Gesellschaft   ·  1 Min.

Die Voraussetzungen fehlen

Können wir diesen Satz aus einem Brief, der aus dem Jahr 1962 stammt, nicht genauso auf viele andere Länder – natürlich auch auf Deutschland – beziehen?

Ich bin stolz auf diese Menschen, nicht wegen ihrer Farbe, sondern wegen ihrer Intelligenz, ihrer spirituellen Kraft und ihrer Schönheit. Das Land sollte auch stolz auf sie sein, aber leider wissen nicht viele Menschen in diesem Land überhaupt von ihrer Existenz. Und der Grund für diese Unwissenheit ist, dass ein Wissen über die Rolle, die diese Menschen im amerikanischen Leben spielten – und spielen -, den Amerikanern mehr über Amerika verraten würde, als die Amerikaner wissen möchten.

Letter from a Region in My Mind, by James Baldwin | The New Yorker

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Horst Schulte
Artikelautor: Horst Schulte

Mein Bloggerleben reicht bis ins Jahr 2004 zurück. Damals habe ich dieses schöne Hobby für mich entdeckt. Ich bin jetzt 66 Jahre alt und lebe seit meiner Geburt in der schönen Stadt Bedburg, nicht weit von Köln entfernt. Das mit dem Schreiben ist zwar weniger geworden. Aber ab und zu schreibe ich hier und anderswo. Die sozialen Netzwerke haben die Welt verändert - nicht zum Guten!

2 Gedanken zu „Die Voraussetzungen fehlen“

  1. Jeder halbwegs intelligente Mensch sollte so denken. Es ist mir bis heute ein Rätsel, warum vieles an der Hautfarbe oder der Nationalität festgemacht wird. Und es ist so: diese Menschen verraten mehr über das eigene Land als so mancher Einheimische. Warum? Weil diese Menschen eine andere Herangehensweise haben, vieles nicht als selbstverständlich ansehen und uns selbst den Spiegel vorhalten können.

    Dann würden manche Menschen mit ihrer eigenen Engstirnigkeit konfrontiert, und das wollen sie natürlich vermeiden.

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  2. Vermutlich liegt es daran, dass die Lebensbereiche aus Gründen, die ich nicht so klar erkennen kann, voneinander abgeschottet sind. Bei uns sind es die Migranten mit denen wir seltsamerweise immer noch wenig in Berührung kommen. Wir gehen nicht auf sie zu und sie nicht auf uns. Das mag in Großstädten etwas anders sein. Aber auf dem Land leben diese Gruppen, ohne allzu viel Berührung miteinander zu haben. Daraus entsteht eine Ferne und wahrscheinlich auch einiges an Missverständnissen. Vielleicht kann man dieses Bemühungen für sich zu bleiben selbst unterbrechen? Ich meine, in dem man mehr auf Menschen zugeht? Ich bin allerdings nicht mehr so gestrickt, dass ich mich besondern leicht tun würde, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Früher war das anders. Jedenfalls ist auch nicht alles Rassismus, vielfach hat es mit Interesselosigkeit zu tun.

    Besonders schlimm finde ich die Fälle, in denen Migranten Probleme bekommen Arbeit oder Wohnung zu finden. Dazu gibt es ja viel Statistik. Die sagt viel aus über einen strukturellen Rassismus, der von vielen in Deutschland abgestritten wird. Dabei liegt es anhand dieser Beispiele für jeden sichtbar offen, wie es um unsere Gesellschaft bestellt ist.

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