Ein Artikel von

Das Coronavirus befällt auf medialem Umweg unser Hirn

Es ist die falsche Zeit, um mit anarchistischen Ideen zu spielen. Der Coronavirus wird unbeeindruckt bleiben.

Abgelegt
Datum
Kommentare
16
Views
367
Lesezeit
4 Min.

«Ich bin jung, deswegen juckt mich das Coronavirus nicht!» ist der Zwillingsbruder von»: ich bin alt, deswegen ist mir der Klimawandel egal».

Sham JaffBetreiberin des Newsletter  „What happened last week , geklaut bei Astrid

Weil meine Frau, Oma und ich uns schon seit beinahe 6 Jahren hauptsächlich zu Hause aufhalten (kein Urlaub, keine Kurzreisen), haben wir die wenigsten Probleme mit der «selbstauferlegten» Corona-Isolation. Mit meiner Mutter, meiner Schwester, meiner Nichte, den Kindern und meinem Schwager müssen wir im Moment telefonisch Kontakt halten. So ähnlich machen das hoffentlich die meisten Leute auch.

Zu viel ist ungesund

Berichte über Menschen, die alle Ratschläge in den Wind schlagen und sich mit Freunden und Bekannten treffen als wäre nichts gewesen, lösen zwar Ärger aus. Ich hoffe aber, dass der Staat aufgrund dieses idiotisch leichtfertigen Verhaltens nicht so bald zu Ausgangssperren greifen wird. Die gibts längst in anderen Ländern. Und das, obwohl wir nach diesem «Ranking» inzwischen an der 5. Position (Infizierte) weltweit liegen. Es gibt in Deutschland jetzt über 10.000 mit dem Coronavirus infizierte. Die Zahl der gemeldeten Toten liegt mit 27 immer noch auf einem Niveau, das im Verhältnis zu anderen weiter seltsam niedrig scheint.


Aber zu dem was ich eigentlich sagen wollte: Gehen euch die Berichte, Talkshows, Sondersendungen u.s.w. auch so auf die Nerven? Können die Medien sich nicht so eine Art Selbstbeschränkung auferlegen?

Nach jedem Lied ein Bericht über das Coronavirus

Wir hören viel WDR Radio. Mir kommt es so vor, als bestünden die meisten Wortbeiträge aus Berichten über das Coronavirus. Das ist eindeutig zu viel! Nach jedem Musiktitel kommt wieder was über Corona.

Ich verstehe ja, dass das Informationsbedürfnis in dieser wirklich heftigen Krise hoch ist.

Kann man sich nicht darauf verständigen, dass die sowieso täglich zigmal gesendeten Nachrichten als Infoquelle zu Neuigkeiten zum Thema ausreichen?

Ich fordere für die nächsten drei Wochen:

  1. keine Sondersendungen über das Coronavirus
  2. keine Talkshow zum Thema
  3. Nachrichtenblog zum Thema Corona immer am Anfang der Nachrichten
  4. Markus Lanz soll auf keinen Fall mehr was zu Corona machen

Müssen dazu ständige Sondersendungen, sinnfreie Talkshows (Anne Will, Maybrit Illner, Maischberger, Markus Lanz und wie sie alle heißen?), die den meisten vielleicht ohnehin am Halse heraushängen, stattfinden?

Klüger werden wir von solchen Augenzeugenberichten nämlich gewiss nicht. Die Informationen, die nötig sind, erhalten wir über die Nachrichten. Wer mehr wissen möchte, kann sich im Internet bedienen. Dazu sind heute fast alle Menschen in der Lage. Außerdem gibt es Hotlines, die im Bedarfsfall wichtige Informationen zur Verfügung stellen.

Die Pseudoinformation hat mal wieder Hochkonjunktur

Ist es nicht so, dass diese Flut an unnötigen Beiträgen, Berichten und Pseudoinformationen spätestens in den vor uns liegenden Wochen dazu führen wird, dass die Menschen von Tag zu Tag aufgeregter und vielleicht sogar panisch werden? Interessieren sich die Medienverantwortlichen eigentlich überhaupt nicht dafür, welche Wirkung sie mit ihren permanenten Berichten auslösen? Informationsauftrag her oder hin. Es ist zu viel.

