen kann. Dass ausgerechnet linke oder grüne Journalisten diese Art von Krieg gegen die führen, die nach ihren Vorstellungen die andere, schlechtere Welt repräsentieren, ist eine schlimme Entwicklung. Standen nicht gerade die früher für Liberalität und Toleranz? Heute machen sie „die Arbeit“ der Rechten. Unsere Gesellschaft wird auch so ärmer und ärmer.

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