Informationsquellen zu Corona:

Verschiedene Dashbords zum Überblick über die betroffenen Menschen nach Ländern

Diese kleine Übersicht ist nicht als Konkurrenz zu den übertrieben «reichhaltigen» Medienmeldungen zu verstehen, eher als Idee, wie man die Zeit auch nutzen kann, ohne sich den Nachrichten-Tsunamies aussetzen zu müssen!





Artikelautor Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

16 Gedanken zu „Das Coronavirus befällt auf medialem Umweg unser Hirn“

  1. Meine Frau stürzt sich sehr gerne und ausführlich in den Nachrichten-Tsunami.
    Ich etwas geringer als sie, aber mittlerweile ist mir selbst das zuviel.

    Ich hatte das schon mal erwähnt: Was macht das alles mit den Angstkranken?! Und wie schützt man die?!
    Da ich selbst eine Historie in Sachen Angst habe und nicht zu knapp, frage ich mich: Wer betreut diese Leute?!
    (Ich selbst bin im Moment erstaunlich gelassen).

    Heute jedenfalls ist bei Lanz erneut Corona das Thema.

    Antworten
  2. Wir sind abends auch zusammen bei den Nachrichten. Meine Frau erzählt mir häufig, was neu gemeldet wurde. So einfach zwischendurch. Sie passt da besser auf als ich. Mir fallen diese ständigen neuen Berichte langsam wirklich auf die Nerven. Es sollte doch reichen, wenn man täglich einmal die Nachrichten hört. Ich sehe, bei euch ist das ähnlich wie hier bei uns.
    Lanz verweigere ich. Der geht mir im Moment so auf den Senkel. 🙂

    Antworten
  3. Wie du ja weißt, nehme ich an den sogenannten „Sozialen Medien“ grundsätzlich nicht teil. Und selbst auf Youtube gucke ich fast ausschließlich Videos zu Motorradthemen.

    Mir ist völlig egal, was irgendwelche Kasper auf Facebook oder Twitter zu Corona absondern, weil es IMO in vermutlich 99% der Fälle irrelevant ist. Das eine relevante Prozent sind Informationen, die man parallel in seriösen Medien präsentiert bekommt.

    TV-Talkshows gucke ich nicht. Keinen Lanz, keine Maischberger oder Illner, keinen Plasberg und wie sie alle heißen. Wenn der Moderator nicht Scobel oder Lesch heißt, interessiert’s mich nicht. Privatfernsehen schaue ich übrigens ebenfalls nicht.

    Ich hoffe mal, dass mir damit mindestens 90% des täglich ausgeschütteten medialen Mülls erspart bleiben. Mir reicht völlig, was ich hier im Blog darüber lesen kann und was davon in ernstzunehmenden Medien kommentiert wird.

    Ich habe gelernt, meinen medialen Konsum zu beschränken auf die Dinge, die mich interessieren und trotzdem offen zu bleiben für Neues, was mich interessieren könnte. Es ist ein Auswahlprozess und es ist auch nicht immer einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber es lohnt sich, weil es die Nerven schont und den Blick für Wichtiges offen hält.

    Antworten
  4. @Boris: Keine Musikvideos? Das ist mein Hauptaugenmerk. Künstler, die man nicht so bei Spotify etc. findet bzw. auf die man nicht so aufmerksam wird. Bei den Talk-Shows bin ich auch auf dem Trip. Aber komischerweise bin ich dabei doch recht inkonsequent. Was mich allerdings nicht daran hindert, mich nachher darüber aufzuregen. :-/

    Die Ersparnis dürfte in der Tat beträchtlich sein. Eben habe ich kurz auf der AfD-Website gelesen, was die so über Corona schreiben. Ich hätte wieder gleich lossschimpfen können, hab aber dann einfach weggezappt. Mir läuft zu schnell die Galle über, wenn ich diese Hetzer von Gauland bis Weidel nur sehe.

    Ich glaube, dass dir mit deiner Abstinenz einiges entgehen wird. Schließlich gibt es ja dazwischen auch noch was. Wenn du aber so konsequent bestimmte „Auswahlprozesse“ anwendest, werden dir diese Grautöne vielleicht entgehen? Spreu vom Weizen klingt gut. Hast du keine Lust, dich – wenn auch nur kurz – in die Gedankenwelt irgendwelcher Nazis zu versetzen? Nein? Vielleicht hast du doch Recht. 💚

    Antworten
  5. Man sollte lernen, was so alles rumgereicht wird. Damit man gewappnet ist.
    Der Zeitaufwand ist beträchtlich, aber immer noch besser als ein eher apolitischer Mensch, der ich mal war, zu sein.

    Antworten
  6. @Gerhard: Einerseits kann man sich von vornherein den Mist vom Hals halten und muss sich dann nicht unnötig darüber aufregen. Andererseits erfährt man so u.U. nicht alles, was einen vielleicht doch interessieren könnte. Die Abwägung ist halt ein bisschen schwierig. Mir gelingt sie höchstens ab und zu mal. Boris ist da knallhart.

    Antworten
  7. Na ja, Scheuklappen habe ich mir keine aufgesetzt. Ich bekomme schon mit, was passiert. Aber ich mute mir z.B. nicht zu, auf der AFD-Website zu gucken, was dort verbreitet wird. Es ist gequirlte K…, so viel ist zweifelfrei und sicher. Dazu ist mir meine gute Laune und meine Zeit zu schade.

    Apropos Musikvideos:
    Schaue ich auf Youtube gelegentlich. Eines vor allem immer wieder: Routine von Steven Wilson, gesungen zusammen mit Ninet Tayeb. Wer dabei keine massiven Tränen in die Augen bekommt, ist ziemlich sicher schon tot… 🙂

    Antworten
  8. @Boris: Die Leidensfähigkeit ist halt unterschiedlich verteilt. Außerdem hätte ich dann weniger zu meckern. Weniger zu meckern heißt weniger Texte. Ach so… 💥

    Danke für diesen tollen Tipp. Kannste ich wieder gar nicht. Ein tolles Stück. Habe ich mir sehr gern angehört.

    Antworten
  9. Auf Youtube sammle ich Corona-Songs aus aller Welt – das Genre explodiert geradezu. Klar, die Leute können nicht auftreten…
    Ich finde sehr interessant, wie „eine Welt, ein Thema“ so musikalisch unterschiedlich verhandelt wird. Mittlerweile sind es schon 50 Songs – nicht jeden Schrott nehme ich in die Liste auf.

    Antworten
  10. @Claudia: Ich hatte die Sammlung natürlich bereits wahrgenommen. Das Musik den Menschen helfen kann, wenn sie Angst haben, ist ja ein bekanntes Phänomen. Ich finde die verschiedenen spontanen Darbietungen in Italien, woanders und auch hier bei uns (Bamberg) anrührend. Ob ich indes die Corona-Songs diesem Phänomen zurechnen sollte, habe ich noch nicht entschieden. Ich muss mir deine Diskothek einmal zu Gemüte führen. 🙂 Ich mag viel von dem, was Menschen in dieser schlimmen Lage einfällt.

    Antworten
  11. @Horst Scheuer: Gestern habe ich mal nachgesehen, wie viel ich schon über Corona geschrieben habe. Die H1 Tags quillen generell über. Vieles geht einem auf die Nerven. Mir auch. Trotzdem muss ich auch darüber schreiben. Tut mir leid, wenn dich das nerven sollte.

    Antworten
  12. @Horst Schulte: Sorry, dann haben wir uns falsch verstanden. Ich meinte die vielen Beiträge im Radio nerven, nicht deine!!!! Dein Blog lese ich noch immer gerne. Daran hat sich nichts geändert. Und wenn mich etwas bei dir nicht interessiert, dann lese ich es einfach nicht.

    Antworten
  13. @Horst Scheuer: Hab dich wirklich missverstanden. Ich bin zu empfindlich, wenn es darum geht, meine Themenauswahl zu kritisieren. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich selbst damit manchmal nicht zufrieden bin 🙂 Alles gut. Bis dann. LG Horst

    Antworten

Kommentieren


Es werden keine IP-Adressen gespeichert! Sie können, falls Sie dies möchten, auch anonym kommentieren.